Glattfelden

Bis ein Bild im Kasten ist, dauert es bis zu 30 Stunden

Der Unterländer Naturfotograf Heinz Zumbühl stellt zurzeit im Gottfried-Keller-Zentrum aus.

Heinz Zumbühl (links) stellt 37 seiner besten Fotografien vor.

Heinz Zumbühl (links) stellt 37 seiner besten Fotografien vor. Bild: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Kolbenentenküken schaut den Betrachter mit grossen braunen Augen an. Es spiegelt sich im Wasser. Ein Weissstorch füttert seine vier Jungen, während Höckerschwäne sich mit dem Hals ineinander verknoten. Der Blick des Rotmilans ist stechend, er ist wohl im Anflug auf Beute.

Insgesamt 37 Werke stellt der Embracher Künstler Heinz Zumbühl momentan in der Galerie GKZ aus. Hinter jedem Foto des 67-Jährigen, welcher seit seinem zwölften Lebensjahr leidenschaftlich fotografiert, steckt eine Geschichte. Er zeigt auf den Waldrapp mit Namen «Shorty».

Von diesen Vögeln gebe es weltweit nur noch gegen 100 Exemplare. Zumbühls Lieblingsvogel ist die Pfuhlschnepfe. «Diese fliegt nonstop von Grönland bis Australien – 12000 Kilometer in rund 200 Stunden.» Einen kleinen Zwischenstopp habe es allerdings gegeben, schwächebedingt. «Es war ein Zufall, dass ich genau dann dieses Foto schiessen konnte.»

Grundsätzlich sind es nicht Zufallsmomente, welche in den gestochen scharfen Fotografien des Künstlers zum Ausdruck kommen. Vielmehr steckt sehr viel Geduld hinter jedem einzelnen Werk. «Bis zu 30 Stunden braucht es manchmal für ein Foto», bestätigt der Künstler. Zudem gehöre viel Fachwissen dazu. «Ich weiss, wie Enten sich verhalten, weiss, wann sie Streit bekommen, weiss, wann sie wegfliegen.»

Keine Zufallstreffer

Zumbühl erzählt von Kranichen im Schnee, welche in der Schweiz sehr selten sind. «Bei minus zehn Grad habe ich gewartet, bis sie wegfliegen», erinnert er sich. Ausdauer habe es auch gebraucht, bis das Foto vom springenden Karpfen im Kasten war. «Das ist kein Zufallstreffer. In dieses Motiv habe ich rund 30 Stunden investiert.» Zumbühl zeigt auf ein Foto von fliegenden Libellen. «Bis ich dieses hatte, dauerte es einige Tage.»

Auch weniger schöne Aspekte der Natur werden erwähnt. «Ich habe schon Fotos gelöscht, weil sie zu brutal waren.» Zumbühl nimmt Bezug auf einen jungen Habicht, welcher eine Möwe attackierte und begonnen hatte, diese zu rupfen. Er erzählt auch von einem Wanderfalken, welcher mittels vergifteter Tauben umgebracht wurde. «Schade, dass der Mensch die Natur nicht immer walten lässt.»

Wenn er sich am Morgen ins Freie begebe, habe er keine Ahnung, was ihn erwarte. «Doch es ist immer Kino in der Natur.» Für Konrad Erni, Leiter der Galerie, ist es eine grosse Freude, dass mit Fotografien für einmal eine andere Kunstrichtung gezeigt wird. Dass etliche Fotos von Störchen darunter sind, freut ihn ganz besonders. «Dieses Thema ist dank den Störchen Gottfried und Judith, welche auf Glattfeldens Kirchturm nisten, brandaktuell», sagt er schmunzelnd.

Erstellt: 25.08.2019, 16:36 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!