Bülach

Das Abenteuer seines Lebens

Im Kanton Zürich gibt es 117 katholische Kirchen. Markus Weber, Priester und Germanist, hat sie zusammen mit dem Fotografen Stephan Kölliker in einem Bildband dokumentiert.

Der Bülacher Priester und Germanist Marlus Weber hat in einem Bildband die Geschichte der katholischen Kirchen im Kanton dokumentiert.

Der Bülacher Priester und Germanist Marlus Weber hat in einem Bildband die Geschichte der katholischen Kirchen im Kanton dokumentiert. Bild: Leo Wyden

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Zum Beispiel Niederweningen: Hier steht eine unscheinbare Kapelle, die einst für die katholischen Arbeiter, die im nahen Industriebetrieb tätig waren, und für ihre Familien eingerichtet wurde. Seit es den Katholiken vor rund 150 Jahren wieder erlaubt war, im traditionell reformierten Kanton Zürich eigene Kirchen zu bauen, sind neben solch bescheidenen auch auffälligere sakrale Bauten entstanden, darunter die im Originalzustand erhaltene, weithin sichtbare Dreifaltigkeitskirche Bülach oder die Kirche St. Paulus in Dielsdorf, erbaut vom Stararchitekten Justus Dahinden.

Bau von Kirchen verhindert

«Jahrzehnte lang wurde der Bau von katholischen Kirchen teilweise verhindert, sodass die Gläubigen in provisorischen Räumen ihre Gottesdienste abhalten mussten», erzählt Markus Weber, der als Priester auch in seinem Wohnort Bülach immer wieder Gottesdienste feiert. Erst nach und nach seien alle 117 katholischen Kirchen entstanden, die heute im Kanton Zürich erbaut sind, die jüngste wurde erst im letzten Jahr in Schwerzenbach eingeweiht. Im aufwändig gestalteten, reich bebilderten Sammelband «Sakrales Zürich» zeigt Markus Weber nicht nur die geschichtliche Entwicklung auf, sondern geht auch auf die architektonischen Besonderheiten der Kirchen und auf ihre künstlerische Ausstattung ein.

Wikipedia stand am Anfang

Als Deutschlehrer an der Kantonsschule Bülach hat der 43-Jährige seine Schüler beobachtet und dabei festgestellt, dass das Internet und insbesondere Wikipedia für die Jugendlichen die wichtigste Informationsquelle ist. Deshalb hat Markus Weber zwei Jahre lang für das Online-Lexikon die Artikel zu allen 117 katholischen Kirchen im Kanton Zürich verfasst, aber auch über etliche reformierten Kirchen oder als Germanist über die Bülacher Fibel, den einzigen Runenfund der ganzen Schweiz, der heute im Landesmuseum gezeigt wird. «In Wikipedia war ich jedoch sprachlich und inhaltlich eingeschränkt. Deshalb ist es schön, dass ich nun im Buch auf das Besondere jeder einzelnen Kirche eingehen kann», erzählt der Autor.

«Jahrzehnte lang wurde der Bau von katholischen Kirchen teilweise verhindert»Markus Weber

Um sein Werk schreiben zu können, musste Markus Weber zuerst die Finanzierung sicherstellen. «Ich bin es nicht gewohnt zu betteln», schmunzelt er. Aber der Verzicht auf die Zusammenarbeit mit einem Verlag und die damit verbundene Unabhängigkeit machten die Suche nach Geldgebern unabdingbar. «So floss das Geld in die Qualität und nicht zum Verlag». Nach insgesamt fünf Jahren Arbeit war der Sammelband schliesslich fertig. «Es war wohl das Abenteuer meines Lebens.»

Buch ja – aber auch online

Mit dem Verkauf des Sammelbandes ist Markus Weber sehr zufrieden. Innert drei Wochen wurden bereits zwei Drittel der Bücher verkauft. Als Ergänzung zum Buch sind alle Kirchen auch online präsent, sowohl auf Wikipedia als auch auf der Webseite des Autors. Der 640-seitige Doppelband «Sakrales Zürich» ist nicht nur ein Nachschlagewerk für geschichtlich Interessierte oder Katholiken. Auch Aussenstehende werden die teilweise faszinierende Architektur der katholischen Kirchen im Kanton Zürich mit anderen Augen sehen.

Infos und Bestellungen unter www.sakralbauten.ch oder per Telefon: 043 444 03 35 (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.12.2018, 15:14 Uhr

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