Bassersdorf

Das Mittelalter mit allen Sinnen erleben

Alte Kochrezepte aus Klöstern, Webereitechnik aus längst vergangenen Zeiten und auch Schwertkunst wurden am Mittelalterfestival präsentiert und erlebbar gemacht.

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Wer sich am Wochenende auf den Bassersdorfer Sechseläutenplatz begab, tauchte in eine andere Welt ein. Da lockte zum einen frischgebackenes Flammbrot des Knusperhäuschens, das Bäckermeister Marcel Grünelt den Besuchern frisch aus dem Holzofen anbot. Gleich nebenan ermutigte zum andern ein stimmgewaltiger Mann in Mittelalterrobe die jungen Burschen an seinem Eierknacker-Stand: Die angehenden Knappen massen sich darin, je ein auf einem Holzbock platzierten Ei mit einer schweren Metallkugel zu treffen.

Weiter vorne flogen den Zuschauern die Funken um die Ohren, denn die beiden Schmiede Cyrill Hamm und Bruno Staub bearbeiteten gemeinsam einen glühenden Rohling. «Hier entsteht gerade ein Schwert», ruft ein Vater im Lärm der Hammerschläge seinem Sohn zu. In der Mitte des Platzes rotierte das «kleinsten von Hand gekurbelten Riesenrades», das sogar einen Eintrag in Guiness Buch der Rekorde hat.

Neben den Verkäufern von Metwein, auch Honigwein genannt, fanden sich solche von magischen Amuletten. Aber auch mittelalterliche «Haardiebe», also Coiffeure, waren mit ihren angebotenen Zopftechniken bei den jungen Mädchen beliebt.

Das Herz des Festivals schlägt im Heerlager

Etwas abseits, nämlich bei der «Alten Sagi», lag das Heerlager. Dieses war der Platz der Erlebnis-Falknerei sowie der kleinen und grossen Schaukämpfe, welche jeweils einen grossen Publikumsaufmarsch verzeichneten. Zudem waren die weissen Zelte aus Leinen für die Besucher frei zugänglich, damit sich ein jeder ein Bild von einer möglichen Behausungsform von damals konnte.

Die Vereinigung Comites Feriati, zu Deutsch die feiernden Gefährten, stellten die grösste Gruppe. Auch Reto und Debbie Wahrbichler gehören dazu. Sie hatten am Wochenende «Küchendienst» und tischten nach alten Klosterrezepten ein authentisches Essen auf. Ihr Doppelbett unter dem Dach des grosszügigen Zeltes, mit vorgelagertem Schwarzbärenfell, war ein beliebtes Fotosujet.

Ein paar Schritte weiter und es eröffnete sich dank den Mitgliedern der Wikingergruppe «Ungandir» ein anderes Fenster ins Mittelalter. Während sich Hanspeter Langenegger, der sich in der Szene «Jorik» nennt, mit einem Langbogen zur Schau stellte, demonstrierte Saskia Schaffner die älteste, je überlieferte Webertechnik. «Bloss eine einzige Internetseite fanden wir dazu», erklärte die Wikingersfrau.

Einen Einblick in die Greifvogelwelt ermöglichte Ulrich Lüthi, der mit dem Wüstenbussard «Aleia» die Besucher der Erlebnis-Falknerei begeisterte. Und wer mutig genug war, durfte sich einen dicken Lederhandschuh anziehen und einen der heimischen Wanderfalken unter Aufsicht des Falkners halten.

Erstellt: 19.08.2019, 15:18 Uhr

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