Eglisau

Der Rhein als Filmkulisse

Das Programm der Eglisauer Filmtage war so unterschiedlich wie noch nie.

Die 300 Sitzplätze waren an allen Tagen ausverkauft.

Die 300 Sitzplätze waren an allen Tagen ausverkauft. Bild: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Chileplatz in Eglisau verwandelte sich am vergangenen Wochenende einmal mehr in ein Open-Air Kino; Dazu gehört die grosse Leinwand an der Kirchenfassade, 300 Sitzplätze direkt am Rhein, welche jeden Abend ausverkauft waren, sowie eine Bar mitten im Grünen. Die traditionellen Eglisauer Filmtage gingen am Wochenende so gewohnt wie erfolgreich über die Bühne.

Wahre Geschichte

Organisator Christoph Hagedorn wählte für das treue Publikum drei Filme mit Herz und Identifikationspotential. Die deutsche Coming-of-Age-Musikkomödie «Das Schönste Mädchen der Welt» (2018) und «Grüner wird’s nicht» (2018), ein ruhiger Film über den Sinn des Lebens, unterhielten die Zuschauer jeweils am Freitag und Samstag. «Wir hatten noch nie so unterschiedliche Filme wie dieses Mal», fand Hagedorn.

Der Abschlussfilm am Sonntag beschäftigte sich mit der Angst vor dem Fremden. In der französischen Komödie «Ein Dorf sieht Schwarz» (2016) zieht der afrikanische Arzt Seyolo Zantoko aus Zaire in ein zutiefst bäuerliches Dorf bei Paris. Nachdem sein Vater ihm verweigert hatte in seinem Heimatland als Leibarzt des Diktators Mobutu zu arbeiten, landet Zantoko auf die Einladung des Bürgermeisters hin mit seiner Frau und den beiden Kindern im Dorf Marly, in der Hoffnung, die französische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Die Bewohner, mehr aus Unsicherheit als echtem Rassismus, bleiben seiner Praxis fern.

«Wir hatten noch nie so unterschiedliche Filme wie dieses Mal»Christoph Hagedorn, Organisator

Nach und nach schmilzt das Eis aber und durch lustige und ernste Erlebnisse wächst der Respekt und die Zuneigung zu den Neuankömmlingen. Letztlich kämpfen alle Bewohner dafür, dass die Familie die Staatsbürgerschaft erhält. Zantoko verbringt danach sein ganzes Leben in Marly und behandelt seine Patienten bis zu seinem Tod durch einen Autounfall. Der Abspann verrät, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Kamibi, der Sohn von Seyolo, der Musiker wurde, untermalte den Schluss mit seinem Rap-Song. Die Mischung zwischen Humor und taffer Realität traf bei den Zuschauern ins Schwarze. «Der Film hat eine grosse Tiefe, und dies wird auch mit viel Leichtigkeit und Humor erzählt», sagte eine Zuschauerin.

Ein Sprung ins Unglück

Zusätzlich wurde im Rahmen des Eglisauer Brückenjahres am Donnerstag im katholischen Pfarreizentrum der 1979 in Eglisau gedrehte Film «Der Sprung von der Brücke» gezeigt.

Der titelgebende Sprung von der Brücke wurde vom deutschen Stuntman Wolfgang Köpke ausgeführt. Mit dem 43-Meter-Sprung sicherte er sich den Europarekord; bei seinem Versuch ein Jahr danach in San Francisco den Weltrekord von der Golden Gate Bridge zu brechen, kam Köpke ums Leben.

Erstellt: 22.07.2019, 15:57 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben