Kloten auswärts (2)

Ein Gastgeber mit inneren Werten

Ein Idyll ist es wahrlich nicht, was die Klotener und ihre Fans in Weinfelden erwartet. Doch auf den zweiten BIick offenbart die «Güttingersreuti» ihre Qualitäten. Und ein Abstecher ins Städtchen der Gastgeber lohnt sich allemal.

Der Zürcher Unterländer besucht die Stadien der künftigen Gegner des EHC Kloten in der Swiss League. Diesmal: die Güttingersreuti in Weinfelden.
Video: Michael Caplazi

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Diese Umgebung, muss man erst einmal verdauen. Das Stadion Güttingersreuti, Spielstätte des HC Thurgau, liegt inmitten eines eher charmefreien Konglomerats von Autowerkstätten, Recyclingbetrieben und Reifenhändlern. Parkplätze hat es hier genug. So grau wie das Quartier ist die Fassade des 1971 errichteten Stadions. Die einzige Zierde scheint in der Tat die Bescheidenheit zu sein.

Wer die Geschäftsstelle des Heimklubs HC Thurgau sucht, findet diese in einem Containermodul neben der Eishalle. Eine Führung durch das Stadion? Kein Problem, sagt Tim Bertsche. Als einer der drei Torhüter der 1. Mannschaft und Mitarbeiter der Geschäftsstelle kennt er die Güttingersreuti aus allen Perspektiven. Sie bietet 2319 Steh- und 561 Sitzplätze, fasst also total 2 880 Zuschauer. 21 Franken bezahlt ein Erwachsener für einen Stehplatz, mit Ermässigung kostet er 16 Franken, Jugendliche von 7 bis 15 Jahren bezahlen 5 Franken. Wer sich einen Sitzplatze leisten will, berappt 32 Franken.

Treue Fans und Sponsoren

«Natürlich hoffen wir, dass die Spiele gegen Kloten noch mehr Zuschauer bringen», sagt Bertsche. Nicht nur solche, die aus dem Zürcher Unterland anreisen. «Hier in der Region gibt es viele Kloten-Fans», weiss der 19-Jährige. Seine Mannschaft dürfe auf «treue, leidenschaftliche und wertschätzende Anhänger» und zwei Fanclubs zählen: die «East Amigos» und der Fanclub Bodensee.

Auch was die Sponsoren betrifft, sei man breit abgestützt. «Wir sind ein familiärer Verein», sagt Bertsche. Und einer, der umsichtig wirtschaftet. Bei einem Budget von rund 3 Millionen hat man 2017 mit 140 000 Franken Gewinn abgeschlossen. Die Thurgauer Eishockey AG unterstützt die Juniorenabteilung, die HCT Young Lions AG, jährlich mit 20000 Franken

Heustock und Dörfli

Stolz ist man in der Güttingersreuti auf den «Heustock» , ein hölzerne Empore unter dem gewölbten Dach. Der Ausblick auf die Eisfläche und das attraktive Catering sorgen dafür, dass der «Heustock» lange im Voraus ausgebucht ist. Wer nicht ganz nach oben schafft, muss nicht hungern. Bratwürste, Hamburger und Schnitzelbrote werden an zwei Ständen angeboten. Soweit, so traditionell. Doch gleich neben dem Stadion warten die Thurgauer «Thurgauer-Dörfli im Western-Stil auf. Dieses beherbergt das «Tilsiter-Stübli», wo man sich zum Fondue oder Grillteller trifft. Im Schützengarten Corner, einer Sports-Bar, wird nach den Partien gefeiert und diskutiert. Auf Grossleinwand werden aktuelle Sportsevents übertragen

Ein Abstecher ins Städtchen des Gastgebers lohnt sich. Zahlreiche schmucke Riegelbauten und die erhaben gelegene Reformierte Kirche sind bestens dazu geeignet, das Auge mit dem neuen Gastgeber des EHC Kloten zu versöhnen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.07.2018, 14:40 Uhr

Der Weg zum Stadion Güttingersreuti

HC Thurgau

Aus drei Teams wird ein regionaler Spitzenklub

Vereinsgeschichte: Der HC Thurgau wurde 1989 gegründet, aus den noch heute existierenden EHC Frauenfeld, EHC Kreuzlingen und EHC Weinfelden. Man wollte den Fans eine regionale Mannschaft bieten, die in der Nationalliga spielt und den Thurgau landesweit vertritt. Nach zwei Saisons wurde der HC Thurgau 1.Liga-Meister und stieg in die damalge Nationalliga B auf. Nach dem Abstieg 2004/2005 in die Amateurliga kehrte der HCT nur ein Jahr später in die NLB zurück, wo er sich halten kann. 2014 schaffte der HC T, nach fünf Jahren Unterbruch, die Playoff-Qualifikation, wo in den Viertelfinals die SCL Tigers Endstation waren. Im Juni 2014 wurde der HC Thurgau in Hockey Thurgau umbenannt, kehrte aber drei Jahre später zu HC Thurgau zurück. Die vergangene Saison war die erfolgreichste seit 14 Jahren. Die Qualifikation beendeten die «Leuen» als Sechste und scheiterten im Viertelfinal über sechs Spiele am späteren Finalisten EHC Olten.

Zuschauerzahl Saison 17/18: 900 bis 1800

Bekannte Spieler: Marco Bührer (1999-2000), Morgan Samuelsson (1999-2001), Marc Savard (2004), Todd Elik (2009), David Aebischer (2014), Benjamin Winkler (2015)

Einwohnerzahl Weinfelden: 11 305 (2017)

Nächste Beiz: «Tilsiter-Stübli», und Schützengarten Corner im «Thurgauer-Dörfli». Ein Tilsiter-Fondue à discrétion kostet 25 Franken pro Person. Nach jedem Heimspiel trifft man dort mindestens zwei Spieler der 1. Mannschaft.

Kloten spielt hier am: Freitag, 20. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 9. Dezember 2018, 18.30 Uhr; Freitag, 4. Januar 2019, 20 Uhr.

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