Embrach

«Einfrieren tue ich die Himbeeren nicht, dazu sind sie viel zu gut»

Gemüse und Beeren selber pflücken macht immer mehr Menschen froh. Sie wertschätzen damit die Arbeit des Gemüseanbauers und wissen, woher die süssen Früchtchen stammen.

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An Embrachs Sonnenhügel bauen Mirjam und Werner Weidmann seit über 20 Jahren Beeren und Gemüse an. Damit bedienen sie die Märkte in Embrach und Kloten.

Auf ihrem Hof wachsen aber auch Tomaten und verschiedene Beerensorten zum Selberpflücken. Die Gelegenheit wird von Städtern ebenso gerne genutzt wie von Dorfbewohnern.

Persönlich Anweisung geben

Mit einem E-Trottinett saust Betriebsleiterin Mirjam Weidmann zwischen Gemüsekulturen, Beerenstauden und Hofladen hin und her, kümmert sich um die Kunden, betreut den Hofladen und bereitet das Sortiment für den Markt vor.

Wer seine Beeren selber pflücken will, muss sich zuerst bei ihr melden. Weidmann zeigt dann, wo man sie ernten darf und wie die sensiblen Beeren zu handhaben sind.

«Einfrieren tue ich die Himbeeren nicht, dazu sind sie viel zu gut.»Helga Posch, 
Kundin aus Zürich
angetroffen beim Beerenpflücken

Ruth und Jürg Reimann sind aus Effretikon angereist, sie wollen Brombeeren ernten. «Viele Jahre lang hatten wir einen eigenen Garten», berichtet Ruth Reimann. Vor zwei Jahren haben sie diesen aufgegeben, möchten aber «auf die schönste Arbeit im Jahr nicht verzichten». Deshalb kommen sie nun hierher, um gartenfrische Naturprodukte zu ernten. Sie achten darauf, nur die tiefschwarzen Beeren zu lesen.

Einige Reihen weiter bewegen sich zwei junge Frauen aus der Stadt Zürich in den Heidelbeerenstauden. Sie schätzen es, zu wissen, wo ihre Nahrung gedeiht. Erst wenn man selber einmal ein Korb voll Beeren geerntet habe, wisse man, wie viel Arbeit, aber auch Freude das einem gebe, finden sie. Ausserdem sei es total fein, eine der sonnenwarmen Beeren direkt in den Mund zu stecken.

Newsletter für die Kunden

Damit die Kunden wissen, wann welches Gemüse und welche Beeren erntereif sind, informiert sie Gemüseanbauer Werner Weidmann mittels Newsletter täglich über den Stand. Auf der Internetseite seines Betriebes sind die Reifezeiten vermerkt, Fotos informieren über den Reifegrad und Rezepte liefern Ideen.

Sieben Beerensorten, Pfirsiche, Mirabellen und etliche Gemüse wie grüne Bohnen, Kefen, Schnittmangold und verschiedene Tomatensorten gedeihen hier oberhalb von Embrach. Total bewirtschaften die Weidmanns mithilfe ihrer beiden erwachsenen Söhne und zwei Saisonmitarbeitenden elf Hektaren Kulturland.

Ihren Kunden erklären sie, welche Pflege die Beerensträucher erhalten. So wachsen zum Beispiel die Heidelbeerstauden in grossen Kübeln und erhalten hin und wieder etwas Holzschnitzel. «Die Heidelbeeren mögen sauren Boden, und mit den Holzschnitzeln führen wir ihnen die nötige Säure hinzu», erklärt Mirjam Weidmann.

An heissen Sommertagen brauchen alle Pflanzen mehr Wasser als üblich. «Die Himbeeren sind gegen Hitze etwas widerstandsfähiger als andere Beeren.» Auf die Qualität habe die Hitze keinen Einfluss, versichert sie.

So konsultierte auch Kundin Helga Posch zuerst das Internet, bevor sie sich aus Zürich auf den Weg nach Embrach machte. «Es ist einfach wunderschön, draussen zu arbeiten und die Landschaft zu geniessen», sagt sie. Aus den Himbeeren wird sie Konfitüre kochen, oder sie mischt sie unters Müsli. «Einfrieren tue ich sie nicht, dazu sind sie viel zu gut», sagt Posch.

Damit alles geordnet zu und her geht, gibt es Pflückregeln. So müssen zum Beispiel Cassis- und Johannisbeeren mit Stiel geerntet werden, während bei den Himbeeren und Brombeeren nur die Frucht genommen werden darf. Solche Regeln helfen auch, dass der nächste Pflücker unversehrte Früchte vorfindet.

Mirjam Weidmann achtet darauf, dass diese Regeln eingehalten werden – und schon flitzt sie wieder mit dem E-Trottinett Richtung Hoflädeli, wo weitere Arbeit auf sie wartet.

www.beeren.ch

Erstellt: 13.08.2019, 16:05 Uhr

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