Kloten/Davos

Flyers fahren gestrandete Fans nach Hause

Die Spieler der Kloten Flyers zeigten sich nach dem gestrigen Match gegen Davos trotz Niederlagenfrust hilfsbereit: In ihrem Car nahmen sie 23 Fans zurück mit nach Kloten, deren Bus zuvor verunfallt war.

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Der gestrige Playoff-Abend begann bitter für den Fanclub «Kloten Flyers». Ihre Mannschaft unterlag im Auswärtsspiel gegen den HC Davos 4:1 und verlor das erste Spiel der Viertelfinalserie deutlich. Doch damit nicht genug: Als die 23 Fans mit ihrem Car die Heimfahrt nach Kloten antreten wollten, wurden sie, nur wenige Meter von der Davoser Vaillant Arena entfernt, unsanft gestoppt.

Auf einer steilen, schneebedeckten Strasse rutschte ein anderer Bus, der keine Schneeketten montiert hatte, rückwärts in den Car der Unterländer. Das Gefährt wurde dabei so stark beschädigt, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. «Wir hätten ungefähr drei Stunden warten müssen, bis wir mit einem Ersatzbus hätten weiterfahren können», erzählt der Flyers-Fan Victor Porchet.

«Hollenstein machte sich für uns stark»

Doch dann nahm der Abend eine unerwartete Wende. Zurück im Stadion, wo die Fans an der Wärme auf den Ersatzbus warten wollten, trafen die Unterländer auf die Spieler der Kloten Flyers und erzählten ihnen vom Unfall. «Tanja Bolliger und Barbara Glas-Rüeger, zwei sehr aktive Frauen im Fanclub, suchten das Gespräch mit den Spielern», erzählt Porchet. Mit Erfolg: Die Sportler hatten Mitleid mit ihren gestrandeten Fans. «Denis Hollenstein machte sich für uns stark und bat seinen Coach, uns in ihrem Car mit nach Kloten zu nehmen.»

Sean Simpson willigte ein – unter der Bedingung, dass die Unterländer die Regenerationsphase der Mannschaft respektieren und sich ruhig verhalten. Und so stiegen Spieler, Coach und Entourage samt Fans in den Doppelstöcker. «Hollenstein stellte sich vor den Eingang und wies jeden an, entweder oben oder unten Platz zu nehmen», sagt Porchet. Weil den Spielern normalerweise zwei Plätze zur Verfügung stehen und sie zusammenrückten, fand jeder einen freien Sitz. Gegen halb zwei Uhr morgens erreichte die Truppe schliesslich Kloten.

Ein Cordon bleu zum Dank

Der Club bestätigt die spontane Hilfsaktion vom Donnerstagabend. «Das ist doch selbstverständlich», sagt Beat Equilino, Mediensprecher der Kloten Flyers. «Wir hatten ja genügend Platz und die Fans hätten drei Stunden auf einen Ersatzbus aus Kloten warten müssen.»

«Es war ein riesen Ding für uns», sagt Victor Porchet. Nicht, weil sich der gestandene Fan den Kontakt zu den Spielern nicht gewohnt wäre – die Mannschaft ist regelmässig zu Gast in seinem Restaurant Häxehüsli in Baltenswil. Sondern vielmehr, weil sich das Team nach einer solchen Saison und einem solchen Spiel so grosszügig gezeigt hat. «Mit der Aktion haben sie bewiesen, dass ihnen ihre Fans sehr wichtig sind.» Schon jetzt weiss der Beizer, wie er den Flyers danken wird: «Ich werde sie alle bei mir zu einem Cordon bleu einladen.»

Erstellt: 04.03.2016, 14:14 Uhr

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