Oberglatt

Gemeinderat gerät mit Juso in Disput

Der Gemeinderat hielt als Legislaturziel fest, mehr «bildungsnahe» Familien anzuziehen. Dagegen wehrt sich die Juso Zürich Unterland.

Die Legislaturziele der Gemeinde Oberglatt haben die Juso Zürich Unterland auf den Plan gerufen.

Die Legislaturziele der Gemeinde Oberglatt haben die Juso Zürich Unterland auf den Plan gerufen. Bild: Archiv / Madeleine Schoder

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«Mehr ‹bildungsnahe› Familien für Oberglatt» titelte der ZU unlängst. Der Gemeinderat von Oberglatt hat mitunter dieses Legislaturziel für seine Gemeinde festgehalten. «Es ist nicht mehr als ehrlich, zu sagen, dass unsere Demografie in Sachen soziale Schichten – in die Zukunft geblickt – nicht sehr positiv aussieht», sagte Gemeindepräsident Roger Rauper. «Wenn wir unsere sozialen Lasten in Zukunft minimieren wollen, brauchen wir steuerkräftigere Personen in Oberglatt.»

Dies rief nun die Juso Zürich Unterland auf den Plan. In einem offenen Brief wendet sie sich an Gemeindepräsident Rauper sowie den Gemeinderat. Max Töpfer, Präsident der Unterländer Jungpartei, schreibt, dass der Begriff «bildungsfern» von der deutschen Armutskonferenz als eine Diskriminierung von armen Menschen definiert werde und so viel wie «ungebildet» bedeute. Aus der Wahl des Begriffes lasse sich schliessen, dass Oberglatt in Zukunft nur für Familien mit akademischem Hintergrund attraktiver werden soll.

«Dabei scheinen Ihnen die anderen 65 Prozent der Bevölkerung, die über keinen Hochschulabschluss verfügen, egal zu sein. So findet sich beispielsweise im Legislaturprogramm kein Ziel für den Erhalt von preisgünstigem Wohnraum für Familien mit kleinem Einkommen oder für den Ausbau von bezahlbaren Kinderbetreuungsplätzen», hält Töpfer weiter fest. Die Juso sei vielmehr der Ansicht, dass sich die Gemeindepolitik für alle Einwohnerinnen und Einwohner einsetzen müsse anstatt nur für die Gutverdienenden unter ihnen. Aus diesem Grund missfalle der Jungpartei das Legislaturziel des Gemeinderats «zutiefst».

Gemeinderat nimmt Stellung

In der Gemeinderatssitzung vom Dienstagabend hat der Gemeinderat nun Stellung zum Juso-Schreiben genommen. Ihm liege viel an einer heterogenen Gesellschaft, weshalb er in den letzten Jahren stark in Themen wie Integration und kulturelle Vielfalt investiert habe.

Unter «bildungsnah» verstehe er in diesem Zusammenhang: «an Bildung und Schule interessiert, der Bildung einen hohen Wert beimessend, in diesem Sinne ‹bildungsinteressiert›». Von einer Akademisierung in Oberglatt sei in keiner Weise die Rede. Gemeint seien vielmehr jene Einwohnerinnen und Einwohner von Oberglatt, «welche sich für die schulische Leistung ihrer Kinder interessieren, sie gezielt unterstützen wollen», und die «das Zusammenleben in der kulturellen Vielfalt von Oberglatt mitgestalten, die soziale Gleichstellung mittragen und sich am Dorfleben beteiligen.»

Weiter schreibt der Gemeinderat, dass die absolute Gegenüberstellung der Begriffe «bildungsnah» und «bildungsfern» die tägliche Unterstützung der Gemeinde und auch ihrer Bewohnerinnen und Bewohner gegenüber sozial Benachteiligten in Frage stelle. «Dabei wurde klar verkannt, dass die Gemeinde Oberglatt grosse integrative Anstrengungen auf sich nimmt und bereits heute eine grosse Palette an Programmen, meist zugunsten sozial schwächeren Schichten, umgesetzt hat.»

Beispielsweise gebe es Angebote im Zusammenarbeit mit der Schule, der Kirche und Vereinen, und es verstehe sich von selbst, dass diese auch in Zukunft bestehen sollen. Jedoch dürfe dabei nicht vergessen werden, dass diese Angebote auch finanziert werden müssen und dass «das vorherrschende finanzpolitische System dem Ausgleich der Soziallasten zu wenig Rechnung trägt.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.02.2019, 15:16 Uhr

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