Eglisau

Hier wird Geschichte greifbar gemacht

Das Bauernmuseum in Eglisau möchte die Geschichte zum Erlebnis machen. Deswegen öffnete das Museum seine Tore zum ersten von vier Thementagen dieses Jahr.

Im Bauernmuseum Eglisau liegen die Gegenstände von früher bewusst herum. Das Publikum soll sie anfassen und mit ihnen hantieren.

Im Bauernmuseum Eglisau liegen die Gegenstände von früher bewusst herum. Das Publikum soll sie anfassen und mit ihnen hantieren. Bild: Sibylle Meier

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Das in Eglisau Geschichte greifbar gemacht wird, ist kein Geheimnis. In der gut erhaltenen Altstadt überfällt einen die Historie an jeder Ecke. Aber nicht nur alte Häuser erzählen Geschichten von früher. Im Bauernmuseum von Eglisau finden sich eine ganze Sammlung von Gegenständen, die alle vom Alltag vergangener Zeiten berichten.

Grössere Bekanntheit erreichte es insbesondere mit dem sehr beliebten Mosttag der im Herbst stattfindet, für welchen das Museum im letzten Jahr sogar ausgezeichnet wurde. Die Goldene Kolanuss, der Eglisauer Innovationspreis, wurde dem Museum für diese Veranstaltung verliehen. Auch im neuen Jahr möchte das Museum innovativ bleiben. Deshalb werden im Museum über das Jahr verteilt mehrere Thementage veranstaltet.

Am Sonntag fand dann auch der erste Thementag unter dem Motto «Entdecken» statt. Treffend, denn zu entdecken gab es bestimmt genug. So fanden die Besucher in einer scheinbar als Kommode gezimmerten Möbel ein Nachttopf, in dem man sein Geschäft diskret verrichten konnte, ohne nach draussen zu gehen. Oder sie entdecken ein Gerät zum Dengeln von Sensen.

Schnitzeljagd durchs Museum

Thomas Koch ist sowohl der Museumsgründer als auch der jetzige Verantwortliche des Museums und eigentlich der Kopf hinter der Ausstellung. Für den Thementag vom Sonntag lancierte er eine Art Schnitzeljagd durch das Museum. Die Besucher mussten bestimmte Gegenstände finden und Buchstaben auf ihnen notieren: Die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge ergaben das Lösungswort.

Thomas Koch eröffnete das Museum bereits als 16-Jähriger.

Viele der Ausstellungsgegenstände kommen aus dem Besitz seiner Familie. Er eröffnete das Museum bereits mit 16 Jahren. Er erklärt: «Wir hatten viele alte Sachen rumstehen und in anderen Museen gab es etwa ähnliche Gegenstände.» So kam er auf die Idee selbst ein Museum aufzumachen. Mit dem neuen Jahr ändern sich nun aber die Öffnungszeiten des Museums. Statt jeden Monat einmal zu öffnen, veranstaltet Koch nun die Thementage. Am 4. Mai wird es zum Thema «Rüsten» zahlreiche Aktivitäten geben und am 13. Juli möchte er zum Thema «Werken» den Gebrauch alter Werkzeuge den Besuchern vermitteln. Und im Herbst gibt es natürlich wieder den Mosttag am 13. Oktober, bei dem die Besucher selbst Most herstellen können.

Ausbau der Trotte

Thomas Koch möchte kein Museum im eigentlichen Sinn führen: «Museum klingt ja auch immer etwas langweilig», meint der gelernte Schreiner und Wagner dazu. Er möchte, dass man die Gegenstände anfasst und mit ihnen hantiert. Deswegen kam er auf die Idee mit den Thementagen. Mit dem kleinen «Museums-OL», wie er die Schnitzeljagd nennt, hat er auf jeden Fall Erfolg bei den Besuchern: Susanne Forrer aus Bülach meint: «Die Aufgaben sind nicht sehr einfach, aber machbar und ich liebe solche Rätsel. Also für mich ist es ideal.»

Für Thomas Koch hört die Arbeit aber nicht mit der Organisation der Thementage auf. Er möchte noch in diesem Jahr einen Verein für das Museum gründen. «Damit kann ich besser unterstützt werden von Helfern und diese hätten auch ein Mitspracherecht», erklärt er seine Absicht.

Ein Langzeitprojekt ist der Ausbau der Trotte ein paar Meter vom jetzigen Museum entfernt. Dorthin möchte Thomas Koch sein Museum umziehen. «Das wird dann eine Erlebnistrotte», meint Koch. Denn auch dort sollte man Geschichte erleben.

Weitere Informationen und Öffnungszeiten gibt es hier. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.01.2019, 13:47 Uhr

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