Bülach

Kantischüler wollen zwei Jokertage

Durch eine Einzelinitiative im Kantonsrat wollen Bülacher Gymischüler erreichen, dass sie zwei freie Tage pro Jahr zur freien Verfügung erhalten. Oft werde geschwänzt, wenn Gesuche nicht bewilligt würden.

14 Schüler der Kanti Bülach und ihr Lehrer Beat Brunner setzen sich für Jokertage ein.

14 Schüler der Kanti Bülach und ihr Lehrer Beat Brunner setzen sich für Jokertage ein. Bild: Urs Jaudas

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Im Gegensatz zu anderen Schulstufen haben Gymischüler im Kanton keine Jokertage – also Ferientage, die sie zu beliebiger Zeit während des Jahres einsetzen können. 14 Schüler der Kantonsschule Zürcher Unterland (KZU) in Bülach wollen dies ändern. Das schreibt der «Tages-Anzeiger» in seiner gestrigen Ausgabe. Sie besuchen einen klassenübergreifenden Semesterkurs, in dem es darum geht, eine Kampagne zu einem bestimmten Thema zu entwickeln. Als Thema haben die Kursteilnehmer Jokertage definiert.

«Ehrlichkeit fördern»

«Wir wollten etwas erreichen, das allen Gymischülern etwas bringt», sagt der 16-jährige Dominic Fierz gegenüber dem Tagi. Seine Mitschülerin Linda Eisenegger ergänzt: «Jokertage sind ein grosses Bedürfnis.» Die Einzelinitiative, welche nun beim Kantonsrat eingereicht wurde, hat Kursleiter und Geschichtslehrer Beat Brunner unterschrieben. Die 14 Schüler und Brunner haben sie zusammen formuliert.

Damit die Jokertage an den Zürcher Gymnasien eingeführt werden können, muss das Gesetz geändert werden. Also sieht die Initiative vor, dass «das Mittelschulgesetz und die Schulordnung der Kantonsschulen so geändert werden, dass den Schülerinnen und Schülern das Recht zusteht, dem Unterricht ohne Vorliegen von Dispensationsgründen maximal zwei Tage pro Schuljahr fernzubleiben». Die Schüler sind gemäss des Initiativtextes zur Nacharbeit verpflichtet. Nicht bezogene Jokertage verfallen am Ende des Schuljahrs.

Weiter heisst es im Text, dass Schüler angesichts des strengen Absenzenwesens kaum eine Chance hätten, ausserordentlichen Anlässen, die für sie äusserst wichtig seien, beizuwohnen. Dies sei beispielsweise ein bedeutender Sportevent oder ein Konzert. Solche Anlässe stellten wertvolle Erfahrungen für die Schüler dar und seien eine Bereicherung für ihr Leben.

Auch die jetzige Handhabung von Absenzen kommt zur Sprache: «Bei Situationen, in denen ein Gesuch voraussichtlich abgelehnt wird, sehen sich die Eltern oft gezwungen, eine gefälschte Absenz zu unterschreiben. Sie sind dann in einem Zwiespalt zwischen dem Wunsch, dem Kind diesen speziellen Anlass zu ermöglichen und dem schlechten Gewissen, das eine Lüge nach sich zieht. In diesen Situationen wird oftmals geschwänzt. Mit Hilfe von Jokertagen können solche Situationen weitgehend verhindert und die Ehrlichkeit der Schüler gefördert werden.»

Rektor ist skeptisch

Jakob Hauser, Rektor der KZU, ist skeptisch gegenüber den Jokertagen. «Wir haben ein Schulprogramm, und Ferienverlängerungen würden üblicher. Dies würde unseren Unterricht einschränken.» Hauser, der selber Geschichte unterrichtet, sieht zwar auch einen Vorteil: «Die Handhabung der Absenzen würde vielleicht etwas vereinfacht. Den anständigen Familien, die zum Beispiel einen Tag Ferien für eine Hochzeit im Ausland brauchen, macht man es leichter.» Jedoch werde es weiterhin Leute geben, die das System ausnutzten. «Ich verspreche mir von den Jokertagen nicht so viel wie die Schüler», stellt der Rektor klar. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.06.2015, 17:39 Uhr

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