Bülach

Kirche segnet die tierischen Gefährten

Ein Tiergottesdienst in der reformierten Kirche zeigte, dass des Bülachers liebstes Haustier der Hund ist.

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Die auf ein Chorfenster der Reformierten Kirche Bülach gemalte Schlange bekam am Sonntag für einmal ein lebendiges Pendant. Denn am Tiergottesdienst hiess Pfarrerin Yvonne Waldboth nicht nur die üblichen Haustiere wie Hunde und Katzen willkommen, sondern auch eine in einem Terrarium mitgebrachte ungiftige Kornnatter.

Rund 130 Besucher wollten sich das tierische Spektakel nicht entgehen lassen. Über den Boden im Chor war grosszügig Heu und Stroh verteilt worden. Dort standen zwei Esel, ein Shetland-Pony und Leon, ein 15-jähriger Lamahengst. Er war eindeutig das grösste Tier in der Kirche. «Leon hat ein überaus liebenswertes Wesen», sagte dessen Besitzer Albert Meier aus Höri.

Artige Hunde in der Kirche

Auffallend hoch war die Zahl der mitgebrachten Hunde. Rund 30 Fellnasen hatten neben oder unter den Kirchenbänken Platz genommen und verhielten sich auffallend ruhig. Nur die neun Monate alte Berner Sennenhündin Lucy gab vereinzelt einen Laut von sich, was aber keinen der Besucher störte.

Auch Michele Iosca aus Bülach sang kräftig mit beim Lied «Himmel, Erde, Luft und Meer». Wie andere der Besucher hatte ihn sein morgendlicher Spaziergang mit dem Mischlingsrüden Bonito zur Kirche geführt. «Als ich all diese Tiere vor dem Eingang der Kirche sah, wurde ich neugierig», sagte der Hundebesitzer.

Kristiana Eppenberger brachte ihre Achatschnecke in den Gottesdienst mit.

Einen stilleren Gast hatte die Bülacherin Kristiana Eppenberger mitgebracht. Ihre Achatschnecke löste bei einigen Kindern grosse Bewunderung aus. Immerhin misst ihre gesamte Körperlänge fast 30 Zentimeter, wie Eppenberger erklärte. Ihr Haustier wurde dann spontan vom fünfjährigen Sitznachbarn Samuel auf den Namen Archibald getauft.

Wissen, wohin sie gehören

Mit Zitaten aus den Büchern Jesaja und Mose verstand es Pfarrerin Yvonne Waldboth, die Stellung der heutigen Haustiere in Zusammenhang mit der Bibel zu bringen. «Schon damals wussten die Menschen um die besondere Bedeutung der Tiere auf der Erde», sagte sie. So taucht immer wieder ein weiser Esel oder eine weise Eule auf. Aber auch Jesus habe in seinen Reden immer wieder Tierbilder gebraucht.

Schliesslich soll auch das Volk Israel unter den Schwingen eines Adlers beschützt worden sein. Kürzlich habe sie in einem Buch einer Hundeexpertin gelesen, dass ein Hund nie zu alt sei, um neue Tricks zu lernen. Das liesse sich auch auf die Menschen ummünzen. «Tiere kennen ihre Stellung in der Welt und haben keine quälenden Fragen», sagte Waldboth.

Gegen das Tierleid

Über den Schmerz und das Loslassen eines Haustieres nach dessen Tod wussten Sigrist Jürg Küng und Sigristin Eveline Kern eigene Erfahrungen aus ihrem Leben zu erzählen. Zum Abschluss des speziellen Gottesdienstes sprach die tierliebende Pfarrerin den Segen über die anwesenden Tiere aus, nicht ohne dabei auch an den Kampf gegen das alltägliche Tierleid in der Forschung oder in Schlachthöfen zu appellieren. Die Kollekte ging vollumfänglich an den Tierrettungsdienst in Winkel.

Erstellt: 09.09.2019, 15:37 Uhr

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