Kloten

Kloten darf Puck-Kreisel wieder enthüllen

Der prominente Kreisel in Kloten mit dem grossen Puck darf mit Logo stehen bleiben. Der Kanton Zürich hat die Bewilligung bis zur nächsten Instandstellung des Kreisels verlängert.

Der Puck-Kreisel wurde von zwei städtischen Angestellten wieder von der schwarzen Abdeckfolie befreit, als bekannt wurde, dass der Kanton seine Einwilligung dazu gegeben hat.

Der Puck-Kreisel wurde von zwei städtischen Angestellten wieder von der schwarzen Abdeckfolie befreit, als bekannt wurde, dass der Kanton seine Einwilligung dazu gegeben hat. Bild: Sibylle Meier

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Klotens grösster Eishockey-Puck darf wieder mit originalgetreuem Aufdruck mitten in einem Kantonskreisel stehen bleiben. So hat es der Zürcher Regierungsrat in einem behördlichen Beschluss festgehalten. Gestern ist das versöhnliche Ende des Kreisel-Knatsches bekannt geworden, als die Staatskanzlei die offizielle Antwort auf eine kantonsrätliche Anfrage von Mark Wisskirchen (EVP, Kloten) veröffentlicht hatte.

Seit fünf Jahren steht vor dem Hotel Welcome Inn auf der Schaffhauserstrasse ein rund 5 Meter grosser und über drei Tonnen schwerer Riesenpuck mit EHC-Kloten-Logo. Es ist das Produkt einer Jubiläumsaktion zum 80-jährigen Bestehen des örtlichen Hockeyclubs 2014 und steht nur dank einer befristeten Sonderbewilligung des kantonalen Tiefbauamts. Seit letztem Herbst fehlt jedoch die rechtliche Legitimation für den vermeintlich kommerziellen Kreiselschmuck, weshalb zumindest das Logo auf dem Puck verschwinden sollte. So wurde das geflügelte «K», des EHCs vorerst überklebt. Beim Kanton gab man sich bis zuletzt unnachgiebig und berief sich auf die geltenden Richtlinien für die rund 200 kantonalen Kreisel. Kommerzielle Kreiseldekorationen sind demnach verboten. Ab sofort gibts allerdings eine illustre Ausnahme in Kloten.

EHC-Präsident Mike Schälchli (Mitte) bringt Mark Wisskirchen (li.) und Thomas Peter als Dank eine Kreiseltorte ins Stadthaus. Foto: Florian Schaer

Das sagt der Kanton: «Da es sich vorliegend um einen Grenzfall handelt und der EHC-Puck für die Stadt Kloten über die Jahre zu einem ‹Wahrzeichen› geworden ist, hat das Tiefbauamt im Rahmen einer Neubeurteilung entschieden, die Bewilligung gestützt auf die Sondergebrauchsverordnung bis zur nächsten Instandsetzung des Kreisels befristet zu verlängern.» Tiefbauamtssprecher Thomas Maag sagt zur Dauer dieser Ausnahmeregelung: «Ein Betonkreisel des Kantons hat eine geschätzte Lebensdauer von rund 40 Jahren.» Da der fragliche Kreisel in Kloten vor rund zehn Jahren gebaut wurde, heisst das, Riesenpuck samt EHC-Kloten-Logo dürften problemlos auch zum 100-Jahr-Jubiläum des Klubs im Jahr 2034 stehen. Es sei denn, die kantonalen Verkehrsplaner würden dort dereinst eine Kreuzung mit Lichtsignalanlage vorsehen oder der Strassenraum müsste anderweitig umgestaltet werden. Zum anderen heiss diskutierten Kreisel schreibt der Regierungsrat: «Die Bewilligung für die Kreiselgestaltung mit der Swiss-Heckflosse wurde 2011 erteilt.» Das sei wohl gemerkt noch vor dem Inkrafttreten der heute geltenden Vorgaben gewesen. Und zum strittigen Punkt des Kommerz: «Die Swiss wollte damals ihre Logos rund um den Kreisel platzieren. Dies wurde jedoch schon damals nicht bewilligt.»

Das sagt Mike Schälchli, Präsident des EHC Kloten: «Jetzt müssen wir dem Puck lange, lange Sorge tragen. Das ist wie ein 2-0-Sieg für uns, nachdem die Abstimmung über den Ersatz fürs Ausseneisfeld schon so klar ausfiel im November.» Es sei ein emotionell wichtiger Sieg für den Verein, fügte Schälchli bei seinem Kurzbesuch im Stadthaus am Donnerstagmittag an – «nur gibt es dafür leider keine Punkte». Das Klotener Klublogo auf dem riesigen Puck im Kreisel stehe für mittlerweile 87 Jahre Tradition – «das andere ist nur ein Paragraf». In seinen Händen balancierte der wirblige Klubpräsident eine originelle Tortenkreation in Form des umstrittenen Kreisels samt Puck und Logo. «Ich danke der Stadt ganz herzlich für ihren grossen Einsatz zugunsten unseres EHC.» Verwaltungsdirektor Thomas Peter und Mark Wisskirchen (EVP) nahmen in Abwesenheit von Stapi René Huber (SVP) Torte, Lob und einige Mini-Schoko-Pucks der lokalen Grossbäckerei als Anerkennung entgegen.

Das sagt René Huber, Stadtpräsident von Kloten: «Ich bin froh, dass die Sache nun beendet ist. Schliesslich will ich nicht als Kreiselpräsident in die Geschichte eingehen.» Erleichtert ist er auch, dass der Club und die Fans sich kooperativ verhalten hätten und auf weitere Guerilla-Aktionen verzichteten, nachdem die erste Abdeckung des Logos im November über Nacht weggerissen wurde. Falls die Lage eskaliert wäre, würde es jetzt wohl keine solche Lösung geben. Deswegen sei er sehr dankbar und stolz auf die Klotener Fans. «Die haben sich vorbildlich zurückgehalten.» Huber wundert sich zuweilen über den grossen Wirbel, der entstand. Wo er auch hingegangen sei im Land, überall habe man ihn stets auf diesen Kreiselknatsch angesprochen. Dennoch sei er dem Kanton und dem zuständigen Amtschef dankbar für die nun getroffene Entscheidung. Dies obwohl so manche Sitzung ziemlich emotionsgeladen verlaufen sei und für manchen roten Kopf gesorgt habe, als die Protagonisten das Sitzungszimmer jeweils verlassen hätten. So hört man es jedenfalls aus dem Stadthaus. «Stimmt, aber das darfs auch geben», sagt Huber dazu. «Ich hege aber null Groll auf niemanden. Vielleicht können wir jetzt dann mal ein Bier trinken zusammen.»

Das sagt Mark Wisskirchen, Kantonsrat und Klotener Finanzvorsteher: «Dass der Regierungsrat und seine Baudirektion meine Anfrage (...) positiv und zu Gunsten des EHC-Kloten-Pucks beantwortet haben, freut mich riesig.» Als einziger Kantonsrat aus der Flughafenstadt hatte Wisskirchen kurz vor den Herbstferien mit einer parlamentarischen Anfrage an den Regierungsrat nochmals Druck aufgebaut. So war die Kantonsregierung verpflichtet eine Antwort zu liefern. Eigentlich habe er sich mehr erhofft. Denn einen wegweisenden Grundsatzentscheid über Club-Logos in Kreiseln gibt es weiterhin nicht, nur eine Ausnahme für Kloten. Wisskirchen bedauert dies, spricht aber dennoch von einer «einigermassen guten Lösung» und lobt, dass die Kantonsverantwortlichen auf ihren negativen früheren Entscheid zurückgekommen seien. «Ich glaubte eigentlich nicht mehr daran.» Nach Monaten der «schieren Sturheit» und «nicht zielführenden Gesprächen» im Stadthaus Kloten ist der Finanzvorsteher der Flughafenstadt jetzt aber umso glücklicher. «Unser EHC-Kreisel wird noch für etliche Jahre erhalten bleiben, das ist schön.»

Erstellt: 23.01.2020, 10:11 Uhr

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