Freienstein-Teufen

Mit Feuer den Frostnächten getrotzt

Auf den Rebflächen in Freienstein-Teufen haben Frostnächte schwere Schäden verursacht. Mit Pellets-Feuern konnte Winzer Andreas Schwarz einen Teil der Ernte retten.

Winzer Andreas Schwarz freut sich über Trauben, die Dank Heizeinsatz heranreifen.

Winzer Andreas Schwarz freut sich über Trauben, die Dank Heizeinsatz heranreifen. Bild: Olav Brunner

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Die Nächte vom 20. und 21. April in diesem Frühling wird die Familie Schwarz aus Freienstein-Teufen nicht so schnell vergessen. «Eine aggressive, bissige Kälte lag über unseren Rebbergen», erinnert sich Andreas Schwarz. Der Winzer – er liess sich in Wädenswil ausbilden und schloss mit dem Meisterdiplom ab – wusste, dass nur ein ausserordentlicher Einsatz die totale Vernichtung der Traubenernte verhindern konnte: «Jetzt muss ich etwas tun.» Wärmekerzen aus Paraffin waren alle ausverkauft oder Geschäfte wegen der Osterfeiertage geschlossen.

Noch nie solchen Frost erlebt

Schwarz besorgte sich Holzpellets, in Säcken zu 15 Kilogramm abgepackt. In der am meisten gefährdeten Senke, im untersten Rebbergteil, positionierte er 200 Haufen zwischen den Rebenstöcken und zündete sie mit Lampenöl an. «In der ersten Nacht hatten wir etwas Mühe, die Haufen richtig zum Brennen zu bringen, die Rauchschwaden zogen bis ins Dorf hinunter», erklärte Schwarz am Freitagabend einigen Gästen und Kunden bei einem Rundgang durch die Rebberge seine Frostbekämpfungsmethode. Die Pellets wurden morgens um drei Uhr angezündet, um der kältesten Periode in der Nacht zu begegnen. Das Heizmaterial für eine Hektare Rebfläche kostete rund eintausend Franken. Es war bereits der zweite Kälteeinbruch innerhalb kurzer Zeit. Schon im vergangenen Jahr zerstörte der Frost rund die Hälfte der Ernte. In diesem Jahr kam hinzu, dass die Reben vom Regen total durchnässt waren und sich auf den Blättern und Knospen Eis bildete. «Frostnächte im April sind nicht aussergewöhnlich, aber durch den warmen Frühling trieben die Reben vorzeitig aus», erklärte Schwarz die diesjährigen hohen Verluste. So intensive Frostnächte hatte Schwarz noch nie erlebt und auch sein Vater konnte sich nicht an ähnliche Vorkommnisse erinnern.

Ausfall von bis zu 60 Prozent

Nicht alle Sorten wurden gleich schwer getroffen. Am meisten gelitten haben die Pinot Noir-Rebstöcke. Die Chardonnay-Reben trieben am frühesten aus, deshalb hat Schwarz diesen Teil seiner 6,5 Hektaren grossen Rebfläche beheizt. Am wenigsten Schäden entstanden bei den Merlot-Rebstöcken. Über die Qualität der diesjährigen Ernte macht sich Schwarz aber keine grossen Sorgen: «Wir keltern das Traubengut selber und können die Qualität des heranreifenden Weines stets überwachen und beeinflussen. Trotz der Frostschäden erwarten wir eine gute Qualität, wenn nicht noch ein Hagelwetter die Trauben schädigt.» Schwarz ist überzeugt, dass sich der Frostschutz durch die nach seiner Idee gezündeten Pelletsfeuer gelohnt hat: «Ich werde diese Methode auch in Zukunft anwenden.» Allerdings wird es ihm nicht möglich sein, den gesamten Rebberg mit rund 30 000 Rebstöcken, die er zusammen mit seiner Frau Prisca und seinem Vater bewirtschaftet, zu beheizen. «Trotz des geschätzten Ernteausfalls von fünfzig bis sechzig Prozent können wir zufrieden sein. Das letzte Jahr war viel schlimmer, neben den Frostschäden kam noch eine verbreitete Fäulnis dazu.» Und Andreas Schwarz ist zuversichtlich, was die Zukunft anbelangt: «Die Natur hilft sich immer wieder selber.»

(zuonline.ch)

Erstellt: 16.07.2017, 14:50 Uhr

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