Hardwald

Pläne für 1,2-Millionen-Aussichtsturm

Im Gebiet Herrenholz soll 2021 ein Aussichtsturm aufgestellt werden. Bezahlen will man ihn mit dem ZKB-Jubiläumsbatzen.

An der Klotener «Landsgemeinde» von 2016 hatte man sich noch den Aussichtsturm Altberg zum Vorbild genommen.

An der Klotener «Landsgemeinde» von 2016 hatte man sich noch den Aussichtsturm Altberg zum Vorbild genommen. Bild: Visualisierung

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Die Idee ist nicht neu. «Das Thema Aussichtsturm im Hardwald hat schon lange zur Diskussion gestanden», sagt Christian Pfaller. Er ist Gemeinderat in Bassersdorf und präsidiert das Forstrevier Hardwald. Letztmals 2016, an einer «Landsgemeinde»-Veranstaltung in Kloten, wurde die Idee geäussert. Nur: Bislang hat der Sicherheitszonenplan der Flughafenregion den Turmbau vereitelt. Denn so nahe an anfliegenden Maschinen darf nicht höher als 45 Meter gebaut werden.

Jetzt könnte sich das ändern. Der besagte Sicherheitszonenplan soll angepasst werden. «Einerseits ist der Deckel von 45 Metern eine internationale Vorgabe», sagt Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl). «Andererseits durchstossen wir in Zürich diese Grenze ohnehin schon da und dort.» Gerade in einem Wald wäre es aber irrwitzig, wenn jeder einzelne Baum von mehr als 45 Metern Höhe als Luftfahrtshindernis eingetragen würde. Zwar bestehe die Höhenbegrenzung auch in Zukunft – und so oder so muss auch künftig jedes einzelne Bauvorhaben dem Bazl vorgelegt werden. «Man will aber etwas mehr Toleranz haben».

Fünf Standorte geprüft

Weil es nunmal in der Natur der Sache liegt, dass ein Aussichtsturm ein kleines bisschen höher sein sollte als die Baumwipfel um ihn herum, sieht man beim Forstervier Hardwald mit just dieser neuen Toleranz die Chance gekommen. Kurzerhand hat der Vorstand 7500 Franken gesprochen und liess die Zürcher Bausatz GmbH einen Vorbericht für einen Turmbau erstellen. «Wir haben insgesamt fünf mögliche Standorte geprüft», führt Präsident Christian Pfaller aus. Die Vorgaben waren klar: Der Turm muss innerhalb des Walds zu stehen kommen, an einem möglichst hohen Punkt. «Zudem war uns wichtig, dass er als Teil des Naherholungsangebots zu Fuss oder mit dem Velo erreicht werden kann. Der Standort muss also erschlossen sein, nicht dass noch zusätzliche Strassen nötig sind.» Die Wahl fiel auf das Gebiet Herrenholz, auch zuletzt aufgrund der zentralen Lage.

Die Kosten für den Bau werden mit 1,2 Millionen Franken veranschlagt. Einen solchen Betrag kann das Forstrevier als Zweckverband nicht stemmen. Entsprechend sollen die angeschlossenen Gemeinden den Bau finanzieren, und zwar über die Jubiläumsausschüttung der ZKB, die diese jeder Gemeinde im 2020 zukommen lässt und die 30 Franken pro Einwohner beträgt. Dabei ist ein Kostenschlüssel anhand der Einwohnerzahl der Gemeinden vorgesehen. Ausnahme: Weil Nürensdorf zwar Mitglied im Zweckverband ist, aber nicht an den Hardwald angrenzt, lässt man das Dorf aus. Dafür soll die Stadt Kloten als Nicht-Mitglied Kloten mitmachen.

Inzwischen haben Bassersdorf, Dietlikon, Opfikon und Wallisellen ihre Beteiligung grundsätzlich zugesagt. Mit diesem Support habe man das Anliegen nun auch in der Flughafenstadt deponieren können, sagt Pfaller. «Wir erwarten einen Bescheid etwa bis Ende Jahr.» Falle auch dieser positiv aus, ginge es an die Ausarbeitung des Vorprojekts. Eine Realisierung des Turms wäre dann Mitte 2021 vorgesehen. Allerdings: Die Anpassung des Sicherheitszonenplans ist noch nicht rechtskräftig.

Und woraus soll der Turm bestehen? Das ist für die Zuständigen vom Forstrevier gar keine Frage: «Wir sind ja selber Holzproduzenten, da ist es klar, dass auch unser Turm aus Holz sein muss.» Ob dabei alles Material aus dem eigenen Wald stammt, lasse sich noch nicht beantworten, «aber wenn immer möglich nehmen wir Holz von hier».

Erstellt: 08.11.2019, 17:40 Uhr

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