Bassersdorf

Rekurs gegen Grossprojekt abgewiesen

Die Emil Egger AG will in Bassersdorf für 20 Millionen Franken ein Logistikzentrum bauen. Das Projekt hatte sich wegen eines Rekurses verzögert.

Die Emil Egger AG konnte vor Gericht ihr Bauprojekt in Bassersdorf verteidigen.

Die Emil Egger AG konnte vor Gericht ihr Bauprojekt in Bassersdorf verteidigen. Bild: Archiv Christian Wüthrich

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Die Ostschweizer Logistikfirma Emil Egger AG hat grosse Pläne für ihren neuen Standort an der Grindelstrasse 5 in Bassersdorf. Da, wo heute ein Parkplatz liegt, sollen künftig ein rund 20 Meter hohes Gebäude sowie zwei 50 beziehungsweise 60 Meter lange Lagerhallen stehen. Auf dem 12'000 Quadratmeter grossen Areal sollen auch Büros für die Disposition gebaut werden, dazu Schulungsräume und Schlaf- kojen für Chauffeure.

Ursprünglich war vorgesehen, dass ab Februar in Bassersdorf an dem 20 Millionen Franken teuren Projekt gebaut würde. Doch es kam anders. Die Eurobus AG, die an der Grindelstrasse 8 gegenüber des geplanten Gebäudes liegt, hatte gegen das Projekt rekurriert. Deswegen musste sich das Baurekursgericht mit dem Fall beschäftigen.

Tor muss den ganzen Tag offen bleiben

Die Eurobus AG hatte das Projekt in verschiedenen Punkten angefochten. So machte sie geltend, dass Bauvorhaben sei gar nicht zonenkonform. Tatsächlich befindet sich das Grundstück in einer Industriezone der Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) III. In dieser Stufe sind – anders als etwa in der ES I, die etwa für Erholungszonen gilt – mässig störende Betriebe zugelassen. Die Rekurrentin machte aber geltend, dass mit dem Bauvorhaben 80 Lastwagenfahrten pro Tag verbunden seien. Und dazu kämen ja auch noch die Personenwagenfahrten für die 168 Abstellplätze.

Und weiter sei das geplante Logistikzentrum während 24 Stunden pro Tag im Betrieb. Von «mässig störend» könne in einem solchen Fall nicht mehr die Rede sein. Zudem sei die Einrichtung äusserst verkehrsintensiv, in einer Art und Weise, die nicht zulässig sei.

Die kommunale Vorinstanz sowie die Emil Egger AG hielten dagegen. Sie führten ins Feld, dass der Differenzierung zwischen nicht, mässig und stark störendem Gewerbe heute keine selbstständige Bedeutung mehr zukomme. Dies, weil dazu vor allem das neue Umweltschutzgesetz und die Lärmschutzverordnung entscheidend sind. Die erwähnte Unterscheidung ist nur noch wichtig, wenn es um raum- und ortsplanerische Fragen geht. Entscheidend sei deshalb allein die Frage, ob es sich bei dem Bauprojekt um einen Verkaufsbetrieb mit mehr als 500 Quadratmeter Verkaufsfläche, um einen Grossladen, ein Einkaufszentrum oder eine verkehrsintensive Einrichtung handle. Denn solche wären in der Zone verboten.

Das Baurekursgericht wies den Rekurs in diesem Punkt ab und stützte die Argumentation der Emil Egger AG. Es wies auch daraufhin, dass der Betrieb von 7 Uhr bis 19 Uhr stattfinden werde, nicht wie von der Eurobus AG erwähnt während 24 Stunden.

Gericht heisst Rekurs in einem Punkt teilweise gut

Auch in den übrigen sechs Einsprachepunkten erhielt die Eurobus AG nicht recht. So lehnte das Gericht etwa ab, dass das Projekt zu sehr den Baulinienbereich verletze oder dass die Lastwagenabstellplätze «gestalterisch-konzeptionell» nicht überzeugen würden.

Einzig bei einem Punkt hiess das Gericht den Rekurs zumindest teilweise gut: Das Arealtor muss künftig per Bestimmung tagsüber dauerhaft offen sein. Dies darum, weil die Emil Egger AG plant, auf dem Areal auch grosse Pneukräne zu parkieren. Die Rekurrentin führte an, dadurch sowie durch den Verkehr, der durch die übrigen Fahrten auf und von dem Areal entstehe, wäre der Warteraum für Personenwagen und Lastwagen vor dem Arealtor zu knapp. Dadurch würde der Verkehr auf der Grindelstrasse behindert. Durch das tagsüber dauerhaft geöffnete Tor soll allerdings ein möglicher Rückstau durchgehend verhindert werden.

Erstellt: 29.07.2019, 22:29 Uhr

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