Bülach

Unseriöser Autovermieter aus U-Haft entlassen

Der Lieferwagenabzocker aus Bülach sitzt nicht mehr in Untersuchungshaft. Mittlerweile verhält sich der Deutsche kooperativ.

Mit solchen Angeboten lockte der Autovermieter aus Bülach seine Kundschaft an. Nun ist er wieder auf freiem Fuss.

Mit solchen Angeboten lockte der Autovermieter aus Bülach seine Kundschaft an. Nun ist er wieder auf freiem Fuss. Bild: Archiv ZU / Madeleine Schoder

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Nach gut vier Monaten Untersuchungshaft ist der unseriös geschäftende Lieferwagenvermieter aus Bülach wieder auf freiem Fuss. Dies bestätigt der zuständige Staatsanwalt Andreas Wicky auf Anfrage. Der 34-jährige Deutsche wird beschuldigt, Lieferwagen zu Lockvogelpreisen vermietet und dann horrende versteckte Nebengebühren verrechnet und die gesamte Kaution einbehalten zu haben. Rund 240 mutmassliche Geschädigte konnten anhand der sichergestellten Mietverträge identifiziert werden.

Geld sichergestellt

Der Beschuldigte verhalte sich mittlerweile kooperativ. Zurzeit sei die Staatsanwaltschaft dabei, mit ihm einen Entschädigungsmodus auszuarbeiten. So sollen die Geprellten das zu viel verrechnete Geld zurückerhalten. Auf einem Konto in Österreich hat die Staatsanwaltschaft bereits im Juni rund 50 000 Franken sichergestellt. «Das Geld reicht aus, um die Geschädigten zu bezahlen und auch einen Grossteil der Verfahrenskosten zu decken», sagt Wicky.

Die zehn Lieferwagen des Deutschen stehen noch immer auf dem Parkplatz einer Gewerbeliegenschaft an der Feldstrasse. Die Staatsanwaltschaft hat die Fahrzeuge beschlagnahmt. Da aber genügend Geld beschlagnahmt wurde, erhält der Deutsche seine Autos wohl zurück.

Unlauterer Wettbewerb

Weil sich der Vorwurf, der Beschuldigte habe die Mietverträge nachträglich zum Nachteil einiger seiner Kunden abgeändert, nicht erhärtet hat, untersucht die Staatsanwaltschaft mittlerweile nicht mehr wegen gewerbsmässigen Betrugs, sondern nur noch wegen mehrfachen unlauteren Wettbewerbs. So gab sich der Vermieter auf seiner Homepage als «Testsieger» aus, obwohl er gar nie an einem Vergleichstest beteiligt war.

Die im Kleingedruckten auf der Rückseite der Mietverträge angebrachten versteckten Zuschläge sind nach Auffassung von Staatsanwalt Wicky ebenfalls unlauter. Den Beschuldigten erwartet im Falle eines Schuldspruchs eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Erstellt: 26.09.2016, 14:49 Uhr

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