Bülach/Watt

Unterländer Jungunternehmer auf Erfolgskurs

Seit dem letzten August kämpfen schweizweit 170 Miniunternehmen darum, «Young Enterprise Switzerland» zu werden. Unter den letzten 25 Start-Ups sind auch zwei Unternehmen mit Unterländer Beteiligung.

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Ein letztes Mal werden die Unterländer Jungunternehmer der Start-Ups Fancy Sox und Tulli Ende Mai ihr Unternehmen präsentieren. Sie werden an ihren Verkaufsständen in der Bahnhofshalle am Zürcher Hauptbahnhof stehen, gewillt, noch einmal ihr Bestes zu geben, um vielleicht den ganz grossen Coup zu landen, und zum besten Miniunternehmen 2015 erkoren zu werden. «Es wird schwierig», sagt Jason Antille, Schüler an der Kantonsschule Zürcher Unterland (KZU) und Marketingverantwortlicher der Kleidermarke Tulli. «Aber wir sind topmotiviert, weil wir wissen, dass wir eine Chance haben.»

Sechs Monate sind vergangen, seit die sechs Jungs von Tulli im Rahmen des Wirtschaftsfreifachkurses ihr Unternehmen gegründet und an der KZU erstmals vorgestellt haben. Ein Produkt verkauften die Kanti-Schüler damals: schwarze Winterkappen mit verschiedenen Motiven. Mit Erfolg, wie sich jetzt, einige Monate später, zeigt. 190 Mützen haben die Jungunternehmer verkauft. Einige Mützen entdeckten sie zufällig auf der Strasse auf den Köpfen ihrer neuen Besitzer wieder. «Das war ein komisches Gefühl. Ein bisschen surreal irgendwie», erzählt der 16-Jährige. «Aber es macht einen natürlich auch stolz.»

Mittlerweile hat sich bei Tulli einiges getan. Das Unternehmen setzt nicht mehr nur auf Mützen, auch Shorts für Damen und T-Shirts für Herren gehören seit Kurzem zum Sortiment. Wie schon die Beanies bedrucken die Jungs die neuen Produkte selber. Das Motiv der Kleider sind – passend zum Sommer – zwei gekreuzte Surfbretter. Die Ausweitung des Angebots ist nicht die einzige Änderung. Derzeit wird fleissig an einer neuen Website gearbeitet.

Bunte Bio-Socken aus dem Furttal

Die Konkurrenz von Tulli ist gross. Von den anfänglich 170 Miniunternehmen sind noch 25 im Rennen, die sich am 29. Mai am HB im grossen Schweizer Finale präsentieren werden. Energy-Bonbon-Produzenten sind darunter, App-Entwickler und Saucen-Hersteller. Auch gegen Fancy Sox werden sie antreten müssen. Sechs Schüler, darunter drei Furttaler, der Kantonsschule Zürich-Nord haben das Start-Up im Rahmen des Wirtschaftsunterrichts an der Kantonsschule Zürich-Nord gegründet.

Wie es der Name schon verrät, verkaufen Fancy Sox Socken. Der Clou: Sie sind in allen Farben erhältlich, bestehen aus Bio-Baumwolle und werden im Batikstil eingefärbt. 1000 Stück hat das siebenköpfige Team bereits verkauft. Auf ihrem Erfolg ausruhen wollen sich die Unternehmensgründer aber nicht. «An der Handelsmesse im Sihlcity wurden wir auf unsere bunt eingefärbten Shirts angesprochen», erzählt Finanzchefin Michèle Wieland aus Watt. «Wir haben die Shirts, die anfänglich nur als Standoutfit gedacht waren, deshalb auch in unser Sortiment aufgenommen.»

Im Sommer geht das Projekt von Young Enterprise Switzerland zu Ende. Entscheiden sich die Schüler nicht anders, werden ihre Miniunternehmen dann aufgelöst. «Wir werden nicht weitermachen», sagt die 18-Jährige. «Wir bekommen von der Schule keine zusätzliche Zeit mehr für das Projekt. Es nimmt jedoch sehr viel Zeit in Anspruch. Zeit, die wir künftig voll und ganz in unsere Maturarbeiten investieren wollen.» Und Tulli? «Wir haben uns noch nicht entschieden», sagt Antille. «Wir werden jetzt erst mal schauen, was am 29. Mai herauskommt.»

Erstellt: 19.05.2015, 16:56 Uhr

Young Enterprise Switzerland am HB

Im Rahmen des «Company Programme» von der Non-Profit-Organisation Young Enterprise Switzerland gründen und betreiben Jugendliche ein reales Unternehmen. Die Jungunternehmer präsentieren ihre Unternehmen an verschiedenen Handelsmessen. Am 29. und 30. Mai stellen sich die besten 25 an ihren Verkaufsständen vor und eine Jury wählt das beste Mniunternehmen 2015.

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