Bülach

Vier Spuren und eine Brücke

Die Schaffhauserstrasse nördlich von Bülach wird vierspurig. Gestern hat der Kanton die Bevölkerung informiert.

Der Kreisel Chrüzstrass nördlich des Bülacher Hardwalds und die darüberführende Schaffhauserstrasse könnten dereinst – mit Blick von Glattfelden her – so aussehen.

Der Kreisel Chrüzstrass nördlich des Bülacher Hardwalds und die darüberführende Schaffhauserstrasse könnten dereinst – mit Blick von Glattfelden her – so aussehen. Bild: Visualisierung pd

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Gestern Abend hat der Zürcher Baudirektor Markus Kägi, zusammen mit Projektzuständigen des Kantons, in Bülach die Bevölkerung über das Vorprojekt des Ausbaus der Schaffhauserstrasse informiert. Zu diesem Vorhaben liegt das Vorprojekt vor, das ab dem 4. Mai während 30 Tagen in den Kanzleien von Bülach und Glattfelden öffentlich aufliegen wird. Die Lösung, die in der Bülacher Stadthalle den rund 250 Interessierten präsentiert worden ist, enthält im Wesentlichen eine vierspurige Schaffhauserstrasse durch den Hardwald sowie eine gerade (zweispurige) Verlängerung derselben, die als Brücke über den grossen Kreisverkehr Chrüzstrass hinwegführt.

Der Kreisel selbst soll in «Nüssliform» (Doppelkreisel) gestaltet werden. Darüber hinaus sollen eine Fussgänger- und eine Wildtierüberführung realisiert werden. Der heutige Rad- und Fussweg wird gemäss Projekt zurückgebaut; der Langsamverkehr soll stattdessen künftig über die Solistrasse, dem Wald entlang und dann über die Weiacherstrasse geführt werden. Dieser neue Radweg ist allerdings ein separates Projekt. Ein Ausbau des Abschnitts Kreisverkehr bis A50 bei Glattfelden wird als nicht nötig erachtet.

Ein 90-Millionen-Projekt

Insgesamt geht der Kanton derzeit von Kosten in der Höhe von 90 Millionen Franken aus, wovon die eigentlichen Bauarbeiten 65 Millionen ausmachen. Die Bauzeit soll drei Jahre betragen. «Sie werden sich jetzt fragen, warum der Regierungsrat früher gesagt hat, es brauche kein vierspuriges Projekt», sagte Kägi. «Aus der aktualisierten Verkehrsstudie geht hervor, dass die Stauursachen weniger beim Kreisverkehr Chrüzstrass zu suchen sind als im Hardwald beziehungsweise bei seiner Zweispurigkeit.» Die Gerade durch den Wald erhält richtungsgetrennte Fahrstreifen mit einer Mittelleitplanke. «Was auf den ersten Blick wie ein Kapazitätsausbau aussieht, dient vor allem der Sicherheit.» Die ‹Miniautobahn› durch den Wald solle den Kapazitäten in den Stosszeiten gewachsen sein, biete aber auch noch weitere Vorteile: «Wer von Süden durch den Hardwald mit dem Ziel Glattfelden fährt, kann auf der rechten Spur bleiben und in den Kreisel hineinfahren. Wer geradeaus Richtung Eglisau fährt, nimmt die linke Spur, überquert den Kreisel, und das erhöht dessen Kapazität.»

Nach der Auflage des Vorprojekts wird das eigentliche Bauprojekt ausgearbeitet. Dem Kantonsrat (und bei einem Referendum dem Volk) wird der nötige Kredit zur Abstimmung unterbreitet. Der Kanton geht derzeit von einem frühestmöglichen Baubeginn im Jahr 2020 aus.

27 000 Fahrzeuge täglich

Anstoss zum gestern vorgestellten Vorhaben gab vor gut sechs Jahren der damalige Bülacher SVP-Kantonsrat Othmar Kern, der die Motion für den Autobahnzusammenschluss als Erstunterzeichner eingereicht hat. Der Kantonsrat hatte den Vorstoss 2012 mit 101:73 Stimmen überwiesen und den Regierungsrat damit verpflichtet, das Projekt auszuarbeiten. Die Nadelöhrsituation im Hardwald, die schon Kern 2009 zum Vorstoss bewogen hatte, hat sich seither noch zugespitzt: Sprach der Motionär noch von «über 20 000 Fahrzeugen», weist der betreffende Abschnitt der Schaffhauserstrasse 2014 ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von 27 008 Fahrzeugen pro Tag auf. Das ist knapp ein Fahrzeug alle 3 Sekunden.

Eglisau nicht enthalten

Die ebenfalls im Jahr 2009 eingereichte Motion zur Umfahrung Eglisau – Erstunterzeichner war damals der Bülacher FDP-Kantonsrat Werner Scherrer – ist, obschon ein direkter verkehrstechnischer Zusammenhang besteht, nicht Teil des aktuell vorliegenden Vorprojekts Ausbau Hardwald. Christiane Dasen, die strategische Planerin des Amts für Verkehr, führte gestern vielmehr aus, dass die Umfahrung Eglisau ohne den Hardwaldausbau «aus Gründen der Verkehrssicherheit» nicht bewilligungsfähig wäre. Die derzeit sieben diskutierten Umfahrungsvarianten sind beim eidgenössischen Natur- und Heimatschutz zur Beurteilung hängig.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.04.2015, 22:54 Uhr

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