Telefonbetrüger

Wenn der Neffe plötzlich Geld will

Sie geben sich nicht nur als Verwandte aus, sondern neuerdings auch als Polizisten. Mehrere Leute im Bezirk Bülach wurden Opfer von Betrügern.

In einer Kampagne warnt die Kantonspolizei die Bevölkerung, «damit es bei Ihnen klingelt, wenn der falsche Polizist anruft.»

In einer Kampagne warnt die Kantonspolizei die Bevölkerung, «damit es bei Ihnen klingelt, wenn der falsche Polizist anruft.» Bild: Patrick Gutenberg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Hallihallo, rate einmal wer da ist?» Nicht selten fängt ein Telefonbetrug so an. Stimmt die Stimme des Täters tatsächlich mit jener eines Verwandten oder Bekannten des Opfers überein, ist das Vertrauen schnell gefasst und der Gang zur Bank nicht weit. So geschehen im Fall einer 74-jährigen Rentnerin aus Kloten, die letzten September auf diese Art um 40 000 Franken erleichtert wurde. Die Seniorin war absolut überzeugt, dass es sich beim Anrufer um einen Bekannten handelte und hegte daher keinen Verdacht, als dieser auf einmal Geld für den Kauf einer Immobilie benötigte. Kurz darauf rief dann auch noch eine angebliche Notarin an, was die Glaubwürdigkeit der Geschichte verstärkte. Die Rentnerin begab sich daraufhin zur Bank, hob das geforderte Geld ab und übergab es einer zirka 30-jährigen Frau. Erst am Abend realisierte sie, dass sie wahrscheinlich Opfer eines Enkeltrickbetrugs wurde und meldete sich bei der Kantonspolizei.

Profi-Banden am Werk

Die Täter, das sind professionelle Banden, die meist aus Polen agieren. In einer Vielzahl von Fällen konnten Verbindungen zu Roma-Kreisen ermittelt werden, erklärt Mediensprecher Beat Jost von der Kantonspolizei Zürich. Die Anrufer sprechen dabei ein sauberes Hochdeutsch. Sie seien zudem ideenreich, kreativ, überzeugend und würden sich der Situation rasch anpassen. Daher würden nicht nur leichtgläubige Menschen zu ihren Opfern. Im Gegenteil. Der Telefonbetrug könne jeden treffen, warnt die Kantonspolizei in ihrer aktuellem Kampagne, die durch die Präventionsabteilung lanciert wurde. «Niemand hat Angst vor dem Enkeltrick und jeder glaubt, dass ihm so etwas sowieso nicht passieren kann. Das ist aber leider ein Irrglaube, wie die Statistik immer wieder ernüchternd aufzeigt», sagt Beat Jost. «Bezeichnenderweise sind Personen betroffen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und positive Charakterzüge wie Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft aufweisen.» Längst geben sich die Täter nicht mehr nur als Verwandte aus. Auch Anrufe von falschen Polizisten machen derzeit die Runde. Die Täter fordern dabei die Opfer auf, bei der Aufklärung einer Straftat mitzuwirken. Zudem sei deren Geld auf der Bank nicht mehr sicher, da man bei den Ermittlungen auf die Bankdaten des Opfers gestossen sei. Das Opfer müsse daher das Geld bei der vermeintlichen Polizei in Sicherheit bringen.

Prävention in Alterszentren

In den Alterszentren der Region ist man auf das Thema sensibilisiert. Denise Lämmli, Heimleiterin des Alters- und Pflegeheim Furttal, empfiehlt den Bewohnern, auf einen Telefonbucheintrag mit dem Vermerk Alters- und Pflegeheim zu verzichten. Zu einem klassischen Enkeltrickbetrug sei es zwar noch nie gekommen, dafür wurden auch schon gefälschte Mahnungen an die Bewohner verschickt. Bei den Alterszentren der Region Bülach kommt das Thema Telefonbetrug sporadisch am Stamm mit den Bewohnern und Mietern zur Sprache, berichtet Geschäftsführer Peter Frehner. Zu Betrugsfällen sei es bisher höchst selten gekommen. «Einmal versuchte jemand per E-Mail Auskunft über eine Person zu erhalten. Wir gaben aber selbverständlich keine Auskunft», sagt Frehner.
Wie man sichvor Telefonbetrug schützen kann, erfährt man auf www.telefonbetrug.ch.

Erstellt: 12.03.2017, 14:27 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!