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Adecco auch im zweiten Quartal gewachsen

Adecco ist auch im zweiten Quartal gewachsen und war damit ungefähr gleich schnell unterwegs wie zum Jahresauftakt.

Die Geschäftsentwicklung von Personalvermittlern wie Adecco gilt gemeinhin als Indiz für die wirtschaftliche Entwicklung.
Die Geschäftsentwicklung von Personalvermittlern wie Adecco gilt gemeinhin als Indiz für die wirtschaftliche Entwicklung.
Keystone

Im grössten Markt Frankreich bekam der weltgrösste Personalvermittler allerdings die wochenlangen Streiks zu spüren.

Der Umsatz legte von April bis Ende Juni um 2 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu, wie der Konzern mit Sitz in Glattbrugg ZH am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab. Unter Ausklammerung von Währungseinflüssen und Beteiligungsveränderungen - also organisch - betrug das Plus gegenüber der Vorjahresperiode 4 Prozent. Das ist gleich viel wie im ersten Quartal.

Konzernchef Alain Dehaze sprach in der Mitteilung von einer soliden Performance. Die Geschäftsentwicklung von Personalvermittlern wie Adecco gilt gemeinhin als Indiz für die wirtschaftliche Entwicklung. Denn wenn das Geschäft bei Unternehmen anzieht, sind flexible Arbeitskräfte als erste gefragt.

Streiks schlagen durch

Im Hauptmarkt Frankreich zeigten sich aber Bremsspuren. Der Umsatz legte lediglich noch um 3 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro zu. Im Startquartal waren es noch 7 Prozent gewesen.

Streiks und schlechtes Wetter hätten negative Auswirkungen auf den Detailhandel, die Industrie und die Logistikbranche gehabt, erklärte Dehaze in einer Telefonkonferenz. Dagegen habe Adecco die Umsätze mit der Bau- und Autobranche gesteigert.

Im annähernd gleich grossen Markt USA ging der Umsatz gar zurück, insbesondere im Geschäft mit Industriearbeitern. Die Entwicklung hält der Konzernchef allerdings nicht für dramatisch. Zwar sei die Lage im Öl- und Gassektor schwierig.

«In der Fachkräftevermittlung sind wir jedoch stark gewachsen, im Medizinbereich zum Beispiel um 21 Prozent und im Bereich Finanzspezialisten und Juristen um 10 Prozent», sagte Dehaze in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Keine Auswirkungen des Brexit

In Grossbritannien nahm der Umsatz organisch um 6 Prozent zu. «Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entwicklung», sagte Finanzchef Hans Ploos van Amstel. Wegen der Schwäche des britischen Pfunds blieb davon in Euro nur eine Steigerung von 1 Prozent übrig.

Die Austrittsentscheidung der Briten aus der EU (Brexit) habe bis jetzt keine Spuren in den Zahlen hinterlassen, sagte Dehaze: «Wir arbeiten in Grossbritannien zu einem grossen Teil mit lokalen Kunden für lokale Bedürfnisse.»

Gesteigert hat sich Adecco auch in Deutschland und Österreich. Dagegen musste der Konzern in der Schweiz erneut einen Rückschlag hinnehmen. Organisch und arbeitstagsbereinigt schrumpfte der Umsatz hierzulande um 4 Prozent. Das ist immerhin nicht mehr so schlimm wie im ersten Quartal (-8 Prozent). Besonders die Exportwirtschaft und der Medizinalsektor hätten gelitten, hiess es.

Dagegen zeigten die von der Finanzkrise gebeutelten Spanien, Portugal und Italien wieder robuste Wachstumszahlen. Hier konnte Adecco auch die Gewinne deutlich steigern.

Deutlich mehr Gewinn

Insgesamt legte der Betriebsgewinn vor Amortisationen (EBITA) um 10 Prozent auf 282 Millionen Euro zu. Der Reingewinn wuchs um 7 Prozent auf 190 Millionen Euro.

Damit hat der Personalvermittler die Erwartungen der Finanzgemeinde in etwa erfüllt. An der leicht festeren Schweizer Börse zog die Aktie bis gegen 11.05 Uhr um 1,8 Prozent an.

SDA/mcp

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