Bassersdorf

Altersfragen vielfältig angehen

Die Gemeinde Bassersdorf informierte über das Thema Älterwerden. Anliegen der Bevölkerung wurden ebenso angesprochen wie ein neues Projekt.

In Bassersdorf gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, die Angebote für ältere Menschen anbieten.

In Bassersdorf gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, die Angebote für ältere Menschen anbieten. Bild: Archiv ZU

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Unter dem Titel «Älterwerden in Bassersdorf» fand am Donnerstagabend im reformierten Kirchegemeindehaus der Bevölkerungsanlass zu allen Bereichen dieses Themas statt. Informiert wurden die 60 Anwesenden über die aktuellen Entscheide in der Alterspolitik sowie die laufenden Entwicklungen im Alters- und Gesundheitswesen.

Neue Demenzstation

Gemeinderat Richard Dunkel ging auf die Alterstrategie der Gemeinde ein, die das Versorgungsangebot an zukünftige Bedürfnisse anpassen und eine aktive Informationspolitik betreiben will. Er informierte über die Demenzstation im Altersheim Breiti, die am 1. Januar 2017 eröffnet werden soll. Zudem teilte Dunkel mit, dass das Alterszentrum Breiti nicht verkauft und im Besitz der Gemeinde bleiben werde.

Weiter erfuhr man den Zwischenstand der aktiven Arbeitsgruppen, die aus engagierten Gemeindebewohnern bestehen. Ein Schreibdienst, der Anfang dieses Jahres entstanden ist, sei ebenso ein Erfolg wie der Begegnungsort Aktionsraum Türmli. Dafür wird ein gewünschter Ortsbus für dieAussengegenden der Gemeinde vom Gemeinderat wegen zu geringer Auslastung nicht genehmigt. Ebenso sind keine neuen Alterspflegewohnungen geplant.

Nach der Pause stellte die Alterbeuaftragte Esther Diethelm Bassersdorfs neues Projekt vor. «BasiviA – Bassersdorf vernetzt im Alter» soll eine übersichtliche und leicht zugängliche Vernetzung zwischen pflegenden und betreuenden Angehörigen und den in der Gemeinde angebotenen Hilfeleistungen herstellen. Entstanden ist das trägerübergreifende Projekt im Rahmen der Förderprogramms Socius der Age Stiftung, das zehn Gemeinden bis 2018 fachlich und finanziell unterstützt. «Es gibt seht viele Angebote für ältere Menschen und es ist schwer, das zu finden, was man braucht. Wir bekommen fachliche Unterstützung, haben einen Erfahrungsaustausch mit neun weiteren Gemeinden und bekommen auch finanzielle Mittel um Pilotprojekte zu starten», erklärte Diethelm.

Grosse Befragung

Neben den Handlungsfeldern in den Bereichen Information und Kommunikation, Vernetzung und Koordination sowie die Bevölkerungsbeteiligung stehe vor allem der Punkt Unterstützung von pflegenden Angehörigen bei «BasiviA» im Fokus. «Betreuende Angehörige sind ganz wichtige Menschen in einer Gemeinde. Die Arbeit, die sie leisten, könnte professionelle Pflege gar nicht übernehmen. Wir wollen den Angehörigen den Rücken stärken.» Das Konzept werde dem Gemeinderat Ende Dezember 2016 vorgelegt, anschliessend würden Massnahmen umgesetzt. Ende 2018 soll die Überführung in Regelstrukturen erfolgen.

Um auf Bedürfnisse einzugehen, sei der Input von der Bevölkerung nötig, sagte Diethelm. Deshalb startet am 1. Mai eine Angehörigen-Befragung, die auf der Gemeindehomepage oder auf www.bassersdorf.befragt.click heruntergeladen werden kann. In 40 Fragen geht sie auf Wünsche und Anliegen ein. «Wir wollen die ganze Gemeinde motivieren, sich mit dem Thema auseinander zu setzten.» Auch Menschen, die noch niemanden pflegen, sollen mitreden. «Es ist uns wichtig, längerfristig planen zu können», sagte Diethelm, die Teil des sechsköpfigen Projektteams ist. Mit dabei sind auch Katharina Berweger, Cornelia Ulrich, Claudia Rabadzijev, Christine Urfer und Elsa Zaugg.

Professionell Unterstützung bekommt das Projekt von André Fringer, Projektleiter am Institut für Angewandte Pflegewissenschaft an der Fachhochschule in St. Gallen, der auch einen Vortrag hielt. Er betonte den Druck und Aufwand der Angehörigen, der über Jahre steige, was in völliger Isolation, psychischer und physischer Erschöpfung enden könne. Darum müssten die Angehörigen von Institutionen früh genug aufgefangen und entlastet werden. «Pflegende Angehörige sind der grösste Spitex-Dienst der Welt. Und für Angehörige wird am wenigsten getan.»

Auch Fringer wies auf die Wichtigkeit der Teilnahme an der Befragung hin. Zum Schluss wurden den Besuchern zwei neue Angebote vorgestellt: das Projekt Aida Care des KZU Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit sowie Service Plus, ein erweitertes Angebot der Spitex Bassersdorf-Nürensdorf-Brütten.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.04.2016, 17:08 Uhr

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