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Angeschossener Milan hat nicht überlebt

In der Furttalgemeinde ist es bereits im Juni zu einem Zwischenfall mit einem Rotmilan gekommen. Ein bisher Unbekannter hat einen dieser Greifvögel angeschossen. Schon seit längerem gibt es Streit zwischen einer Frau, welche die Vögel füttert, und Nachbarn, die sich am Lärm und Schmutz stören.

Der Abschuss eines Rotmilans in Boppelsen wird von der Polizei untersucht.
Der Abschuss eines Rotmilans in Boppelsen wird von der Polizei untersucht.
Symbolbild, Keystone

Im Bopplisser Howiesenquartiert ist man sich seit Jahren nicht einig. Die 77-jährige Marion Grüter füttert Rotmilane regelmässig mit Pouletflügeli, was in der Nachbarschaft gar nicht gut ankommt.

Mitte Juni nun ist ein solcher Vogel von einem Unbekannten angeschossen worden, wie der «Tages Anzeiger» berichtet. Das verletzte Tier wurde von einem Hausbesitzer in dessen Garten entdeckt und in die Greifvogelstation in Berg am Irchel gebracht. Dort konnte man dem Milan aber nicht helfen. Die nächste Station war das Tierspital. Es blieb jedoch nichts anderes übrig als ihn einzuschläfern. Gemäss «Tages-Anzeiger» bestätigte die Kantonspolizei den Vorfall. Die Ermittlungen laufen, der Schütze wurde noch nicht gefunden.

Fütterung ist unnötig

Marion Grüter füttert ihre «Schätzeli», wie sie die Vögel nennt, seit vielen Jahren mit Pouletflügeli, ab und zu mit einem Kotelett. Dass die Rotmilane dabei sogar auf ihren Kopf sitzen, gefällt ihr offenbar. Sie erzählt, sie werde mit Geschrei begrüsst, wenn sie vom Einkaufen zurückkome. Offenbar wissen die Vögel, dass es dann etwas zu Fressen gibt. Auch rund ums Neeracherried wohnen Leute, welche die häufig vorkommenden Rotmilane füttern. Stefan Heller vom Birdlife-Naturzentrum sagt klar: «Das ist nicht nötig» (der «ZU» berichtete).

Knallpatronen losgelassen

Es ist genau dieser Lärm, den die Vögel machen, wenn sie gefüttert werden, der unter anderem die Nachbarn in Boppelsen stört. Zudem verschmutzen die Tiere mit ihrem Kot Hausdächer und Wintergärten. Nach einem Treffen einiger Nachbarn Anfang Juni verteilten sie ein Schreiben in der Umgebung, in dem es unter anderem hiess: «Wir möchten Sie vorwarnen, dass wir am 5. und 6. Juni Tests vornehmen werden, um die Wirkung der Knallpatronen zu eruieren. Sollten die Tests erfolgreich sein, werden wir ab dem 22. Juni regelmässig Knallpatronen abschiessen, um die Milane aus unserer Nachbarschaft zu vertreiben.» Allerdings distanziert sich der Verfasser des Briefes davon, auf einen Milan geschossen zu haben. «Damit haben wir nichts zu tun.» Er habe nur zweimal Knallpatronen losgelassen und dabei nicht auf die Vögel gezielt.

Beim Naturschutzverein Boppelsen kann man die Aufregung, in der Nachbarschaft nicht verstehen. Das Füttern der Milane im Sommer sei zwar völlig sinnlos und unnötig, sagt auch Vizepräsidentin Susanne Ochsner. Dass die Tiere aber zu viel Lärm und Schmutz verursachen würden, sei übertrieben. Einen Rotmilan abzuschiessen, sei «absolut das Letzte», wie Ochsner entrüstet sagt. Sie hofft, dass die Polizei den Schützen findet und dass er bestraft wird.

bag

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