Bülach

Auf der Suche nach Schönheit

Die Ateliers und Werkräume in der Herrenwies waren am Wochenende für Kunstaffine offen. Über ein Dutzend Künstler zeigten die Früchte ihrer Arbeit und tauschten sich aus mit Kollegen und Interessierten.

Der Bülacher Ueli Gantner zeigte seine Skulpturen beim Werkfest.

Der Bülacher Ueli Gantner zeigte seine Skulpturen beim Werkfest. Bild: Johanna Bossart

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Skulpturen aus verschiedenen Materialien drinnen und draussen, Bilder, Gefässe und Figuren – das Auge langweilte sich am 8. Werkfest in Bülach nicht. Und durch die Anwesenheit der 15 Künstler gab es an zwei Wochenend-Tagen auch genug Möglichkeiten für einen Dialog zur Arbeitsart, Inspiration und Entstehung der Werke. Festwirtschaft inklusive. «Wir sind ein kleines autonomes Künstlerkonglomerat auf ganz unterschiedlichen Levels», erklärt der Vermieter der Ateliers vom Werk 07/13, Mischa Klaus. «Das verbindende Element ist die Freude am Schönen und am Guten, und das teilt man natürlich gerne mit anderen.»

Fantasie in Acryl und Archaisches aus Holz

Schön farbenfroh erleuchteten etwa die Acrylbilder von Christine Wildi ein Gemeinschaftsatelier, in dem die Bülacherin arbeitet. Inspirationen hole sie sich von überall her, aber die Bilder seien nie ein genaues Abbild der Realität. Eine wilde Küste Cornwalls in England bekam den persönlichen Touch der Malerin, das malaysische Meer ebenfalls, und eine riesige Blumenwiese entstammt sogar gänzlich ihrer Fantasie.

Marcel Bernets Holzmenschenfiguren entstanden im Auftrag der Firma Hawa. Sie ragten buchstäblich hinaus: Zusammengesetzt bringen sie es auf sechs Meter Höhe. Aus zwei Lindenstämmen sägte Bernet für sein Werk vertikal kleine Menschen heraus. Und weil sich die Schweizer Firma auf Schiebebeschlagsystemen spezialisiert hat, sieht man an der künstlerisch bearbeiteten Linde eben jenen Alltag: Arbeiter beim Montieren, Kunden, die kommen, Kinder zu Hause, die Türen schieben. Das Werk wird in Zukunft im Eingangsbereich eines der Firmensitze beim Treppensteigen rundum bewundert werden können.

Der Zürcher Künstler arbeitet nur mit der Motorsäge. «Die Figuren haben demnach etwas Grobes und Archaisches, aber mit ein paar Schnitten kann man dennoch Ausdruck verleihen und Emotionen vermitteln.»

«Mir geht es um Reduktion aufs Wesentliche.»Ueli Gantner, Bildhauer aus Bülach

Am Werkfest zeigt jeweils auch der Bülacher Bildhauer Ueli Gantner, der im Industriequartier sein eigenes Atelier hat, seine Kunst. Geometrische Figuren aus Papier, verbogenem Stahl sowie mitteldichten Faserplatten im Spiel mit Farben, Licht und Schatten drücken Gantners Auffassung von Kunst aus. «Mir geht es um Reduktion aufs Wesentliche, so kann ich eine Konzentration von Ästhetik und Schönheit zeigen.» Er arbeite mit konkret konstruktiver Kunst; Geometrie und Mathematik hätten ihn seit der Kindheit am meisten interessiert. «Ich mache keine Abstraktion von etwas Natürlichen, arbeite aber mit Naturgesetzen.»

Ein kundiger Besucher des Werkfestes war Hans Hässig aus Dielsdorf. In Gantners Werken erkenne er eine «unendliche Subtilität», mit der der Künstler etwas zum Ausdruck bringen könne. «Ich bin immer wieder fasziniert davon, was er mit einfachen Mitteln herausholt.»

Erstellt: 08.07.2019, 13:51 Uhr

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