Bülach

Aus Kirchenwahl könnte Kampfwahl werden 

Leere Wahlzettel mangels Kandidaten für die Bezirkskirchenpflege, das ist nur die halbe Wahrheit. Inzwischen gibt es eine offizielle Kandidatur und weitere Interessenten.

Der Wahlzettel ohne Kandidatenvorschläge.

Der Wahlzettel ohne Kandidatenvorschläge. Bild: Paco Carrascosa

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Eine Wahl ohne Kandidaten, die sich zur Verfügung stellen, macht auf den ersten Blick keinen Sinn. Dennoch muss die reformierte Bezirkskirchenpflege Bülach eine Erneuerungswahl durchführen. Und so kommt es, dass nun leere Wahlzettel an alle stimmberechtigten Mitglieder aller reformierten Kirchgemeinden im Bezirk Bülach verschickt worden sind.

Am 10. Februar ist schliesslich ein Abstimmungs- und Wahltermin anberaumt. An jenem zweiten Februarsonntag werden nicht nur eidgenössische und kantonale Vorlagen sowie kommunale Abstimmungen abgehalten, sondern im grösseren Unterlandbezirk eben auch die Erneuerungswahl der Bezirkskirchenpflege. Dieses Gremium umfasst sieben Köpfe und wird für die nächsten vier Jahre neu bestellt.

Auf dem Wahlzettel gibt es allerdings nur drei leere Zeilen. Und vor allem: keinen weiteren «Beipackzettel» wie sonst üblich. Normalerweise würde die Wählerschaft so präsentiert bekommen, wer sich überhaupt zur Wahl stellt. Doch diesmal gibt es nichts dergleichen, ausser einen Zusatzzettel mit dem Hinweis auf formale Voraussetzungen für eine gültige Wahl. 

Manch ein reformiertes Kirchenmitglied aus dem Bezirk Bülach ist verwirrt. Die Bezirkskirchenpflege ist nun nicht gerade das bekannteste Gremium, deren Mitglieder sind weit entfernt von einem entsprechenden Bekanntheitsgrad.

«Uns kennt man nicht»

Selbst der Präsident der Bezirkskirchenpflege, Ueli Schwab aus Winkel, sagt: «Uns kennt man nicht.» Er hat festgestellt, dass die Wahlberechtigten stark verunsichert sind. Er sei in den letzten Wochen oft gefragt worden, was es denn nun mit diesem Urnengang ohne Kandidaten auf sich habe.

Dabei handelt es sich um eine simple Erneuerungswahl im üblichen Turnus von vier Jahren. Mitte dieses Jahres geht die laufende Legislatur zu Ende, dann beginnt die neue Amtszeit 2019–23. Zur Verwirrung trage auch das geänderte Wahlrecht bei, meint Schwab. Neu sei nämlich eine stille Wahl möglich, was Urnengänge vermeide, wenn nicht mehr Kandidaten vorhanden sind als Sitze. Die Bezirkskirchenpflege besteht aus sieben Sitzen. Das Gremium hat die Kirchgemeinden zu beaufsichtigen sowie organisatorisch und rechtlich zu beraten und zu unterstützen. «Das ist sehr streng und gibt viel zu tun», räumt Präsident Schwab ein. Derzeit werde man in sechs Bülacher Gemeinden ziemlich stark gefordert.

Dass aktuell nur drei leere Plätze auf dem Wahlzettel stehen, hat damit zu tun, dass drei Bisherige und ein Neuer bereits im letzten Herbst in stiller Wahl bestätigt wurden. Drei fehlen noch und dazu ist nun eine Wahl anberaumt worden. Zum Zeitpunkt des Wahlzetteldrucks gabs aber keine Kandidaten. Deshalb die leeren Zettel.   

Christine Biber empfohlen   

Allerdings hat sich das in den letzten Wochen seit dem Wahlcouvertversand geändert. Weil es für ein Beiblatt zu spät war, kursieren nun auch noch merkwürdige und letztlich gar widersprüchliche Anweisungen in den einzelnen Kirchgemeinden. Dietlikons Kirchenpflege empfiehlt im lokalen Mitteilungsblatt beispielsweise, der Wahlzettel solle doch bitte leer eingelegt werden. Im benachbarten Kloten findet man auf der Website der Reformierten Kirchgemeinde jedoch die Anweisung: «Bitte wählen Sie Frau Biber.» Und in Eglisau heisst es wiederum, leer einzulegen sei am besten. Wer sodann auf den Link «mehr» klickt, landet auf der Internetseite der Reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Dort wird für konkrete Informationen auf die Präsidien der Bezirkskirchenpflege verwiesen.

Ueli Schwab erklärt: «Es haben sich inzwischen mehr interessierte Personen gemeldet, als Sitze frei sind.» Allerdings kann er derzeit nur eine Kandidatin zur Wahl vorschlagen: Christine Biber aus Bülach. Die Mutter des Bachenbülacher Gemeindepräsidenten und FDP-Kantonsrats Michael Biber wirkte während Jahren als Kirchenpflegerin und bringe viel Erfahrung fürs neue Amt mit. Die anderen Kandidatennamen seien noch nicht spruchreif, weil in Vorprüfung bei der Kantonalkirche. Für eine Urnenwahl werde nun das absolute Mehr benötigt, einen Amtszwang gebe es aber nicht. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 28.01.2019, 20:33 Uhr

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