Wallisellen

Bar und Kleinkunst im Feuerwehrdepot

Die Verwandlung des alten Feuerwehrdepots von Wallisellen in ein Gastrolokal samt Kleinkunstbühne ist abgeschlossen. Die Gemeinde hatte einst andere Pläne, doch die Walliseller Bürger haben einen Millionenkredit für den Umbau bewilligt.

Der Blick von der Bühne ins neue Lokal zeigt grosszügige Platzverhältnisse, eine kecke Farbgebung und Fenster anstelle von Garagentoren.

Der Blick von der Bühne ins neue Lokal zeigt grosszügige Platzverhältnisse, eine kecke Farbgebung und Fenster anstelle von Garagentoren. Bild: Christian Wüthrich

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Statt moderner Neubauten steht mitten in Wallisellen auch nach einem gründlichen Umbau noch das alte Depot der Ortsfeuerwehr. Wo einst die grossen roten Blaulichtfahrzeuge untergebracht waren, hat sich jetzt ein brandneues Lokal mit feuerrotem Boden eingenistet. Die neuen Chefs sind Hans Hosmann und Roman Varisco – zwei Männer voller Tatendrang, die man bereits kennt in Wallisellen. Hosmann war insgesamt 14 Jahre in der Gastronomie im nahen Doktorhaus tätig und hatte zuletzt auch das Provisorium der 8304-Bar im alten Feuerwehrdepot geführt, bevor dieses nun zwischen anfangs Januar und Ende Juni umgebaut wurde.

Eröffnung mit Behörden-VIPs und einem roten Teppich

Am Montagabend durften erstmals geladene Gäste ins frisch aufgemöbelte Innere, das weiterhin unter dem bestens eingeführten Namen «8304» – die Postleitzahl von Wallisellen – betrieben werden soll. Davor traten Bernhard Krismer, der Walliseller Gemeindepräsident, und seine Vize, Linda Camenisch, mit Scheren bewaffnet auf den roten Teppich, um feierlich das rote Band zu durchschneiden.

Beim Eintreten fallen nebst dem roten Boden sofort auch der moderne und zugleich zeitlose Stil der in schwarz gehaltenen Möblierung sowie die grosszügigen Platzverhältnisse auf. Das trifft sich gut, denn hier drinnen sollen künftig auch Konzerte, Lesungen, kleinere Theateraufführungen und Vorträge stattfinden. «Im Idealfall passen hier über 500 Personen rein», sagt Roman Varisco, der künftig für die Buchungen der Künstler und für das kulturelle Programm allgemein verantwortlich sein wird.

Das Trio an der Bar sind der Chef Umbau, Daniel Marbot (Mitte), sowie die beiden neuen Betreiber des Lokals, Hans Hosmann (li.) und Roman Varisco. Bild: Christian Wüthrich

Dass im neuen alten Feuerwehrdepot ein vergleichsweise grosszüges Kleinkustlokal mit optimaler technischer Ausstattung entstanden ist, kann auch der Weitsicht und dem Willen der Walliseller Bevölkerung zugeschrieben werden. Das weiss auch der Gemeindepräsident, der für seine Ansprache gleich auf die kleine Bühne hüpft und dem die Freude über das neue Lokal deutlich anzumerken ist.

«Das hier ist ein wichtiges Puzzleteil in der Entwicklung unserer Gemeinde. So etwas haben wir bislang noch nicht gehabt in Wallisellen», sagte Krismer voller Stolz. Dabei habe man es sich aber nicht einfach gemacht, gab der Politiker zu bedenken.

Walliseller haben dieses Angebot genau so gewünscht

Letztlich gehört das Grundstück mit der alten Liegenschaft noch immer der Gemeinde, die zunächst nicht an eine Gastronutzung dachte. Und so hatten am Ende die Stimmbürger darüber zu befinden, ob im fraglichen Haus an der Zentralstrasse Steuergeld für ein neues Gastrolokal ausgegeben werden soll. Das Volk durfte mitreden und herausgekommen ist das Konzept für ein Kleinkunstlokal. Vor einem Jahr gaben die Walliseller schliesslich grünes Licht für einen Umbaukredit für 1,35 Millionen Franken – bei nur zwei Nein-Stimmen. «Ein grosser Dank geht deshalb an die Stimmbürger», sagte Krismer.

Während aussen fast alles beim Alten geblieben ist – noch immer steht «Feuerwehr-Gebäude» an der Wand – hat sich aber eines geändert. Aus den grossen Garagentoren sind Fensterfronten geworden, welche nun viel Licht hereinlassen und alle auch geöffnet werden können. So gibt es insgesamt sieben Notausgänge, was dem Betreiber-Duo etliche Möglichkeiten eröffnet. «Uns ist vertraglich zugesichert, dass viermal pro Jahr auch Aussenveranstaltungen stattfinden dürfen», freut sich Varisco bereits.

Ansonsten sei auf dem Vorplatz normal für die «8304»-Gäste getischt. Der vierjährige Mietvertrag zwischen der Gemeinde und den neuen Betreibern ist auch an einen Leistungsauftrag geknüpft. Darin gibt die Gemeinde vor, dass im neuen Lokal ein kulturelles Angebot geschaffen werden muss. Damit wird es gemäss Roman Varisco im September losgehen. Angedacht sind bereits ein Krimi-Dinner und etliche Live-Auftritte von Singer/Songwritern aus Kanada, Irland und aus dem Bünderland.

Massgeblich mitgeholfen das Beste aus dem alten Depot herauszuholen, hatte der erfahrene Gastrofachplaner und Konzeptentwickler Daniel Marbot. Er ist zufrieden mit dem Resultat und freut sich über das neue Angebot für Wallisellen. «Früher mussten wir hungrige Leute satt machen, heute hingegen satte Leute hungrig machen», nennt er die Herausforderung seiner Zunft. Er weiss wovon er redet, hat Marbot doch einst die ersten McDonalds-Filialen und Starbucks-Cafés in die Schweiz geholt und am Flughafen den Foodcourt gestaltet. Wenn nun auch das etwas andere Konzept des neuen «8304» so gut ankommt, kann an der Walliseller Zentralstrasse nichts mehr schief laufen.

Am kommenden Samstag findet um 16.04 Uhr eine offizielle Begrüssung im Rahmen der Wiedereröffnung nach der Schliessung des Provisoriums statt. Doch bereits heute und morgen stehen die Türen allen Neugierigen und vor allem den Fussballfans offen. Auf einer Grossleinwand werden nämlich die beiden EM-Halbfinals live übertragen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 05.07.2016, 18:05 Uhr

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