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Landwirt aus Oberglatt verschenkt Bio-Gemüse

Weil Dani Maag vom Hof Wiesengrund seine Felder wegen des nassen Bodens nicht mit der Erntemaschine befahren kann, bietet er gratis Rüebli und Randen an.

Alexander Lanner / Flavio Zwahlen

«Wie haben hier Rüebli – ein Riesenfeld – und wir können sie leider nicht rausnehmen, es ist zu nass. Wer Lust hat, kann gratis Rüebli haben.» Mit diesen Worten rief Bauer Dani Maag aus Oberglatt am Montag in einem kurzen Video auf Facebook dazu auf, dass die Karotten auf seinem Feld umsonst zu haben sind. Jeder der möchte, kann das Gemüse selber ernten. Die Rüebli seien gross und tiptop. Für die Maschinen sei es jedoch zu nass, um ins Feld zu fahren.

Die Antworten auf Facebook liessen nicht lange auf sich warten: «Einfach klasse», «Super, danke vielmals!» oder «Mega Aktion, Dani Maag. Ich hoffe, dass alles geerntet werden kann und nichts weggeworfen werden muss.» Einige Nutzer haben gleich mit Bildern geantwortet, wie sie mit Kind und Kegel auf dem Feld neben der Chliriet-Halle Karotten aus dem feuchten Boden befreiten. Andere Aufnahmen zeigen Holzkisten, die bis oben mit dem orangen Wurzelgemüse voll geladen sind.

Wie der Landwirt gegenüber «20 Minuten online» sagte, stammen die Rüebli aus biologischem Anbau. Insgesamt rechnet Maag mit rund dreissig Tonnen, die auf dem Feld verrotten, wenn sie nicht geerntet würden. «Mir tut es weh, wenn ich dabei zusehen muss. Besser ist es, wenn sie geholt und gegessen werden», erklärte er.

Mehr als drei Fussballfelder

Wie ein Augenschein vor Ort am Donnerstagvormittag zeigte, sind noch immer genug Rüebli im Boden zu finden. Etwa ein Dutzend Personen waren auf dem Acker zu sehen, der mehr als drei Fussballfelder gross ist. Sie hörten Musik und arbeiteten wie wild.

Marvin Spieler «Erntehelfer» aus Höngg
Marvin Spieler «Erntehelfer» aus Höngg

Unter den Erntehelfern war beispielsweise auch Marvin Spieler aus Höngg. Er hat bei «20 Minuten online» von der nicht alltäglich Aktion gelesen. «Ich dachte zuerst, dass es ein Scherz ist.» Da er und auch seine Meerschweinchen jedoch sehr gerne Rüebli essen, machte er sich zusammen mit seinem Vater auf den Weg ins Unterland. «Eigentlich kann jeder Rüebli ernten, man darf einfach nicht empfindlich auf Dreck sein», sagt Spieler, der letztlich mehrere Kilo des Gemüses ins Auto packte. «Das gibt einen guten Salat», meinte er.

Bis zum Rand gefüllte Einkaufskörbe und Plastikkisten konnten die freiwilligen Erntehelfer mit nach Hause nehmen.
Bis zum Rand gefüllte Einkaufskörbe und Plastikkisten konnten die freiwilligen Erntehelfer mit nach Hause nehmen.

Danach machte sich Spieler zusammen mit seinem Vater auf den Weg zum Randenfeld der Familie Maag. Auch dort waren am Donnerstag mehrere Leute zu finden. Denn für die Randen gilt dasselbe wie für die Rüebli: Der Boden ist zu nass, um mit der Erntemaschine befahren zu werden.

Deshalb bietet Maag auch die roten Beten gratis an. «Ich freue mich, wenn auch diese noch geerntet werden», erklärt er ebenfalls in einem kurzen Video auf Facebook. Ein Kässeli für eine freiwillige Spende, nach dem von einigen Nutzern gefragt wurde, will Maag nicht aufstellen. «Wer will, darf das Hilfsprojekt God Helps Uganda unterstützen, bei dem ich im Vorstand bin», führte der Landwirt aus.

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