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Bei den Bülacher Samichläusen hängt der Haussegen schief

Im Vorstand der St. Nikolaus-Gesellschaft herrschen seit längerer Zeit Differenzen. Diese scheinen so immens zu sein, dass Präsident René Berset sein Amt jetzt unfreiwillig abgeben muss. Sein Nachfolger wird am Montag anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung bestimmt.

Anlässlich des 50. Chlausumzuges erhielt die St. Nikolaus Gesellschaft vor vier Jahren den Kulturpreis der Stadt Bülach. Nun soll der Verein von jungen Leuten geführt werden. An einer ausserordentlichen GV soll der Nachfolger von René Berset, der nicht freiwillig zurücktritt, gewählt werden.
Anlässlich des 50. Chlausumzuges erhielt die St. Nikolaus Gesellschaft vor vier Jahren den Kulturpreis der Stadt Bülach. Nun soll der Verein von jungen Leuten geführt werden. An einer ausserordentlichen GV soll der Nachfolger von René Berset, der nicht freiwillig zurücktritt, gewählt werden.
Sibylle Meier

Anfang Dezember benehmen sich alle Kinder überaus anständig. Denn sie wissen genau: Bald kommt der Samichlaus. Und wie sagt man so schön: «Samichlaus und Schmutzli sehen alles.» Die Hoffnung auf ein Säckli, gefüllt mit Leckereien und Geschenken, ist gross. Dennoch fürchten sich die Kinder vor der Fitze.Apropos Fitze: Diese werden auch im Sommer gebraucht. Zumindest in Bülach. Dort ist nämlich ein regelrechter Streit unter den Mitgliedern der St. Nikolaus-Gesellschaft ausgebrochen.

Präsident und Gründer der Gesellschaft muss gehen

In den Knatsch verwickelt sind grösstenteils Mitglieder aus dem Vorstand. Leidtragender ist René Berset. Er hat die St. Nikolaus-Gesellschaft vor 45 Jahren selber mitgegründet und ist Präsident. In einem Brief an die Mitglieder der Gesellschaft, der dem Zürcher Unterländer vorliegt, schreibt er: «Der Vorstand will seit längerer Zeit jüngere Personen in der Führungsebene der Gesellschaft sehen.»

Berset zieht die Konsequenzen daraus und stellt sein Amt zu Verfügung. Er will sich dazu nicht äussern, lässt aber verlauten, dass er nicht freiwillig zurücktritt. Im Brief steht weiter: «Seit Herbst 2015 gab es immer wieder Anläufe von Vorstandmitgliedern, dass ich mein Amt niederlegen sollte.» Dabei ärgert sich der 75-Jährige: «Von diesen Opponenten hat sich seither niemand um die Organisation der Chlausaktionen gekümmert oder sich für diese Arbeit interessiert.»

Am Montag findet eine ausserordentliche Generalversammlung statt, bei der ein neuer Vorstand gewählt wird.

Versammlung fühlte sich nicht im Stande zu wählen

Warum dazu eine ausserordentliche Generalversammlung von Nöten ist, zeigt das Protokoll der GV vom 16. März. Dort heisst es nämlich, die Versammlung fühle sich nicht im Stande, an diesem Abend die Wahl des Vorstandes durchzuführen. «Dem vorausgegangen ist eine emotionale Diskussion, nachdem Vizepräsident Hansjörg Löhrer ein offizielles Statement des Vorstandes verlesen hatte», heisst es im Protokoll. Worum es dabei ging, ist nicht bekannt. Löhrer schweigt ebenfalls. Er sagt aber, dass er im Vorstand bleibe und weist die Vorwürfe von René Berset strikt zurück. Der Noch-Präsident schreibt in seinem Brief: «Ich werde für die kommende GV nicht mehr nominiert. Ich überlasse den Verein dem neuen Vorstand. In der Einladung zur ausserordentlichen GV ist die Rede von mehreren wichtigen Gesprächen, die in der Zwischenzeit stattgefunden haben sollen. Zahlreiche Mitglieder hätten sich dafür eingesetzt, den Vorstand zu verjüngen.

Die St. Nikolaus-Gesellschaft zählt 121 Aktivmitglieder. Letztes Jahr haben sie 250 Familien besucht. Zweck des Vereins ist, die Aufrechterhaltung des St. Nikolaus Gedankens, um Kindern Freude zu bereiten und diese zu bescheren. Dazu gestalten die Mitglieder würdige Chlausfeiern in Familien, Kindergärten, Schulen und Vereinen. Fest im Jahresplan verankert ist auch der Chlauseinzug in Bülach.

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