Eglisau

Bevölkerung lernt den Defibrillator kennen

In Eglisau wurden acht Defibrillatoren installiert. Am Infotag am Samstag liess sich der richtige Umgang mit den Geräten üben.

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Der Herzkreislauf-Stillstand ist Todesursache Nummer Eins in der westlichen Welt. In der Schweiz sterben jährlich 10 000 Menschen auf diese Weise. Ausgelöst durch Herzrhytmusstörungen hört das Herz oft ohne Warnzeichen auf zu schlagen – ausserhalb des Spitals bedeutet dies für acht von zehn Betroffenen den Tod. Mit automatischen externen Defibrillatoren (AED) können auch Laien Leben retten, vorausgesetzt, das Gerät ist innert wenigen Minuten zur Hand. In Eglisau ist dies jetzt durch ein flächendeckendes Netz gewährleistet: Jeweils vier Defibrillatoren wurden im November auf beiden Seite des Rheins installiert und die Standorte mit Wegweisern markiert.

Mehr als 150 Interessierte

Zum Infotag am Samstag fanden sich insgesamt mehr als 150 Personen im Stundentakt im Schulhaus Städtli ein. Jürg Hugelshofer, Vorstand der örtlichen Partei Fokus Eglisau, ist Initiator des Projektes, welches bei Gemeinderätin Nadja Galliker auf offene Ohren stiess. Diese konnte in einem lebensbedrohlichen Notfall bereits schnelle Hilfe leisten. «Nur Dank Defibrillator hat der Betroffene ohne Folgeschäden überlebt», sagt die Gesundheitsvorsteherin.

Gemeinde und Schule sind Hauptsponsoren, der Rest wurde mit Spenden des örtlichen Gewerbes finanziert. Mit 40 000 Franken ist der Aufwand für Geräte, Wandschränke, Installation und Kurse abgedeckt. Kosten für neue Batterien und Klebeelektroden fallen nur alle fünf Jahre an.

20 Minuten für die Ambulanz

Ein Kurzfilm zu Programmbeginn veranschaulichte den Ablauf im Ernstfall: Dem Anruf auf die Nummer 144 folgt die Wiederbelebung durch Herzdruckmassage, damit der Restsauerstoff im Blut zirkuliert. Im Verhältnis 30 zu 2 wird sie durch Beatmung ergänzt. Mit Stromschlägen durch den Defibrillator wird das Herz wieder in den normalen Rhythmus versetzt. Im Film erwacht der Patient, bevor der Rettungsdienst eintrifft. «In Eglisau kann das 20 Minuten dauern», wirft Hugelshofer ein. «Ohne Reanimation wäre der Mann bereits tot.» Sein Sohn Michael ist Neurochirurg und stand gemeinsam mit Allgemeinmediziner Dominique Schmid für Fragen des Publikums bereit. Ob der Einsatz des Gerätes auch Schaden zufügen könne, wurde verneint. Der Defibrillator löst nur dann einen Stromschlag aus, wenn es wirklich notwendig ist.

In der Turnhalle lagen Übungspuppen zur Reanimation bereit. Unter fachkundiger Anleitung wechselten sich auch Eveline Rutschmann und Ehemann Andreas mit Herzdruckmassage und Beatmung ab. «Fester drücken», korrigierte die Stimme des Defibrillators und ermahnte, den Patienten während der EKG-Analyse nicht zu berühren. «Es ist anstrengend, aber gut zu machen. Die Sprachanweisung des Defibrillators gibt Sicherheit», sagt Eveline Rutschmann. Als medizinische Praxisassistentin habe sie schon entsprechende Kurse belegt, doch täte ihr diese Auffrischung gut. «Ich hoffe aber, dass ich es in Wirklichkeit nie anwenden muss.» Auch Pensionär Rudolf Allenspach wünscht sich nicht in diese Situationz zu geraten, doch meinte er: «Es ist wichtig zu wissen, wie es geht.»

Erstellt: 05.12.2016, 09:07 Uhr

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