Hochfelden

Biber attackiert Retriever-Hündin an der Glatt

Während eines Spaziergangs an der Glatt bei Hochfelden hat ein Biber einen Hund angegriffen und schwer verletzt. Solche Zwischenfälle seien selten, sagen Experten.

Bei der attackierten Hündin handelt es sich um einen Nova Scotia Duck Tolling Retriever wie beim hier abgebildeten Exemplar.

Bei der attackierten Hündin handelt es sich um einen Nova Scotia Duck Tolling Retriever wie beim hier abgebildeten Exemplar. Bild: Themenbild Wikipedia

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Eigentlich sollte es ein ganz normaler Abendspaziergang an der Glatt werden. Doch was sich am Donnerstag gegen 20 Uhr ereignet hat, ist für eine Unterländer Hundehalterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung sehen will, noch immer ein Schock: Wie so oft sprang ihre Retriever-Hündin ins Wasser, um zu planschen. «Doch dann hörte ich sie plötzlich laut jaulen», erzählt die Hundehalterin. Sofort seien sie und ihr Mann zum Fluss gerannt. «Ich habe nur gesehen, dass etwas Schwarzes bei meinem Hund im Wasser war. Sofort habe ich sie am Halsband gepackt und aus dem Wasser gezogen.»

Bei näherem Hinsehen erkannten die Hundehalter, was ihre Hündin im Wasser angegriffen hatte: ein Biber. Und sie begriffen auch das Ausmass des Angriffs: «Wir sahen zwar keine Bisswunden, aber es war überall Blut.» Während ihr Mann bei der Hündin blieb, habe sie deshalb schnell das in der Nähe parkierte Auto geholt und das verletzte Tier zur Bessy’s Kleintierklinik in Regensdorf gebracht, erzählt sie.

Elf Bisswunden genäht

Drei Stunden lang operierte man in der Tierklinik den verletzten Retriever. «Wir haben elf Bisswunden zugenäht, der Hündin Antibiotika verabreicht und Massnahmen getroffen, damit sich die Wunden nicht entzünden», erklärt Tierärztin Angela Berchtold.

Die Bisswunden seien tief gewesen und hätten nicht wie typische Hundebisse ausgesehen. Ob die Bisse von einem Biber stammen, könne sie anhand der Verletzungen aber nicht sagen. Es sei jedoch gut möglich, dass die Nager Hunde attackieren. «Zudem habe ich schon von ähnlichen Fällen an der Donau in Österreich gehört.»

«Der Biber ist ein Wildtier»

Angriffe von Bibern auf Hunde seien äusserst selten, sagt auch Urs Philipp, Abteilungsleiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung. «Im Kanton Zürich ist mir kein vergleichbarer Fall bekannt» Jedoch kann sich Phi-lipp gut vorstellen, dass es zu einer solchen Auseinandersetzung kommen kann: «Der Biber ist ein Wildtier. Wenn er sich bedroht fühlt und nicht flüchten kann, dann muss er sich wehren.» Zudem seien die Biber momentan mit der Aufzucht von Jungtieren beschäftigt, was dazu führen könne, dass sie sich im Notfall stärker verteidigen als normalerweise.

Andere Hundehalter warnen

Beim attackierten Hund handelt es sich um einen Toller – oder genauer um einen Nova Scotia Duck Tolling Retriever, eine Hunderasse, deren Eigenheit das Apportieren von Wasserwild ist. «Mein Hund ist sicher nicht ganz unschuldig», räumt die Unterländer Hundehalterin ohne Umschweife ein. «Vermutlich hat er den Biber aufgespürt, worauf sich dieser provoziert gefühlt und sich verteidigt hat.»

Ein schlechtes Gewissen, dass sie ihre Hündin nicht an die Leine genommen hat, habe sie jedoch nicht. «Wenn ich im Wald oder Naturschutzgebieten spazieren gehe, dann nehme ich sie immer an die Leine. Aber beim Spaziergang an der Glatt habe ich schlichtweg nicht mit einer solchen Gefahr gerechnet», sagt die Hündelerin. «Wir hatten einfach unwahrscheinliches Pech.» Umso wichtiger sei es ihr deshalb, andere Hundehalter zu warnen, um sie damit vor ähnlichen Vorfällen zu bewahren. «Beim nächsten Spaziergang an der Glatt würde ich meine Hündin aber auf jeden Fall an die Leine nehmen», sagt sie.

Erstellt: 24.07.2015, 20:39 Uhr

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