Glattfelden

Bier zu Ehren von Gottfried Keller

Nächstes Jahr im Mai gibt es in Glattfelden ein Dorffest zu Ehren des 200. Geburtstages von Gottfried Keller. Aus diesem Grund ist Bierbrauer Adrian Rösti momentan dabei, ein neues Bier mit dem Namen «Göpfi» zu kreieren.

Zu gerne wüsste Adrian Rösti, wie seine Eigenkreation Gottfried Keller schmecken würde.

Zu gerne wüsste Adrian Rösti, wie seine Eigenkreation Gottfried Keller schmecken würde. Bild: Paco Carrascosa

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Die vier Chromstahltanks in den Räumlichkeiten der Privatbrauerei Glattfelden glänzen wie frisch poliert. Während in drei von ihnen das «normale» Bier gärt, ist es im vordersten Tank ein ganz spezielles Bier. «Göpfi» heisst die Neukreation, passend zu Gottfried Keller, er am 19. Juli 1819 das Licht der Welt erblickte. «Ich wurde angefragt, ob ich beim Dorffest im nächsten Jahr, das vom 16. bis zum 19. Mai stattfindet, mitmachen wolle», erzählt Adrian Rösti.

Gemeinsam mit Gattin Tanja und Brauer Marcel Erne habe er sinniert. «Ich wollte ein Bier kreieren in der Art wie vor 200 Jahren.» Und als er einmal in einem stillen Moment den Sonnenuntergang betrachtete, wurde es ihm klar. «So muss ein Bier aussehen – mit einem wunderschönen rötlichen Stich.»

Vier Sorten Malzund acht Sorten Hopfen

Nun hiess es, ein Rezept mit der richtigen Malzmischung, den passenden Hopfensorten und der richtigen Farbgebung zu kreieren. «Früher trank man malzigere Biere. Deshalb ging ich auf die Suche nach alten Rezepten.» Etliche Stunden habe er über alten Rezepturen gebrütet, bis für ihn alles stimmte. «Nein, ausprobieren musste ich nichts. Das ist reine Mathematik samt Farbcode», sagt der erfahrene Hobby-Bierbrauer lachend. Vier Sorten Malz hat er ausgewählt – sie tragen die stolzen Namen Pilsner Malz, Carared, Abbey Malz und Melanoidinmalz. Dazu kommen acht verschiedene Sorten Hopfen, darunter Polaris, Perle, Nelson Sauvin, Saphir und Amarillo. Die angestrebte Stammwürze beträgt 12,5 Grad Plato, und das Bier wird vergoren mit einer schönen untergärigen Bierhefe aus Weihenstephan.

Anschliessend ging es auf Namenssuche für das neue Bier. Schon bald tauchte das Wort «Göpfi» auf. Auch die einheimische Guggenmusik mit Namen Göpfischränzer hatte nichts dagegen einzuwenden. So war der Biername schnell geboren. Für das Dorffest selber sind spezielle Etiketten geplant. Wie diese aussehen, steht momentan noch nicht fest.

Erstausschankam Craft-Beer-Festival

Am 19. Juli, just am 199. Geburtstag des Dichter und Politikers Gottfried Keller, hat Rösti mit der Herstellung des Göpfi-Bier begonnen. 200 Liter kamen für etwa zehn Tage in die Hauptgärung, dann wurden sie in Reifetanks abgefüllt. Am 1. September wird der erste offizielle Sud am Craft-Beer-Festival in Bülach ausgeschenkt werden. «So können wir schauen, wie das Bier beim Publikum ankommt, und allenfalls eine Nachjustierung vornehmen.» Bis zum Dorffest werden rund 1000 Liter zur Verfügung stehen.

Der Bierbrauer zieht aus dem Gärtank eine Probe. Noch ist der Gerstensaft trüb, doch der Rotstich ist bereits erkennbar. «Ich wünschte mir, Gottfried Keller könnte mein Bier kennenlernen und sagen, wie es ihm schmeckt», sagt der 41-Jährige abschliessend und nimmt einen grossen Schluck vom – nein, noch nicht vom Göpfi-Bier, aber vom goldgelben Hellen.

Erstellt: 07.08.2018, 14:07 Uhr

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