Kloten

Brass Band trifft Volksmusik

Traditionelle Neujahrsgala auf neuen Wegen: Die Brass Band Eglisau spielte mit Lisa Stoll und Nicolas Senn.

Nicolas Senn am Hackbrett kennt die Brass Band Eglisau schon von früheren Auftritten – und lobt deren Musiker.

Nicolas Senn am Hackbrett kennt die Brass Band Eglisau schon von früheren Auftritten – und lobt deren Musiker. Bild: Urs Weisskopf

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Benjamin Koch, Präsident der Brass Band Eglisau, war kurz vor Mitternacht noch immer ausser Atem. Aber auf jeden Fall zufrieden, wie er erklärte: Zufrieden über den ausverkauften Stadtsaal Kloten, die Leistung seiner fast 40 Musikkolleginnen und -kollegen und nicht zuletzt auch über das gelungene Zusammenspiel mit den beiden Volksmusikgrössen Lisa Stoll und Nicolas Senn. «Wir hatten nur je eine Stunde Zeit zur Vorbereitung mit jedem der Künstler – damit war dieser Live Auftritt schon ein Risiko», sagte er.

Junge alte Bekannte

Zur Neujahrsgala lädt die Brass Band Eglisau jedes Jahr am zweiten Samstag im Januar ein. Zwei Solisten aus einer ganz anderen Musiksparte sind dann immer zu Gast. Vom Tenor bis zur Tanzgruppe – die Brass Band Eglisau kennt da keine Berührungsängste und legt die Messlatte hoch. Diesmal holte man zwei populäre Vertreter der Volksmusik in die Flughafenstadt. Das war gar nicht einmal so schwierig, denn die 23-jährige Alphornkünstlerin Lisa Stoll aus Wilchingen/SH kennt Benjamin Koch schon lange. «Sie steht schon seit über zehn Jahren auf der Bühne. Eine tolle Musikerin und sehr bodenständig», schwärmte er. Auch der Kontakt zu Nicolas Senn gestaltete sich unkompliziert.

Der 30-jährige Appenzeller spielte schon mehrmals mit der Brass Band zusammen und kennt somit das Unterland bestens. «Die Brass Band hat in der Region und weit darüber hinaus einen guten Ruf. Seht gute Musiker», erklärte Senn. Nach dem Auftritt wurden die beiden Gäste von den Fans umringt. Diese erwarben die neuesten Alben, freuten sich über Autogramme oder machten Erinnerungsfotos.

Dirigent als Adapter

Im Verlauf des Konzertes bekam das Publikum von der Brass Band Klassisches, wie zum Beispiel die Ouvertüre zu Wilhelm Tell, zu hören, vernahm aber auch Lüpfiges wie den «Swiss Ländler». Ein besonderer Leckerbissen für die Musikfreunde war das angekündigte Zusammenspiel der Big Band mit den völlig artfremden Instrumenten Alphorn und Hackbrett.

Diese Verknüpfung völlig unterschiedlicher Klangwelten wurde von der Zuhörerschaft mit Spannung erwartet. Später registrierten die Gäste im Saal, dass zum Gelingen des musikalischen Miteinanders vor allem menschliches Einfühlungsvermögen gefragt war. Immerhin musste die potenzielle Wucht einer Big Band mit den zarten Tönen der Gäste gekoppelt werden. «Das schafften wir einerseits durch die Klangverstärkung der Gastinstrumente, andererseits aber auch mit Hilfe einer Art Adapter. Dieser stand eindeutig in Gestalt unseres musikalischen Leiters Andreas Buri auf der Bühne», erklärte Benjamin Koch.

Ganz deutlich konnten die Gäste das während dem letzten Stück «Glück und Gsondheit» miterleben. Da entlockte Nicolas Senn seinem 125-saitigen Instrument die Melodie, während er ständig Blickkontakt mit dem Dirigenten suchte und fand. Dieser wiederum bremste mit ausladenden Armbewegungen seine Brass Band bezüglich Lautstärke und Tempo oder beschleunigte ihr Spiel, wenn die Appenzeller Klöppel etwas schneller über die Saiten hüpften. Das Publikum belohnte diese Leistung mit Beifall und «Bravo!»-Rufen. Präsident Benjamin Koch erklärte nach dem Konzert mit glücklichem Gesichtsausdruck: «Das hat extrem Spass gemacht und hat extrem gut geklappt.»

Erstellt: 12.01.2020, 14:36 Uhr

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