Wallisellen

Cat Week vertreibt Langeweile

Seit Montag nutzen 235 Kinder und Jugendliche das vielfältige Angebot der Walliseller Cat Week. Wer sich für eine Teilnahme zu alt fühlt, kann sich anderweitig engagieren.

Schach ist ein beliebter Kurs an der Cat Week. Helfer Sebastian (14, im roten Shirt) macht auch gleich mit.

Schach ist ein beliebter Kurs an der Cat Week. Helfer Sebastian (14, im roten Shirt) macht auch gleich mit. Bild: Sibylle Meier

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Auf dem Programm vom Montagmorgen steht eine Schachlektion. Dafür besammeln sich zwei Dutzend aufgeregte Kinder in der Mehrzweckhalle. Sie alle tragen das grüne T-Shirt der Cat Week. «Bist du Levin?», fragt ein Jugendlicher in rotem Oberteil – durch dieses gibt er sich als Helfer zu erkennen – ein ankommendes Kind. Der 14-jährige Sebastian ist einer von rund 70 Freiwilligen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Kursen begleiten und das Mittagessen schöpfen. Der Sekschüler ist ein alter Hase an der Cat Week: Seit er sechs Jahre alt war, nimmt er daran teil, heuer zum zweiten Mal als Helfer. Sebastian begleitet die Schachgruppe von der Mehrzweckhalle in einen Raum im Alterszentrum Wägelwiesen. Dort stehen Dame, Läufer und Co. schon in Reih und Glied bereit. Kinderschachtrainer Ralf Baumgartner erklärt anhand eines aufgehängten grossen Schachbretts die drei goldenen Regeln des Spiels: das Zentrum besetzen, Leichtfiguren – das sind Springer und Läufer – ins Spiel integrieren und den König in Sicherheit bringen.

Sebastian hat sich dazu entschlossen, auch am Kurs teilzunehmen. «Der Unterschied zu früher ist nicht so gross, jetzt habe ich einfach mehr Verantwortung», sagt er. Am Nachmittag hat er Aufsichtsdienst beim Spielplatz.

«Ich kämpfe gerne»

Im Laufe des Vormittags findet sich auch Helferin Jessica im Eingangsbereich der Mehrzweckhalle ein. Die 15-Jährige wartet auf ihren ersten Einsatz bei der Essensausgabe. «Ich weiss noch nicht genau, was auf mich zukommt.» Jessica ist ebenfalls eine Wiederholungstäterin und besucht seit vielen Jahren die Cat Week. «Mittlerweile fühle ich mich zu alt, um mitzumachen. Aber allein daheim ist es in den Ferien auch langweilig», erklärt die Sekschülerin ihre Motivation, sich zu engagieren. Sie macht sich noch etwas Sorgen, dass die Kinder nicht auf sie hören. «Ich hoffe aber, dass es klappt.»

Derweil steht in der Turnhalle ein Fechtkampf an: Die elfjährige Larissa hat Spass daran. «Ich kämpfe einfach gerne. Und wenn mich jemand angreift, kann ich mich wehren», sagt das Mädchen, das Judo zu seinen Hobbys zählt. Gerade kommt Alisha von der Bahn, sie hat ihren Kampf verloren. «Man kann nicht immer gewinnen», sagt die Zehnjährige mit einem verschmitzten Lächeln. Es ist ihr zweites Mal an der Cat Week: «Ich kann hier viel ausprobieren und selber auswählen, was ich machen will.» Aufs Fechten habe sie sich besonders gefreut, ihre Erwartungen wurden erfüllt.

Unverbindlich schnuppern

Die Cat Week geht diese Woche in die 18. Runde, OK-Präsident Michael Weiss steht schon im elften Jahr an der organisatorischen Spitze. Als der gebürtige Walliseller mit Jahrgang 1985 zur Schule ging, gab es die Cat Week noch nicht. Er stiess während der Ausbildung zum Elektriker dazu, als er vom Betrieb Zwangsferien verordnet bekam, um Überstunden abzubauen. Bereits nach einem Jahr als OK-Mitglied übernahm er das Präsidium. Rund 600 Stunden wende er jährlich für die Cat Week auf, auch wenn er mittlerweile routiniert sei. «Heuer haben wir fünf neue Mitglieder im OK, daher sollte ich nächstes Jahr etwas ruhiger werden.» Das sei gut, denn er brauche etwas mehr Zeit für sich, da er aktuell eine Ausbildung zum Berufsschullehrer absolviert.

Doch der Aufwand sei es wert: «Es ist wichtig, den Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung während der Ferien zu ermöglichen. Ausserdem haben sie während der Cat Week die Möglichkeit, unverbindlich zu schnuppern, ganz ohne dass sie danach jemandem erklären müssen, wenn es ihnen nicht gefallen hat», erklärt Weiss.

Erstellt: 15.10.2018, 17:52 Uhr

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