Eglisau

Chinesische Gäste paddeln allen davon

Das Drachenboot-Rennen bot Tausenden von Besuchern ein Wassersportfest; wieder am Start waren zwei chinesische Teams, die für Weltklasseleistungen bekannt sind. Dabei war auch die Schweizer Nationalmannschaft.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Gäste aus dem fernen Osten kamen auch dieses Jahr in das Städtli am Rhein. Das 27. Eglisauer Drachenbootrennen konnte somit das Weltmeisterteam aus China wieder bei sich begrüssen. Das Leistungsniveau in Eglisau liegt so automatisch höher, wenn man sich vor Augen führt, dass Drachenbootfahren in China ein Nationalsport ist. Organisator Felix Meier vom Drachenbootclub Eglisau erklärte die Anwesenheit der chinesischen Gäste mit einer Fussball-Analogie: «Das ist so, als wenn Real Madrid an das Grümpelturnier in Bülach kommen würde.»

Der zweitägige Anlass mit 64 Startplätzen, der am Samstag und Sonntag jeweils 2000 Teilnehmende und rund 6000 Besucher anlockte, glänzte mit Erwachsenen- und Schülerrennen sowie einer Partystimmung, die sich weit in die Morgenstunden hinzog.

Titanen mit sehendem Drachen

Am Samstag wurden an der «Eye Dotting Ceremony» dem Drachen an einem Boot zuallererst symbolisch Pupillen aufgemalt. Laut chinesischer Überlieferung ist es ein schlechtes Omen für das Rennen, wenn der Drache nicht sieht, wohin er schwimmt.

Der «Clash of the Titans» war der Höhepunkt am Sonntag. Die Schweizer Nationalmannschaft versuchte sich gegen den Vorjahressieger und Weltmeister 2015, das Dongguan Machong Team, sowie gegen das erstmals startende Meizhou Team. Die beiden chinesischen Bootsbesatzungen boten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen und liessen die Schweizer weit hinter sich.

Die Anwesenheit der absoluten Weltspitze im Drachenbootrennen an einem Anlass, der als gemütliches Sport-Festival angepriesen wird, sei ein schöner Gegensatz, gibt Meier zu. «Viele Leute kommen, um bei Musik am Ufer zu feiern und können auch diese sportliche Leistungen sehen.» Die Gäste seien von der Eglisauer Kulisse jedenfalls sehr angetan. «Sie finden es wahnsinnig schön und einmalig, hier fahren zu können.» Der Besuch kam zustande durch Meiers Kontakte zu einer ehemaligen chinesischen Generalkonsulin.

Doppelsieg und perfekte Technik

Und weil man die Teams aus China, wenn sie schon da waren, nicht nur einmal Paddeln sehen wollte, traten diese auch am Samstag an der Schweizermeisterschaften als internationale Gäste auf, natürlich ausser Konkurrenz. Der Sieg ging am Ende an das Meizhou Team, trotz des neuen Streckenrekords des Dongguan Machong Teams über die rund 400 Meter lange Strecke im Vorlauf (1:20.87), das seinen letztjährigen Sieg damit nicht verteidigen konnte. Schweizer Meister wurde der Kanu Club Rapperwil Jona.

Am Sonntag beim Kampf der Titanen war das gelb-rote Meizhou Team auf die Hundertstel genau gleich schnell wie das rote Dongguan Machong – somit gab es einen Doppelsieg. Schon die Aufwärmphase der Chinesen war eindrücklich. Während die Partyboxen verstummten, hallten auf dem Rhein von Ufer zu Ufer nur die rhythmischen Trommelklänge und die konzentrierten Rufe der je 20 Paddlerinnen und Paddler. Die chinesische Technik beeindruckte auch Claudio Ciccone vom Drachenbootsclub Eglisau, der das Geschehen von seinem Boot aus nächster Nähe beobachtete. «Das Wasser hat sich kaum bewegt» stellte er erstaunt fest, als die Chinesen innerhalb von Sekunden vom Stillstand zu rasantem Tempo ausholten.

Schweizer Nationalteam übt für die EM

Die Schweizer Nationalmannschaft ging an dem Tag zwar leer aus, doch mit Erfolgen kennt auch sie sich aus. Sie holte zum Beispiel an der Drachenboot-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada zwei Bronzemedaillen. Beim Fahren sei vor allem Rhythmus das Entscheidende, erklärte Oli Meier. Fürs Training geht es zwei Mal pro Woche in Meilen aufs Wasser hinaus. «Wir haben einstündige bis eineinhalbstündige Trainingseinheiten, üben Starts, ganze Strecken, oder Langstrecken, damit wir bis zu einer halben Stunde einfach paddeln.»

Momentan trete das 16-köpfige Team in der kleineren Formation im sogenannten Smallboot an, so wie an der anstehenden Drachenboot-Europameisterschaft Ende August in Brandenburg. Die Smallboote haben 10 statt 20 Paddler. Da am Eglisauer Drachenbootrennen mit 20 Mann respektive Frau gestartet wurde, kamen als Unterstützung auch ein paar ehemalige Aktive ins Boot. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 25.06.2018, 15:51 Uhr

Artikel zum Thema

Der Nationaldrache ist startbereit

Eglisau Am 26. Drachenbootrennen in Eglisau werden nicht nur zahlreiche Fun-Teams für Unterhaltung sorgen. Zum ersten Mal wird die Schweizer Drachenboot-Nationalmannschaft als WM-Vorbereitung ein spektakuläres Show-Rennen gegen internationale Grössen aus China und den USA liefern. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!