Bülach

Das Bülacher Parlament sieht viel Grün

Ein Naturschauspiel am Morgen und eine Froschpirsch am Nachmittag: Der Bülacher Gemeinderatsausflug bot ein abwechslungsreiches Programm. Passend zur Organisatorin war es sehr naturnah gehalten

Ratspräsidentin Claudia Forni (vierte von links) bot ihren Kolleginnen und Kollegen auch eine Schifffahrt zum Rheinfall.

Ratspräsidentin Claudia Forni (vierte von links) bot ihren Kolleginnen und Kollegen auch eine Schifffahrt zum Rheinfall. Bild: Daniela Schenker

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Sitzen alle Fraktionen des Gemeinderats im selben Boot und steuern dabei auch noch auf das gleiche Ziel zu, ist das kaum eine Szene aus dem Bülacher Politalltag. Doch eine besondere Tradition kann selbst das möglich machen. Es gehört zu den Gepflogenheiten der Parlamentsstadt Bülach, dass die jeweilige Ratsvorsitzende für die übrigen Gemeinderäte ein «Reisli» organisiert.

Am Samstag war die Reihe an Claudia Forni (Grüne). 15 der 28 Ratsmitglieder, eine Dreierdelegation des Stadtrats, inklusive Stadtpräsident Mark Eberli (EVP), plus das zweiköpfige Ratssekretariat folgten der Einladung der höchsten Bülacherin.

Grüne Ufer, grünes Gras und grüne Frösche

Die Ratspräsidentin hatte mit ihrem Programm meteorologisch hoch, aber schliesslich völlig richtig gepokert. Den in der Einladung auf der Packliste aufgeführten Regenschutz konnten die Ausflügler jedenfalls getrost im Rucksack lassen – ausser sie hätten sich gegen die Gischt des Rheinfalls schützen wollen. Eine Schiffsrunde im Rheinfallbecken gehörte nämlich zu den Höhepunkten im Reiseprogramm. Nicht wenige der Politikerinnen und Politiker hatten das Naturschauspiel letztmals auf einer Schulreise erlebt.

Bei einem Apéro schipperte die Gruppe anschliessend in gemächlichem Tempo auf dem von viel Grün gesäumten «rheinischen Amazonas» Richtung Rüdlingen. Die drei Wehrstufen überwand man zu Fuss an Land. Die besorgten Blicke galten währenddessen für einmal nicht den Bülacher Finanzen, sondern den Weingläsern, die an Bord bedenklich ins Wanken gerieten, während das Schiff auf einem Rollwagen auf die andere Seite gezogen wurde.

Nach einem Mittagessen im Restaurant des Naturzentrums Thurauen bot eine Führung einen Überblick über das grösste Auengebiet im Mittelland und dessen Renaturierung. Durch das Entfernen der Uferverbauungen und das Baggern von Ausbuchtungen nimmt die Thur allmählich wieder einen natürlich kurvigen Lauf. Bereits sind in den Thurauen Lebensräume für seltene Fische, Libellen und Vögel entstanden.

Laubfrösche erspäht

Sowohl bei der Einführung ins Thema Auenlandschaft als auch beim anschliessenden Rundgang über den Erlebnispfad brillierten Parlamentarier jeder politischer Herkunft mit Wissen und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe – egal, ob es darum ging, Pflanzen zu ertasten oder winzige grüne Laubfrösche im ebenfalls grünen Schilfgras zu erspähen.

Bülachs Steuerzahlerinnen und Steuerzahler dürfen ihren Volksvertretern diese kleine Flucht aus dem Ratsalltag samt Salatteller mit Fischchnusperli und Weisswein übrigens bedenkenlos gönnen. Nach einer Budgetkürzung berappen die Teilnehmenden den Ausflug seit fünf Jahren aus dem eigenen Sack.

Erstellt: 26.08.2019, 16:06 Uhr

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