Eglisau

Das Fest am Wasser hat viel Anziehungskraft

Die Pontoniere Eglisau luden zu ihrem Rhyfäscht ein. Über tausend Frauen und Männer waren dabei und tanzten auf schwankendem Boden.

Für das Fest der Pontoniere in Eglisau herrschten gute Bedingungen. Bild: Leo Wyden

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Die Tanzfläche, aufgebaut auf einem Arbeitsboot der Rafzer Wasser- und Strassenbau AG, schwankt unter den Füssen der Paare. Das Duo Südwind steuert feurige Rhythmen bei.

«Feurig», dieses Wort sollte man allerdings gegenüber Metzger Hans­ruedi Matzinger, der wie ein DJ hinter seinem Grill steht, tunlichst vermeiden. Mit seiner Grillzange fuchtelt er hinüber zum anderen Ufer.

Dort unter der Linde sollte laut Kanton der Grill glühen. Exakt 200 Meter vom Waldrand, um dem seit dem 3. August geltenden allgemeinen Feuerverbot Rechnung zu tragen. «Wir Pontoniere könnten ja mit den Booten die Würste zwischen Grill- und Festplatz hin- und herschippern», sagt er und schnaubt.

Doch noch auf der richtigen Seite

Nach den Regenfällen vor zwei Tagen fragte der Verein noch einmal beim Kanton nach. Angesichts der neuen Ausgangslage kamen die Behörden den Pontonieren entgegen. Und so brutzelt Metzger Matzinger jetzt doch noch auf der richtigen Flussseite.

Eine Brandschutzwand, Gas anstatt Holzkohle und ein einsatzbereiter Feuerwehrschlauch waren die Auflage.

Und weil die Zusage zum Grillieren erst gut 24 Stunden vor dem Anlass eintraf, stellte der pensionierte Metzger in der vorangegangenen Nacht in seiner privaten «Werkstatt» mehr als 500 Würste her und marinierte unzählige Schweineschnitzel.

Noch gibt es genug Nachwuchs-Pontoniere

Es weht ein frischer Abendwind, der erste seit Wochen. Im Zelt sitzen an die tausend Menschen. Jeder, der auch nur einen Tropfen Rheinwasser im Blut hat, ist hier.

So zum Beispiel der bald 81-jäh­rige Walter Lienhard, einer der ältesten Pontoniere. Jede Woche steht er noch zweimal im Boot. Seine Kinder und seine sechs Grosskinder ­– alle am Ruder und alle vor Ort.

Mässige Nachwuchssorgen

Pontoniere, wohin man schaut. Wenn man hartnäckig nachfragt, so erfährt man, dass sogar Metzger Matzinger seit 50 Jahren Pontonier ist, einmal Schweizer Meister im Schnüren wurde, und seine Tochter vor Jahren den Titel Schweizer Meisterin holte.

Spricht man Vereinspräsident Hannes Meier aufs Thema Nachwuchssorgen an, so erfährt man: Schon auch, aber nicht so sehr, dass es wehtut.

Tanz bis in die Nacht

Inzwischen ist es Nacht, und noch immer drehen sich Paare auf der schwimmenden Tanzfläche. In wenigen Stunden werden sie am gleichen Ort den Frühschoppen zelebrieren und Vereinspräsident Meier wird zufrieden Bilanz­ ziehen.

Ab dann wird die Story von der durchwursteten Nacht und von der, mit vereinten Kräften erruderten, Lockerung des unheilvollen Feuerverbots, in die Vereinsgeschichte eingehen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.08.2018, 17:01 Uhr

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