Opfikon/Baden

Das Krönchen verfehlt das Unterland

Aus der Traum für die Opfikerin Melanie Müller. Am Samstag ist Jastina Doreen Riederer in der Trafo-Halle Baden Miss Schweiz geworden. Nach einer Schreck­sekunde steckte die Unterländer Kandidatin die Enttäuschung aber schnell weg.

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Konfettikanonen lassen Papierschnipsel auf die Köpfe der Miss-Schweiz-Kandidatinnen regnen, während Ex-Miss Schweiz Laetitia Guarino der frischgebackenen Schönheitskönigin die Krone aufsetzt. Angehörige, Fans und Presse umringen die Siegerin. Es wird gekreischt und gelacht. Die anderen zehn Kandidatinnen stehen im Schatten. Wacker versuchen sie sich mitzufreuen, wenigstens solange das rote Lämpchen an der Fernsehkamera noch leuchtet. So auch Melanie Müller.

«Es kann nur eine gewinnen»

Später bahnen sich allerdings Emotionen ihren Weg und lassen Tränen der Enttäuschung, aber auch der Erleichterung fliessen. Mitten im Rummel wartet Melanies Vater Jürg Müller auf seine Tochter. «Sie hat es toll gemacht. Ich würdige ihre grossartige Leistung. Sie kam unter die sechs schönsten Frauen der Schweiz, ist dynamisch und selbstbewusst. Es kann nur eine gewinnen», sagt er und fügt dann etwas leiser hinzu: «Natürlich leide ich jetzt mit.»

Dann erzählt er, dass seine Tochter die Teilnahme an der Miss- Schweiz-Wahl gewissermassen berufsbegleitend gemeistert hat. Lediglich die Woche vor der Wahl habe sie für ein intensives Training von ihrem Beruf freigenommen. Melanie arbeitet als diplomierte Pflegefachfrau HF auf der Urologie der Privatklinik Hirslanden. Dort hat sie bis Ende März frei, Anfang April steht sie wieder ihre Frau, so als wäre nichts gewesen.

Der stolze Freund

Jürg Müller verfolgte die Show mit seiner Partnerin und Adrian Harder, dem Freund Melanies, in der ersten Reihe mit. «Ich bin froh, dass sie nicht wegen eines Malheurs ausgeschieden ist. Immer wenn sie an uns vorbeigelaufen ist, hat sie uns angelächelt. Ich glaube, das hat ihr Kraft gegeben. Sie hat alles wunderbar gemacht und ich bin stolz auf sie, auch wenn sie kein Krönchen trägt», sagt Adrian Harder.

Nach der Krönung hat Melanie ihr aquamarinblaues Abendkleid mit einem weissen Anzug getauscht und das Augen-Make-up erneuert. Jetzt lässt sie draussen an der frischen Luft das Erlebte Revue passieren.

«Durchzuhalten hat Kraft gekostet»

Die Krone trägt nun eine 19-jährige Mitbewerberin aus Spreitenbach, daran gibt es nichts mehr zu rütteln. Doch Melanie geht auch nicht leer aus. «Uhr, Handy, Glätteisen, Erfahrung, Erlebnisse und Freundschaften», zählt sie auf und berichtet, dass ihre Zeit als Miss-Schweiz-Kandidatin von wenig Schlaf geprägt und recht anstrengend war. Beim Dreh für den Werbespot des Parfüms 007 plagte sie zudem noch die Migräne. «Es hat Kraft gekostet durchzuhalten», sagt sie und nimmt danach einen tiefen Zug Märzluft.

Warum sie nicht unter die ersten drei Finalistinnen gekommen ist, ist für Melanie Müller unerklärlich. Die Begründung der Jury, sie habe am Catwalk nicht überzeugt, kann sie nicht ganz nachvollziehen.

Ein Grund zum Feiern

Ihr kommen dann aber die Ohrringe in den Sinn, die sie von ihrer besten Freundin, die jetzt in ­China lebt, als Glücksbringer geschenkt bekommen hat. «Ich durfte sie bei der Wahl nicht tragen. Vielleicht ist das ja der Grund, warum mir das letzte Stück Glück gefehlt hat», sagt sie, wendet sich dann wieder ihrer Familie zu und sagt: «Kommt, wir gehen noch an die Aftershow Party ins Casino Baden. Heute haben wir allen Grund zum Feiern.»

Erstellt: 11.03.2018, 17:08 Uhr

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