Wahlen 2015

Das Unterland hätte 5,5 Sitze zugute

Am 18. Oktober wird ausgezählt. Bis dahin läuft der Wahlkampf um einen Sitz im nationalen Parlament. Im Kanton Zürich steht heuer die Rekordzahl von 35 Listen mit 873 Kandidaten zur Auswahl. Dar­un­ter befinden sich genau 101 Unterländer.

Sie wollen alle an den politischen Drücker: 101 Politikerinnen und Politiker aus dem Unterland aspirieren auf einen Sitz im Bundeshaus.

Sie wollen alle an den politischen Drücker: 101 Politikerinnen und Politiker aus dem Unterland aspirieren auf einen Sitz im Bundeshaus. Bild: Keystone

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Es sind Wahlen und niemand geht hin. Oder doch? An der Auswahl für die nationalen Parlamentswahlen kanns heuer jedenfalls nicht liegen, denn die ist punkto Parteilisten und Gruppierungen so umfangreich wie noch nie. Gleich 35 einzelne Zettel werden in den Wahlcouverts demnächst verschickt werden. Von arriviert-eta­bliert bis illuster-exotisch: Auf dem Marktplatz der Meinungen und politischen Ausrichtungen ist für fast jeden Wählergusto etwas im Angebot. Konkret heisst das: Von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) über die Tierpartei (TPS) bis zur Autofahrer-Liste – Stopp Stau und Blitzerterror wird heftig um Stimmen geworben. Und das Beste daran: Auf allen diesen Listen stellen sich auch Kandidaten aus der Region.

Insgesamt bewerben sich 101 Unterländer für einen Sitz im Nationalrat. Vor vier Jahren noch arg zurückgebunden, kam das Zürcher Unterland allerdings auf nur noch zwei Nationalräte. Nach der damaligen Abwahl von Urs Hany (Niederhasli, CVP) und Ernst Schibli (Otelfingen, SVP) blieb nur noch Hans Fehr (Eglis- au, SVP) als Bisheriger übrig. Hinzu kam der neu gewählte Thomas Hardegger (Rümlang, SP). Und nur dank dem Nachrücken von Ersatzkandidat Schibli zählt das Unterländer Grüppchen seit Mai 2014 aktuell doch drei Vertreter unter der Bundeshauskuppel.

Dabei hätte das prosperierende Zürcher Unterland eigentlich noch mehr Gewicht im Bundesparlament verdient. Aufgrund der Bevölkerungsstärke stünden dem Zürcher Unterland (226?000 Einwohner) im Vergleich zum restlichen Kanton (total 1,4 Mio.) nämlich mindestens 5,5 der 35 Zürcher Nationalratssitze zu.

Mehr politisches Gewicht für boomende Flughafenregion

Ob damit die Politik mit mehr Unterländern besser würde, bleibe freilich dahingestellt. Aber wenn man in Politikerkreisen stets auf die wichtige Rolle des Flughafens und das besonders prosperierende Glattal und Furttal hinweist, dann wäre eine stärkere Unterländer Delegation für Bern zumindest nicht ganz falsch gedacht.

Ein Blick auf die Kandidatenlisten aller Parteien zeigt, dass sich aktuell denn auch ganz viele mehr oder weniger bekannte Köpfe aus der Region um einen Sitz in Bern bewerben. Manche haben realistische bis gute Chancen, im Herbst in Bern vereidigt zu werden, andere sind eher exotische Aussenseiter auf einer Liste.

Bei den eta­blier­ten und grösseren Parteien sind da gleich mehrere Frauen, die sich Chancen ausrechnen dürfen.

Unterländer Kronfavoritin und weitere Kämpferinnen

Nebst den drei bisherigen Herren ist vor allem Barbara Steinemann (Watt-Regensdorf, SVP) sehr gut im Rennen. Sie hat es in ihrer Partei auf den 11. Listenplatz geschafft. Das ist zwar nicht der beste Platz aller neuen Unterländer Aspiranten, aber weil die SVP eben zuletzt stets die wählerstärkste Partei war, würde dieser 11. Platz anhand der Wähleranteile der Nationalratswahl von vor vier Jahren zum Einzug ins Bundeshaus reichen.

Natürlich ist das noch längst nicht fix, denn Steinemanns Erfolg dürfte namentlich vom Abschneiden zweier ihrer Parteikollegen abhängen: Roger Köppel (Ex-Klotener), der von Listenplatz 17 startet, sowie Hans-Ueli Vogt, einen Platz vor der Watterin. Wird Köppel nach vorne schiessen? Und wird Vogt in den Ständerat gewählt und dadurch den anderen auf dieser Liste einen Sitz überlassen? Diese Fragen bleiben vorläufig offen. Klärung gibts am Wahlsonntag, wenn alle Stimmcouverts des Kantons ausgezählt sein werden.

Chancen ausrechnen darf sich auch Priska Seiler Graf (Kloten, SP). Sie startet von der 9. Stelle auf der SP-Liste, wobei ihre Partei zuletzt sieben Sitze innehatte. Damit kommt sie unter den übrigen Unterländer Kandidaten den Rängen der Bisherigen noch am nächsten. Wie viele regionale Spitzenkandidaten politisiert sie seit Jahren im Kantonsrat. Gleiches gilt für Corinne Thomet (Kloten, CVP), Röbi Brunner (Steinmaur, Grüne) und Jörg Mäder (Opfikon, GLP). Sie alle liegen jeweils drei Plätze von einem gewählten Sitz auf ihren Listen entfernt. Und zudem könnte heuer auch die EDU wieder ein Wörtchen mitreden, falls es gelingt, einen Sitz zu erobern, dürfte er an einen Unterländer gehen. Denn ganz oben auf jener Liste stehen Hans Egli (Steinmaur) und Michael Welz (Oberembrach). Bis am 18. Oktober liegt es nun an den Parteien und Kandidaten, sich gut zu verkaufen. An den Stimmberechtigten ist es, ihre Favoriten zu notieren und den Wahlzettel auch wirklich abzuschicken oder an der Urne bis am 18. Oktober einzuwerfen.

Erstellt: 28.08.2015, 09:18 Uhr

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