Embrach

Den slawischen Geist in Noten gefasst

Das Kammerorchester Bülach zeigte mit Akkordeonistin Stefanie Mirwald als musikalischer Gast neue Facetten.

Das Kammerorchester Bülach vor vollen Rängen beim samstäglichen Konzertauftritt in der Embracher Kirche.

Das Kammerorchester Bülach vor vollen Rängen beim samstäglichen Konzertauftritt in der Embracher Kirche. Bild: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Ausdruck für Seele ist in vielen slawischen Sprachen derselbe – «duscha». So heisst Seele auch auf Russisch, Bulgarisch und Tschechisch. Und so nannte Anne-Cécile Gross, die musikalische Leiterin des Kammerorchesters Bülach, die zwei neusten Aufführungen des Ensembles: «Duscha – vom slawischen Wesen».

Am Samstag in der reformierten Kirche Embrach kamen 150 Besucher in den Genuss dieser musikalischen «duscha» und somit auch des Talents der Akkordeonistin Stefanie Mirwald.

Den Anfang und Schluss gaben das Intermezzo Nr. 2 in G-Dur des Russen Wassili S. Kalinnikow und die Tschechische Suite in D-Dur, Op. 39 von Antonín Dvo?ak. Letztere vereinte gesanglich-lyrische Art und Tanzsätze in unterschiedlichem Tempo mit dem Furiant, einem rasenden, bombastischen Tanz ganz zum Schluss.

Den Konzertmittelpunkt und damit den Auftritt des musikalischen Gastes stellte die von bulgarischer Volksmusik inspirierte Bulgarische Suite in drei Sätzen des Russen Wjatcheslaw Semionow. Dieses Stück war auch der Ausgangspunkt für die Themensetzung des Programms und die Zusammenarbeit mit Akkordeonistin Stefanie Mirwald, verriet die Dirigentin. «Ich wollte unbedingt mit Stefanie arbeiten und auch lange etwas mit einem Akkordeon machen.» Auf der Suche nach den passenden Stücken sei sie im Internet auf eine Aufführung der Bulgarischen Suite gestossen. Gross, die des Russischen mächtig ist, bekam die Noten direkt aus Moskau zugeschickt. «Aber sie gaben nicht das wieder, was ich im Internet gehört habe.» Das Stück war auf Papier nur sechs Minuten lang. «Das Konzert im Internet war wohl improvisiert und die Noten nicht erhältlich. Also habe ich es vom Gehör aus für uns nachgeschrieben.» Damit beschloss die musikalische Leiterin den slawischen Ton für das ganze Konzert. «Aber wir wollten alle Horizonte und Breiten zeigen. Auch das Komplizierte soll direkt beim Zuhörer ankommen, man soll sich in der Musik verlieren.» Für Mirwald ist klar, dass das Akkordeon den slawischen Geist aus der Balkangegend in der Musik wie kein anderes Instrument wiedergibt.

Bald «La Scala di Bülach»

Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern und Gruppen ist für das Kammerorchester nichts Ungewöhnliches. 1942 gegründet und 2005 mit dem Kulturpreis der Stadt Bülach ausgezeichnet, war es lange ein reines Streicherensemble. Inzwischen gehören auch zahlreiche Bläser dazu und so weitet man auch das Repertoire stets aus. Im Herbst wird das Orchester mit «La Scala di Bülach» eine italienische Oper aufführen.

Erstellt: 14.04.2019, 19:53 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben