Bülach

Den Weg ebnen für neues Quartier

Die Abbrucharbeiten auf dem Bülachguss-Areal in Bülach-Nord laufen auf Hochtouren. Vor dem Rückbau entfernen Spezialisten asbesthaltige Baumaterialien.

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Mittwochnachmittag auf dem Areal der ehemaligen Bülachguss AG: Baumaschinenenführer Herbert Elsener ist dabei, mit seinem hundert Tonnen schweren Bagger ein Hochregallager aus Stahl zurückzubauen. Mit scheinbarer Leichtigkeit packt die Schrottschere einen Teil der Konstruktion, hebt sie in die Höhe und legt sie auf den Boden. Mit brachialer Kraft schneidet die Schere die Metallteile in Stücke, so dass diese in einer der Abrollmulden Platz finden. 2002 wurde die 1919 gegründete Firma Bülachguss AG stillgelegt. Bis im letzten Sommer wurde das Fabrikareal von verschiedenen Mietern zwischengenutzt.

Auf den zwei Grundstücken mit einer Fläche von 55 250 Quadratmetern lässt die Firma Allreal Generalunternehmung AG ein neues Quartier mit 490 Wohnungen sowie Büro- und Gewerbeflächen entstehen. Es handelt sich um die grösste noch überbaubare Fläche im Kanton Zürich.

Der Abbruch läuft nach Plan

Zurzeit sind täglich rund 50 Facharbeiter damit beschäftigt, die alten Gebäude zu beseitigen und die Altlasten zu sanieren. Polier Silvan Hürlimann hat die anspruchsvolle Aufgabe, die Arbeiten zu koordinieren und für die Sicherheit der Mitarbeitenden zu sorgen. «Der Abbruch läuft nach Plan», sagt Roger Garatti, Projektverantwortlicher der Allreal Generalunternehmung AG bei einem Augenschein auf dem Gelände. Seit Anfang Oktober habe man rund 20 Prozent des Gesamtvolumens von 340 000 Kubikmetern geschafft. Bereits hat man damit begonnen, die Kanalisation zu bauen. Dazu ist ein acht Meter tiefer Schacht gegraben worden, der unter der Schaffhauserstrasse hindurchführen wird.

Beim Bau der Fabrikhallen und –gebäude sind seinerzeit asbesthaltige Baumaterialien verwendet worden sind. Diese müssen nun entfernt werden. Seit 1989 ist die Verwendung von krebserregendem Asbest in der Schweiz verboten. Eingepackt in Schutzanzüge und ausgerüstet mit Atemschutzmasken entfernen Spezialisten in Handarbeit die asbesthaltigen Platten. Ein Fachplaner der Arcadis Schweiz AG muss jeweils ein Gebäude erst freigeben, bevor es zurückgebaut werden darf. «Die Asbestsanierung benötigt viel Zeit», sagt Roger Garatti. «Und viel Manpower», ergänzt Thorsten Weber, Bauführer bei der Eberhard AG. Die Eberhard Unternehmungen sind zusammen mit der Firma Bretscher mit den Rückbauarbeiten, der Altlastensanierung sowie den Werkleitungen beauftragt.

Entsorgung und Wiederverwertung

Spezialisierte Firmen sind für die fachgerechte Entsorgung des Materials verantwortlich. Was mit Schadstoffen wie Asbest oder PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) kontaminiert ist, kommt je nach Belastung in die Deponie in Lufingen oder in Weiach. Holz, Metall, Beton oder Mischabbruch wird getrennt gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt.

Der Rückbau dauert noch rund ein halbes Jahr und geht auch dann noch weiter, wenn auf einigen Flächen schon gebaut wird. Die spektakulärsten Abbrucharbeiten folgen Anfang 2017, wenn die mehrgeschossigen Gebäude an der Reihe sind.

Einzig das Hauptgebäude ehemaligen Bülach Guss AG entlang der Schaffhauserstrasse bleibt stehen und wird noch lange an die vergangene Zeit von Bülach als Industriestandort erinnern.

Erstellt: 04.12.2016, 14:21 Uhr

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