Bülach

«Der Eislaufclub wird erfolgreicher und harmonischer»

Ein komplett neuer Vorstand soll die Unstimmigkeiten im Bülacher Eislaufclub aus der Welt schaffen. Die neue Präsidentin Silvia Bensalma erzählt, wie sie den ambitionierten Verein wieder auf die richtige Spur bringen will.

Nun soll alles besser werden. Silvia Bensalma ist die neue Präsidentin des Bülacher Eislaufclubs.

Nun soll alles besser werden. Silvia Bensalma ist die neue Präsidentin des Bülacher Eislaufclubs. Bild: Flavio Zwahlen

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Silvia Bensalma, Sie werden Präsidentin in einem Verein voller Unstimmigkeiten. Wieso tun Sie sich das an?
Silvia Bensalma: Um alles besser zu machen. Obwohl: Eigentlich habe ich mich gar nicht aufgedrängt für dieses Amt. Aber die meisten Mitglieder kennen mich bereits. Und viele von ihnen waren der Meinung, dass ich diese Verantwortung übernehmen sollte.

Ihre Vorgängerin Michèle Lehmann, die freiwillig als Präsidentin zurückgetreten ist, bezeichnete die letzte Generalversammlung als Chaos. Wie hat es sich in Ihren Augen zugetragen?
Es war kein Chaos. Natürlich wurden einige Vorgehensweisen des Vorstandes hinterfragt. Aber das ist an jeder Generalversammlung so. Anschuldigungen gab es jedoch zu keiner Zeit. Im Anschluss an die Versammlung ist es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen. Jedoch waren zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Mitglieder anwesend.

Mit Michèle Lehmann traten zwei weitere Mitglieder frei­willig aus dem Vorstand aus. Wie konnte es so weit kommen?
Es war mir bewusst, dass der Vorstand nicht mehr von allen Mitgliedern erwünscht war. Darum wurden drei der vier Mitglieder (eine Vakanz) an der Generalversammlung nur von einer knappen Mehrheit wiedergewählt. Dass Michèle Lehmann zusammen mit den beiden anderen Vorstandsmitgliedern deshalb freiwillig zurückgetreten ist, überraschte mich dann doch ein wenig. Sie hatten alle das Gefühl, dass sie beschuldigt worden seien, ihre Arbeit nicht richtig erfüllt zu haben. Der grösste Kritikpunkt war der fehlende Informationsaustausch zwischen Vorstand und Eltern.

Das heisst, die Eltern stellen hohe Ansprüche an den Vorstand. Werden Sie diesen gerecht?
Ich habe den Vorteil, dass ich seit fünf Jahren im Club bin und dadurch viele Eltern persönlich kenne. Dennoch wird es sicherlich keine leichte Aufgabe, den Eislaufclub zu führen. Aber mit unserem neuen Motto «Gemeinsam für unsere Kinder» schaue ich zuversichtlich in die Zukunft. Der Wille ist da, es besser zu machen.

«Wir haben darauf geachtet, dass der Vorstand ganz neu aufgestellt wird und keine Altlasten bleiben.»Silvia Bensalma, Präsidentin des Eislaufclubs Bülach

Mit einem komplett neuen und unerfahrenen Vorstand?
Wir haben darauf geachtet, dass der Vorstand ganz neu aufgestellt wird und keine Altlasten bleiben. Zudem setzt sich der Vorstand aus Mitgliedern von verschiedenen Trainingsgruppen zusammen, sodass alle Kinder gleich gut gefördert werden können.

An der Generalversammlung kam der Vorschlag, den Bülacher Eislaufclub in ein Regionalzentrum mit mehreren Hundert Läufern umzuwandeln. Ist das nicht ein wenig übertrieben?
Das kann ich noch nicht sagen. Wir klären zurzeit ab, ob es möglich ist und was die Voraussetzungen dafür sind. Aber ich würde ein solches Projekt fördern.

Welche weiteren Pläne hat der Vorstand noch in Aussicht?
Wir bringen derzeit die Website auf Vordermann. Über diese wollen wir einen besseren Informationsaustausch unter den Mitgliedern erreichen. Alle Eltern werden ein eigenes Login erhalten, um an Informationen zu gelangen, die nur für sie gedacht sind und nicht für Aussenstehende. Die Mitglieder können auf diesem Portal auch Fragen stellen oder Verbesserungsvorschläge mitteilen. So kann sich jeder Einzelne einbringen. Das war früher ein grosses Manko.

Und sportlich?
Wir wollen die Kinder so fördern, wie sie es auch verdient haben. Die Bandbreite ist gross: Es gibt Amateure, Talente und angehende Superstars. Wir wollen sie alle gleich behandeln.

Tönt ja alles schön und gut: Überschätzt sich der neue Vorstand nicht ein bisschen?
Nein. Ordnung ist alles. Wir müssen unsere Aufgaben richtig koordinieren, dann funktioniert es. Kommt dazu, dass wir jetzt sieben Vorstandsmitglieder sind. Bisher waren sie nur zu viert. Das heisst, wir können die Aufgaben besser aufteilen. So ist niemand überfordert und kann seine Aufträge effizient erfüllen.

Wo sehen sie den Club in fünf Jahren?
An der Spitze. Nein, Spass. Aber ich sehe ihn erfolgreicher und harmonischer. Ich bin realistisch: Wir haben Läuferinnen, die sehr gut sind und die Möglichkeit auf nationale und internationale Erfolge haben. Aber das sind alles Kinder. Sie entwickeln sich noch in vielerlei Hinsicht. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.08.2017, 21:37 Uhr

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