Bachenbülach

Der Glaube an die Liebe zählt

Mit subtilem Humor und lebensnahen Situationen erzählt die romantische Komödie «Zwei wie wir» von der Liebe eines geschiedenen Paares. Die Premiere an den Kammerspielen Seeb letzten Samstag hat das Publikum begeistert.

Niklas Leifert und Katharina Bohny spielen Rudy und Nora, ein geschiedenes Paar, welches sich zufällig wieder trifft.

Niklas Leifert und Katharina Bohny spielen Rudy und Nora, ein geschiedenes Paar, welches sich zufällig wieder trifft. Bild: pd

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Gedämpftes Licht, Räume im Stil der Belle Epoque und chic gekleidete Gäste – am Samstagabend lud das professionelle Theater Kammerspiele Seeb in Bachenbülach zur ausverkauften Premiere seines neuen Stückes, der romantischen Komödie «Zwei wie wir» des Autors Norm Foster. Regie führte wie so oft der Gründer und Theaterleiter der Kammerspiele, Regisseur Urs Blaser. Im Stück begegnen sich Nora (Katharina Bohny) und Rudy (Niklas Leifert) zufällig in einem Bistro wieder. Nach der etwas unbeholfenen Begrüssung beschliessen sie doch, zusammenzusitzen und sich auszutauschen. Das Publikum erfährt von ihrer gemeinsamen Vergangenheit: Sie waren verheiratet, sind nun seit fast vier Jahren geschieden, haben aber einen sehr umgänglichen Ton beibehalten.

Stationen einer Liebe

Das Gespräch und die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit führen sie in die Vergangenheit und durch Stationen ihrer Liebe – und die Zuschauer werden erstmal neun Jahre zurückgeworfen: An den Tag ihrer ersten Begegnung in einem Blumenladen. Sie Managerin im Kongresszentrum, er Maler; er locker, entschieden und mit Familienwunsch, sie perfektionistisch und zögernd, mit einem Kindheitstrauma. Trotz unterschiedlichem Hintergrund ist die Anziehung sofort da, das erste Date bei einem Baseballspiel folgt, der erste Kuss, die erste Nacht, Treffen mit den Eltern, Hochzeit.

Die Wechsel zum Bistro und in die Gegenwart sind fliessend, witzig und ideenreich, und nach und nach erfährt man über die Tragödie und den darauffolgenden Vertrauensbruch, die zum Bruch der grossen Liebe geführt haben. Ist diese Liebe unwiderruflich Vergangenheit? Nora und Rudy sind sich uneinig.

Die Dialoge des Zweipersonenstücks sprühen nur so von Wortwitz und Humor. Katharina Bohny und Niklas Leifert verstehen sich auf der Bühne blind. Die Gäste bedankten sich für die Aufführung mit einem langanhaltenden Applaus.

Lebensnah und kurzweilig

Unter den Gästen waren auch die Schauspieler Heiner Hitz und Ulrike Cziesla, die in den Kammerspielen Seeb auch schon auf der Bühne stand, zuletzt beim Hit «Rose und Walsh» von Neil Simon. Das Stück sei hervorragend gewesen, das Zusammenspiel der Schauspieler wie auch das Bühnenbild, waren sich beide einig. «Es ist eine Komödie, die mit einer wunderbaren Leichtigkeit daherkommt, beim Spiel und im Dialog», sagte Hitz. «Komödie ist etwas vom Schwierigsten was man spielen kann, aber man darf es als Zuschauer nicht merken.» Gerade bei einem Zweipersonenstück, wo während zwei Stunden beide Schauspieler immer auf der Bühne seien. «Die Zeit ist verflogen, wie ich es selten so erlebt habe.»

Regisseur Urs Blaser erkannte die Chemie zwischen den beiden Darstellern Bohny und Leifert bei einer früheren Seeb-Produktion und entschied sich, sie in einem Zweipersonenstück zu besetzten: «Ich tat, was ich schon ewig nicht gemacht habe – ich habe sie zwei verpflichtet ohne zu wissen, welches Stück wir aufführen.» Die Wahl fiel letztes Jahr auf «Zwei wie wir.» Das ist eine subtile Komödie und was mir persönlich an ihr gefällt ist der Glaube an die Liebe. Wir leben in einer Gesellschaft, in der, wenn etwas kaputt geht, es sofort ersetzt wird. Und die Botschaft des Stückes ist, dass auch wenn eine Beziehung grosse Krisen durchgemacht und schwere Schicksalskrisen erlebt hat, es vielleicht doch eine Chance gibt.» Blaser ist überzeugt, dass sich jeder irgendwo in den zwei Figuren wiedererkenne. «In mir ist sehr viel Nora und sehr viel Rudi drin.» Die Nähe am wirklichen Leben mache das Stück ansprechend.


Die romantische Komödie «Zwei wie wir» von Norm Foster unter der Regie von Urs Blaser läuft am Theater Kammerspiele Seeb an der Zürichstrasse 16 in Bachenbülach bis Ende Mai 2019. Das Stück läuft alternierend mit der Gesellschaftskömodie «Sylvia». Infos und Reservation unter www.kammerspiele.ch

Erstellt: 20.01.2019, 21:26 Uhr

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