Kloten

Der Stadtplatz wurde für einmal bunt

Am Samstag haben sich auf dem Stadtplatz in Kloten Menschen aus unterschiedlichen Kulturen getroffen, um gemeinsam an einem Wandbild zu malen.

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«Ist das eine Wohltätigkeitsveranstaltung?», fragt ein älterer Mann. Er ist vor den beiden grossen Bildern stehen geblieben, die mitten auf dem Stadtplatz aufgehängt worden sind. Darauf sind Klotener Wahrzeichen und Symbole zu sehen, unter anderem das Gemeindehaus, der Turm der reformierten Kirche, die Swiss-Arena und ein Flugzeug mit dem Schweizer Kreuz.

Die Silhouetten sind vorgezeichnet, etwa ein Dutzend Erwachsene stehen mit den Pinseln davor und füllen sie mit ­diversen Farben. Der erwähnte Herr, der vor den Bildern steht, ist zufällig vorbeigekommen. «Eine gute Sache!», findet er.

Lieblingsort ausgewählt

Auch Elham Kadri ist zufällig auf die Aktion auf dem Stadtplatz aufmerksam geworden, als er in der Nähe vorbeifuhr. «Meine Kinder waren begeistert und wollten unbedingt mitmalen», sagt der Klotener. «Sie malen zu Hause auch sehr gerne.» Einige, die an diesem Samstag über den Stadtplatz schlendern und dann spontan zu malen beginnen, haben im Vorfeld nichts vom Projekt «Kloten malt» gehört, das vom Verein Expo Transkultur organisiert wird.

Die Platten für die beiden Bilder, die zusammengesetzt ein Wandbild ergeben, wurden in einer Holzwerkstatt der Vereinigung Freizeit Kloten gefertigt, die Motive darauf wurden von Asylsuchenden und Mit­gliedern von Expo Transkultur ausgewählt – unter dem Motto: «Mein Lieblingsort in Kloten.»

Auch wenn «Kloten malt» zum ersten Mal stattfindet – neu ist die Idee nicht. «Wir haben solche Wandbildmalereien schon in Zürich-Nord organisiert», sagt Projektleiterin Lilian Navia. Ziel seies jeweils, Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenzubringen und sie gemeinsam malen zu lassen. «Die verschiedenen Farben», so Navia, «stehen für die verschiedenen Nationen.»

Es geht auch um Integration

Tatsächlich sind unter den Hobbymalerinnen und -malern auch Menschen zu finden, die ihre Wurzeln nicht in der Schweiz ­haben. Zum Beispiel Mohammad Hassani (29) und Morteza Nazari (20). Die beiden stammen aus Afghanistan, wohnen nun in Kloten. Hassani kam vor anderthalb Jahren in die Schweiz, Nazari ist seit fast zwei Jahren hier.

Gemeinsam malen sie die Swiss Arena blau an. «Wir malen sehr gerne», sagt Hassani. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum sie an diesem Samstag auf den Stadtplatz gekommen sind. «Es geht auch um Integration», sagt Nazari. «Inte­gration ist sehr wichtig.» Das haben die beiden auch bei ihrer Ankunft in der Schweiz gespürt. «Es war am Anfang schwierig für uns», gesteht Nazari. «Aber mittlerweile haben wir uns gut eingelebt.»

Während Hassani und Nazari weitermalen, kommt eine Mutter mit zwei kleinen Mädchen vorbei. Sie melden sich spontan zum Malen an. Kinder arbeiten jedoch nicht am Wandbild mit, sondern malen ihr eigenes Bild auf einem kleineren Format. Diese Bilder werden nachher wie die Platten für das Wandbild aufgehängt und den Passanten präsentiert. «Das ist für die Kinder das Schönste, wenn ihr Werk gezeigt wird», verrät Alba Chantico Ledesma, Prä­sidentin von Expo Transkultur.

Doch was passiert eigentlich mit dem grossen Wandbild, wenn es fertig ist? «Wir bringen es ins Haus der Asylorganisation Zürich AOZ, die an dem Projekt ebenfalls beteiligt war», sagt Navia. Eine eigentliche Vernissage sei aber nicht geplant. Wichtiger sei sowieso, dass die Leute zusammengekommen seien und den Stadtplatz belebt hätten.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.07.2017, 10:15 Uhr

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