Höri

Der Turnverein lockte am Chränzli ins Shoppingcenter

Der 13-jährigen Stefanie gefiel die Aufführung ganz besonders, kannte sie doch fast alle Darsteller.

Die verschiedenen Riegen gaben am Chränzli ihr Bestes, sodass es dreimal ausverkauft war.

Die verschiedenen Riegen gaben am Chränzli ihr Bestes, sodass es dreimal ausverkauft war. Bild: Christian Merz

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An den Tischen im «Shoppicenter» wird am Freitagabend im Rahmen des Höremer Chränzli gescherzt, gequatscht und gelacht, das Duo Pop Alpin besingt die Perle Tirols, und die Verschlüsse der Flaschen mit saurem Most klicken. Darüber hinaus duftet es nach Tessinerbraten, welchen die Männerriege nach einem ausgeklügelten Zettelprinzip unter die Leute bringt. Stefanie Schläpfer tunkt gerade die letzte Nudel in der Sauce und sagt: «Höchst empfehlenswert.» Nun ist die 13-Jährige im pinkfarbenen Kapuzenpulli mit Einhorn drauf gestärkt für den Abend. Weil viele ihrer Kollegen, Kolleginnen, Nachbarn und Verwandte unter den Akteuren sind, wird das Mädchen unzählige Kalorien verbrennen, obwohl sie selbst nicht aktiv auf der Bühne steht. Sie wird applaudieren, bis die Hände glühen, trampeln und bis zur Heiserkeit «Zugabe! Zugabe!» brüllen.

«Wegen der Schule und des Geräteturnens habe ich keine Zeit mitzumachen. Aber ich bin da, um alle zu unterstützen», sagt sie.

Rowdys im Parkhaus

So zum Beispiel gleich am Anfang die Männerriege, welche mit Steuerrädern in den Händen und als Strassenrowdys verkleidet ins Parkhaus einfährt. Oder auch die Elki-Turner, die mit ihren «Poschtiwägeli» durch den «Schläckzüglade» des fiktiven Shoppingcenters kurven. «Lueg, de Fabian! Und de Simon!», ruft Stefanie und hält sich den Bauch vor Lachen.

Auch bei der Nummer «Hängergäng» der Jugi kennt sie fast die ganze Bande. Überhaupt scheint das Chränzli hier in Höri die Rolle des Dorftreffpunkts einzunehmen. Das Programm trägt zwar den Namen «Shoppicenter», doch Stefanie kann gut auf einen dorfeigenen Konsumtempel verzichten. «Wenn ich etwas brauche, fahre ich nach Bachenbülach oder Dielsdorf. Und hier reicht mir der Volg», sagt die Teenagerin und wendet sich dann wieder der Bühne zu. Hier tanzt das Gym-Team gerade die Nummer, mit welcher der 111 Jahre junge STV Höri am Eidgenössischen beeindruckte.

Nach der Pause gerät Stefanie dann völlig aus dem Häuschen. Bei der Nummer «Frässmeile» tanzt nämlich ihr Götti Michael Vogelbach mit. «Der mit der grünen Schürze. Hammer! », ruft sie und macht nach der Nummer so einen Radau, dass die als Pizzabäcker verkleideten Turner gleich noch einmal antreten müssen. Nach der Nummer «Apple Store» der Mädchenriege wird Stefanie dann wieder speziell unruhig. «Da vorne auf der Bühne sitzt meine Mami. Die mit den kurzen Haaren auf dem Coiffeurstuhl. Cool!», ruft sie und feuert die Frauenriege lauthals an. Nach der Darbietung «Shopping Queen» und dem flotten Tänzchen des gemischten Turnvereins folgt ein letzter Sketch der Moderatoren Peter und Patrick Hiltebrand sowie Mirjam Baltensperger.

Dreimal ausverkauft

Die Türen des imaginären Shoppingcenters sind zu, doch die festfreudigen Höremer kommen in der Turnhalle noch lange nicht zur Ruhe. Während Stefanie ihren Stapel Lose für die Nietenverlosung präpariert, zieht Fabian Walter vom OK Bilanz. Er sagt: «Drei ausverkaufte Vorstellungen, zufriedene Kunden, und auch der Umsatz stimmt. Welches andere Shoppingcenter kann das noch von sich behaupten?»

Erstellt: 08.12.2019, 19:29 Uhr

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