Bassersdorf

Die Digitalisierung beeinflusst auch Flohmärkte

Der Flohmarkt ist ein traditioneller Anlass im Dorf. Die Angebote haben sich jedoch durch verschiedene Einflüsse verändert. Trotzdem ist die spezielle Marktatmosphäre bis heute geblieben.

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Ein Rauswurf gab Anlass, einen eigenen Flohmarkt zu organisieren. Mehrere Frauen aus Bassersdorf besuchten nämlich während vielen Jahren den Klotener Flohmarkt und hielten dort ihre Antiquitäten feil. Bis die Stadt plötzlich keine fremden Aussteller mehr duldete. Im Jahr 1993 stellten deshalb vier Frauen ein Gesuch beim Basserdorfer Gemeinderat, mit der Bitte, im Dorfzentrum einen eigenen Flohmarkt zu organisieren. Die Initiative wurde von der Gemeinde bereitwillig unterstützt. Nun finden im Dorfzentrum jährlich drei Flohmärkte statt. Heidi Mast und Greth Dübendorfer, zwei der Gründerinnen, sind heute noch immer im Organisationskomitee dabei.

Drehorgelmann sorgt für Unterhaltung

Die erste Durchführung des Flohmarkts veranlasste die Bänkelsänger, an der Fasnacht folgende Schnitzelbank zu präsentieren: «Häsch Ramsch im Eschtrich oder Garte, so muesch nümm lang uf’s Sperrguet warte. Nimmsch all din Grümpel, das isch geil, und häsch en dänn am Flohmärt feil.» Zu dieser Zeit zählte der Flohmarkt 43 Aussteller, für Unterhaltung sorgte ein Drehorgelmann. Die Bevölkerung schätzte die neuen Anlässe im Dorf und besuchte diese stets sehr gut.

«Das Angebot hat sich im Laufe der Jahre verändert.»Heidi Mast, Mitbegründerin des Basserdorfer Flohmarkts

Das Datum für den Flohmarkt am vergangenen Samstag, nun sind es 64 Aussteller, war nicht optimal gewählt. Der Grund: Bei der restaurierten Sagi fand zeitgleich ein Jubiläumsanlass statt. Hinzu kam, dass durch einen Personalwechsel in der Gemeindeverwaltung die Bewilligung für die Reklame auf dem Kreisel ausblieb. Trotzdem: Das Wetter spielte mit, die Stimmung war gut und es gab kein Gedränge.

Viele Gebrauchtwaren werden online verkauft

Heidi Mast stellt fest, dass sich das Angebot im Laufe der Jahre verändert hat: «Früher waren alte Kupferkessel oder Steinguttöpfe am Beliebtesten.» Nun warten viele Spielwaren vergeblich auf Käufer. Die Kinder bevorzugen in der heutigen Zeit das Smartphone. Viele Gebrauchtwaren werden heute zudem über Onlineplattformen verkauft. Dadurch nimmt das Angebot bei Flohmärkten ab. Doch die spezielle Marktatmosphäre sowie die persönlichen Begegnungen fehlen im Internet.

Ein besonderes Stück stellte Giacomo Telesca aus. Ein Mini-Motorrad mit einem Benzinmotor und Scheibenbremsen, etwa 15 Kilogramm schwer und geeignet für Erwachsene. Allerdings ist der Töff für Fahrten auf öffentlichen Strassen nicht zugelassen. Klaus und Eva Wussow aus Bassersdorf hielten an ihrem Stand Bilder und elektronische Geräte feil. Das Mitmachen am Flohmarkt bereitet den beiden Freude: «Man kommt mit Bekannten ins Gespräch und Sachen, die nicht mehr gebraucht werden, finden einen Abnehmer.» Wussow lobte auch die Organisation. So habe bereits beim Aufbau des Standes alles prima geklappt.

Erstellt: 02.06.2019, 18:57 Uhr

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