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Die Strasse wird nicht zur Heizung

Die Strassen in Wallisellen dürfen keine Wärme sammeln. Die Gemeindeversammlung hat der Initiative des Forums pro Wallisellen, welche den Einbau von Asphaltkollektoren in Gemeindestrassen verlangt, knapp nicht zugestimmt.

Bei einer der nächsten Strassensanierungen sollten zu Testzwecken Asphaltkollektoren eingebaut werden. So wollte es die Initiative, welche die Gemeindeversammlung nun allerdings abgelehnt hat.
Bei einer der nächsten Strassensanierungen sollten zu Testzwecken Asphaltkollektoren eingebaut werden. So wollte es die Initiative, welche die Gemeindeversammlung nun allerdings abgelehnt hat.
Marc Dahinden

Fast hätten die Walliseller am Dienstagabend an der Gemeindeversammlung im Saal zum Doktorhaus Geschichte geschrieben. Fast hätten sie dafür gesorgt, dass die Gemeinde in Sachen Wärmegewinnung Pionierarbeit leistet. Fast ist aber eben nicht ganz. Immerhin 58 der 128 anwesenden Stimmberechtigten (1,4 Prozent) waren dafür, dass die Initiative «Asphaltkollektoren für Wallisellen» für erheblich erklärt wird.

Die Mehrheit – nämlich 63 Stimmberechtigte – lehnten den Vorstoss allerdings ab.Vor der Abstimmung hatte sich Mitinitiant Heiner Dietiker vom Forum pro Wallisellen für die Asphaltkollektoren stark gemacht. «Mit einer Annahme wird noch nichts gebaut», gab er zu Bedenken. Die Initianten wollten lediglich, dass ein Grundsatzentscheid gefällt wird. In einem Jahr sollte ein konkertes Projekt mit Budget stehen, das in den folgenden fünf Jahren umgesetzt worden wäre.

Gemäss Initiativtext sollte bei einer der nächsten Strassensanierungen eine Asphaltkollektoranlage zu Testzwecken eingebaut werden. Die Anlage ist ein System mit feinen Leitungen, das im Strassenbelag verlegt wird. Wasser, das durch die Leitungen fliesst, kühlt im Sommer die Strasse. Die so gewonnene Wärme wird im Boden gespeichert, womit im Winter Häuser und anschliessend die Strasse selbst beheizt werden.

Entwickungsland Schweiz

Gemeinderat Jürg Niederhauser, Ressortvorsteher Tiefbau und Landschaft, zählte die heiklen Punkte der Initiative auf. Es sei zwar richtig, dass solche Anlagen in Holland erfolgreich in Betrieb sind. Aber die geologischen Verhältnisse zwischen Holland und der Schweiz seien nicht vergleichbar. Denn die Schweiz verfüge über grosse fliessende Grundwasserströme, was für die Wärmespeicherung ungeeignet sei.

Insgesamt gab es für den Gemeinderat zu viele offene Fragen: So müssten Geologie, System, Technologie, Speicherung, Abnehmer und Kosten-Nutzenverhältnis abgeklärt werden. Vor allem sollte Wallisellen nicht die Führung übernehmen, wenn technisches Know-How erst aufgebaut werden müsse. «Die Schweiz ist bezüglich dieser Technologie ein Entwicklungsland», hielt Niederhauser fest. Mit dem Walliseller Nein wird sie es vorläufig auch bleiben.

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