Bülach

Die Zukunft des Tennisclubs ist im Trockenen

Die Mitglieder des Tennisclubs Bülach haben neue Spielorte gefunden. Nachdem der Verein die Aussenplätze verloren hat, zieht man in zwei Hallen. Allerdings macht rund die Hälfte der Mitglieder diesen Wechsel nicht mehr mit.

Halle statt Freiluft: Die Mitglieder des TCB trainieren ab April mit einem Dach über dem Kopf.

Halle statt Freiluft: Die Mitglieder des TCB trainieren ab April mit einem Dach über dem Kopf. Bild: (Symbolbild) Archiv ZU

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Regen, Wind und Sonneneinstrahlung brauchen die Mitglieder des Bülacher Tennisclubs (TCB) fortan nicht mehr zu kümmern. Sie spielen ab April ausschliesslich unter Dach.

Der Verein hat an seiner Generalversammlung vom Freitag einstimmig den Umzug in die Hallen an der Hammerstrasse in Bülach und in die Tennishalle Ambiance in Bachenbülach beschlossen. «Auch die damit verbundene Erhöhung der Mitgliederbeiträge um 110 Franken ist genehmigt worden», sagt Peter Vogelsang, Präsident des TCB. Vogelsang ist froh über diese Lösung. Sie steht am Ende von rund drei Jahren der Ungewissheit. Diese begann, als die Stadt Bülach den 2015 auslaufenden Baurechtsvertrag mit dem Verein nicht mehr erneuerte. Grund dafür war das geplante Zentrale Verwaltungsgebäude. Der mittlerweile vom Volk bewilligte Bau wird auf das Stück Land neben der Stadthalle zu stehen kommen – also genau dort, wo heute noch die drei Sandplätze des TCB liegen.

Den Club am Leben erhalten

Dort spielte der Verein zwar noch bis im September des vergangenen Jahres, doch parallel dazu lief seit längerem die Suche nach einer neuen Spielstätte für die damals noch rund 140 Aktivmitglieder des Klubs. Diese gestaltete sich schwierig.

Eine erste Lösung zeichnete sich auf der Anlage Halden in Bachenbülach ab, wo man sich dem Tennisclub Yellow hätte anschliessen können. Bülach, Bachenbülach und Winkel investierten Ende 2016 je 50 000 Franken in die Pläne für ein regionales Tenniszentrum Unterland am Standort Halden. Es hätte auch die ausquartierten Bülacher beherbergen sollen. Doch beim TCB war man nicht begeistert. Die Anlage sei zu weit entfernt und schlecht erreichbar. Aber mindestens so wichtig: Die Bülacher wollten den eigenen Traditionsclub am Leben erhalten.

Das scheint nun mit den Hallenlösungen gelungen zu sein, wenn es auch ein kleiner Club geworden ist, der am 23. April in die neue Saison starten wird. 103 Mitglieder, davon 55 aktive, zählt der Verein heute.

56 machen Wechsel nicht mit

Präsident Vogelsang ist überzeugt, dass sie an den neuen beiden Spielorten gute Bedingungen vorfinden werden. Statt wie bisher bis 22 Uhr kann bis um Mitternacht gespielt werden. «Wir dürfen beide Hallen mit ihren insgesamt fünf Plätzen während der Sommersaison ohne Einschränkungen an sieben Tagen in der Woche nutzen», freut sich der Präsident. Natürlich werde es am Anfang ein gegenseitiges Ab­tasten von Clubmitgliedern und Hallenbetreibern geben: «Mitte Jahr werden wir uns zusammensetzen und allfällige Anpassungen der Zusammenarbeit vornehmen», sagt Vogelsang. Er räumt jedoch ein, dass gut 56 Aktive den Wechsel in die Hallen nicht mitmachen wollten. «Sie spielen lieber im Freien und haben sich deshalb anderweitig orientiert.» Dem Club treu geblieben seien sowohl ältere als auch jüngere Mitglieder: «Viele verstehen den Verbleib als Akt der Solidarität mit ihrem Club.»

Hirslen bleibt ein Thema

Vogelsang möchte die Hoffnung auf Freiluftplätze auf Bülacher Boden aber noch nicht begraben. Im Visier hat er die Sportanlage Hirslen. Sein Konzept, dass er unlängst dem Stadtrat unterbreitet hat, sieht vor, bei einer Sanierung der Hirslen Tennisplätze zu integrieren. «In meinen Augen ist das machbar», sagt der Vereinspräsident.

Eine Sanierung werde allerdings erst 2020/2021 ein Thema. «Aber dank des Konzepts haben wir schon mal einen Fuss im Projekt.» Etwas Geld hat der TCB auch auf der hohen Kante. Die 80 000 Franken, die der Verein nach längerer juristischer Auseinandersetzung von der Stadt als Baurechts-Heimfallentschädigung erhalten hat (der ZU berichtete), liegen derzeit auf einem separaten Konto. «Wer weiss, vielleicht können wir sie in ein paar Jahren für einen Beitrag an die Tennisinfrastruktur in der Stadt Bülach brauchen.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.02.2018, 08:20 Uhr

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