Opfikon

Diebe stehlen Kunstblache im Glattpark

Anfang März haben Künstler im Glattpark rund 100 Blachen mit Kunstmotiven aufgehängt. Nun wurde eines der Bilder von der Bauwand entfernt und mitgenommen.

Das Porträt von Bob Marley des Schweizer Künstlers Marvin Kangsen hing etwas mehr als einen Monat an der Bauwand im Opfiker Glattpark.

Das Porträt von Bob Marley des Schweizer Künstlers Marvin Kangsen hing etwas mehr als einen Monat an der Bauwand im Opfiker Glattpark. Bild: zvg

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«Vermisst wird: Diese Kunstdruckblache von Marvin Kangsen». Mit diesen Worten suchen die Opfikerinnen Stefanie Seiler und ihre Tochter Sara Haslacher nach einem Bob Marley Porträt. Das gedruckte Bild gehört zu einem der 100 Kunstblachen, die anfang März im Rahmen des Projekts «Art In Open RoomZ» an die Bauwand im Glattpark Opfikon gehängt wurden. Seit einigen Tagen ist es jedoch spurlos verschwunden. Jemand hat sich mit einem Akkubohrer daran zu schaffen gemacht und es von seinem Bestimmungsort entfernt.

«Das ist respektlos dem Künstler gegenüber», sagt Stefanie Seiler. «Marvin Kangsen hat sich zwar anfangs geehrt gefühlt, weil nur sein Bild verschwunden war. Doch grundsätzlich findet er es eine Frechheit.» Der bestohlene Schweizer Künstler hat die 150 Franken Unkosten für seine Blache aus der eigenen Tasche bezahlt. So wie die meisten, die beim Projekt mitmachen.

Weiteres Projekt in Zürich

Mit dem Projekt «Art In Open RoomZ» setzen sich Seiler und Haslacher für Kunst im öffentlichen Raum ein. «Es gibt viele gute Künstler, die sich einen Platz in einer Gallerie nicht leisten können. Auch für sie muss es Möglichkeiten geben», sagt Seiler. Analog zum Projekt im Glattpark haben die Opfikerinnen deshalb ein weiteres Projekt in Zürich lanciert. Auf einer Bauwand neben dem Kunsthaus hängen bereits die ersten Blachen. «Die Stadt toleriere die künstlerische Gestaltungs des Zauns und sehe von einer Anzeige ab. Aufträge zur Gestaltung erteile sie jedoch nicht.

Blachen sind käuflich

Nach dem Diebstahl in Opfikon befürchtet Seiler, dass einigen Blachen in Zürich dasselbe Schicksal drohen könnte. Nicht zuletzt deshalb, weil bestimmte Werke von namhaften Künstlern stammen. Dabei könnte man die Blachen auch käuflich erwerben. Mindestens 300 Franken muss man in die Hand nehmen.

«Es wäre eine schöne Geste, wenn der Dieb wenigstens den Unkostenbeitrag bei uns in den Briefkasten legen würde», sagt Seiler. «Damit wäre zumindest eine neue Blache finanziert.»

Erstellt: 19.04.2016, 16:59 Uhr

Die Vermisstenanzeige. (Bild: zvg)

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