Zum Hauptinhalt springen

Dietliker App verknüpft alle Gemeinde-Infos

Eine kleine Dietliker Firma sorgt mit einer App, mit gedruckten Broschüren und mit einer Website für den Durchblick in fast allen Gemeinden der Schweiz.

Firmengründer Maurizio Toscano in den Büros am Hauptsitz seiner Firma mycity.ch in Dietlikon.
Firmengründer Maurizio Toscano in den Büros am Hauptsitz seiner Firma mycity.ch in Dietlikon.
Francisco Carrascosa

Wer Informationen sucht, wird oft mit unnützen und nicht zutreffenden Angaben überflutet. Wer die naheliegenden Angaben zum Entsorgungskalender, zur Gemeindeversammlungen oder etwa die wichtigsten Telefonnummern und Kontaktadressen der Verwaltungsstellen einer beliebigen Schweizer Gemeinde zugreifen will, dem bietet die Informations-Plattform mycity.ch schnelle Orientierung.

Die Idee dazu hatte der bald 43-jährige Unterländer Maurizio Toscano. Mit seinem Unternehmen will er dafür sorgen, dass Informationssuchende sich nicht jedes Mal von neuem durch den Cyber-Dschungel klicken, tasten und wischen müssen.

Erklärtes Ziel ist es, alle verfügbaren Infos aus den Gemeinden direkter, einfacher und vor allem übersichtlicher zu präsentieren. Und dies auf allen wichtigen Kanälen. So gibt es mycity inzwischen als einheitliche Plattform in Form von Smartphone-Anwendungen, als Website und auch ganz klassisch als gedrucktes Heft in den Briefkästen ausgewählter Gemeinden.

Print läuft überraschend gut

Eine Minute mit dem Velo von seinem Walliseller Zuhause entfernt hat der Toscano gleich ennet der Gemeindegrenze, in Dietlikon, eine moderne Zentrale für mycity.ch aufgebaut. Von dort aus bereitet sein junges Team die wichtigsten Informationen aus hunderten Gemeinden der Schweiz auf. «Die Grundidee war eine sogenannte App für Gemeindeinfos zu kreieren und vom Online-Business zu leben.»

Um die App bekannt zu machen, kam er auf die Idee, Gemeinde-Guides zu publizieren, damit die Marke mycity.ch in den Haushaltungen bekannt wird. Zu seiner eigenen Überraschung konnten solche Gemeinde-Guides nun sehr zahlreich gedruckt werden, da die Nachfrage so gross und die Rückmeldungen so gut gewesen seien. Dabei handelt es sich um gedruckte Büchlein in handlichem Format, die durch Werbung und Sponsoring finanziert werden. «Sogar der Bund ist interessiert und beteiligt sich daran», freut sich der Firmengründer. Denn nebst allerlei lokalen Angaben enthalten die Broschüren auch eine Seite mit Gesundheitsinfos und entsprechender Ernährungstabelle.

Den Bezirk Dielsdorf im Auge

«Wir haben im Gebiet zwischen Wetzikon und Bülach bereits eine fast lückenlose Abdeckung mit den Gemeinde-Guides», sagt Toscano. Angefangen hatte es 2014 mit einer Ausgabe für Wallisellen, wo er mit seiner Familie wohnt. Und bald sollen auch noch mehr Gemeinden dazukommen. «Wir wollen uns in diesem Jahr vermehrt auf den Bezirk Dielsdorf konzentrieren.»

Die App läuft gut und sei auch schon in einer «Best 30»-Liste im App-Store von Apple aufgetaucht. Für Android-Geräte ist sie ebenfalls längst verfügbar. Diese Apps sowie die Website seien der Hauptkanal, sagt Toscano überzeugt. Die gesammelten Infos in gedruckter Form sind für ihn eine gute Ergänzung und würden zur Bekanntheit der Marke mycity beitragen. Inzwischen gibt es die Guides sogar schon in einer Sonderform – als Medical Guide für Zürich. Dieser liegt unter anderem in Arztpraxen und Apotheken der Stadt auf und ist bei Touristen und Studenten und Gästen besonders beliebt, da auch eine englische Version gedruckt wird.

«Wir sind noch ein Baby, können etwas Laufen, aber müssen uns noch weiterentwickeln», sagt der Chef zur momentanen Lage. Im Geschäftshaus an der Neuen Winterthurerstrasse arbeiten inzwischen bis zu 16 Personen an der Umsetzung dieser Geschäftsidee. Dazu gehören unter anderem Programmierer, Webentwickler, Fotografen, Polygrafen, Grafiker und zudem eine Gruppe von Aussendienstleuten.

Ohne Gewerbe gehts nicht

Für Toscano ist es wichtig, dass sich sein noch junges Unternehmen von unseriösen Geschäftemachern klar abgrenzt, denn Glaubwürdigkeit ist das A und O für die Firma. «Wir leben vom und mit dem Gewerbe», sagt Toscano. Es sind die Kleinunternehmer, Handwerker, Arzpraxen und Dorfläden, die als Werbekunden auf den verschiedenen Kanälen bei mycity.ch aktiv sind und Werbung schalten. Nebst den genannten Kanälen geht das auch in Kinos der Region und in Dübendorf sogar auf dem Lokalfernsehkanal. Das garantiert dem jungen Unternehmen Umsatz, Wachstum und letztlich auch das erfolgreiche Überleben in einem hart umkämpften Marktumfeld.

Der gelernte Fahrzeugelektriker ist nicht ganz neu in der Online-Werbebranche. Er war ab 1996 bei «LTV – die Gelben Seiten» tätig und hatte 2005 die Plattform local.ch mitgegründet. Im Februar 2012 stieg Toscano nach 17 Jahren aus, um eigene Ziele und Ideen zu verwirklichen.

Nun ist mycity.ch im vierten Geschäftsjahr, macht gemäss Inhaber bereits einstellige Millionenumsätze und zählt über 600 Werbekunden. Toscano hat sich zwar zum Ziel gesetzt, dereinst national bekannt zu werden. Er wolle aber den Überblick behalten und suche nicht die schnelle Expansion um jeden Preis, im Gegenteil.

Als verantwortungs- und risikobewusster Familienvater und Unternehmer will er sich nicht von fremden Investoren abhängig machen. In dieser Hinsicht zeigt sich der gebürtige Italiener, der erst mit 12 Jahren in die Schweiz kam, mit typisch helvetischen Tugenden ausgestattet. Wertkonservativ, anständig und ehrlich, darauf baut Toscano. So ist er denn auch stolz zu betonen, dass die Firma schuldenfrei aufgestellt sei. «Ich will eben fliegen wie ich will – auch mal mit einem Looping.»

Etwas verrückt müsse man halt doch sein, um mit so einer Geschäftsidee durchzustarten. Für die nächsten Jahre sieht Toscano jedenfalls viel Potenzial – oder vielleicht besser: viel blauen Himmel – für Höhenflüge mit mycity.ch.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch