Hochfelden

Drei Generationen zielen um die Wette

Das Zürcher Unterländer Wyberschiessen hat kein Generationenproblem: Von der elf Jahre alten Stefanie Schläpfer aus Höri bis hin zur 78-jährigen Bopplisserin Anni Brun beteiligten sich 155 Schützinnen am Wettkampf. Dabei kam bei vielen Teilnehmerinnen das Mitmachen vor dem Rang.

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Mit dem Begriff Wyber hat Tanja Schläpfer-Richner aus Höri kein Problem, weil sie ihre beiden Kinder Julia und Stefanie manchmal auch als «meine Wiiber» bezeichnet. Und weil der Schiessverein Höri in diesem Jahr für die Durchführung des traditionellen Anlasses zuständig war, entschloss sie sich mit den beiden Töchtern erstmals am Wyberschiessen mitzumachen.

Dazu «überschnurrte» sie auch noch ihre Mutter Lisbeth, so dass drei Generationen einer Familie plauschhalber am Wettkampf teilnahmen. Grossvater Marcel Richner instruierte als erfahrener Jäger und Schütze das Quartett im 300-Meterschiessen mit dem Sturmgewehr 90 – mit unterschiedlichem Erfolg. Seine 69-jährige Ehefrau Lisbeth: «Ich war sehr angespannt und hatte alle Mühe ruhig zu bleiben.

Aber für einen Volltreffer auf der Fünferscheibe und total 16 Punkte hat es doch gereicht.» Für ihre Tochter Tanja (43) zählte das Mitmachen. Sie gewann den familieninternen Wettkampf mit 24 von 30 möglichen Punkten vor Stefanie (11) mit 18 Punkten und Julia (13), die auf zehn Zählern kam.

Fehlschussder Spitzenschützin

Dass auch einer der besten Schützinnen aus dem Zürcher Unterland einen Fehler unterlaufen kann, musste Sonja van Winden vom Schiessverein Höri hinnehmen. In rascher Folge gab sie ihre Schüsse im Hochfelder Schützenhaus und buchte einen Nuller. Lachend meinte die 46-Jährige: «Ich habe auf die falsche Scheibe geschossen.»

Voll konzentriert schoss Stephanie Lardi für den Schiessverein Regensberg ihr Programm und erreichte 24 Punkte. «Ich bin durch meinen Vater zum Schiesssport gekommen und belegte einmal den 3. Rang am Wyberschiessen», erklärte die 30-jährige Aargauerin und fuhr fort: «Mit mehr Übung könnte es noch besser werden.»

Dem pflichtete auch ihre Kollegin Nicole Kohler bei, die gute 27 Zähler erreichte. Die frühere Lizenzschützin beteiligt sich regelmässig am Obligatorischen und Feldschiessen. Doris Keller aus Kloten fühlt sich in der Schützenfamilie wohl und lässt sich auch gerne im OK einspannen. Am Wyberschiessen half sie im Sekretariat und Rechnungsbüro mit. «Ich habe mit zirka zwölf Jahren mit dem Schiessen begonnen.

Zuerst Luftgewehr, dann Kleinkaliber und seit 35 Jahren mit dem Standardgewehr», erklärte sie. Konzentration, Koordination, Kondition, ein gutes Auge und etwas Talent sind für Keller die Voraussetzung für gute Resultate. Dafür trainiert sie zweimal in der Woche und nimmt vom an vielen Schützenanlässen in der ganzen Schweiz teil.

Mehr «Flintenhäxen» sind gefragt

«Schiessen ist auch ein idealer Sport für Frauen», betonte Doris Keller und wünschte sich mehr Teilnehmerinnen als die 155 Schützinnen am diesjährigen Wyberschiessen. Das waren rund zwei Dutzend weniger als im Vorjahr. Der Gewinn der Bronzemedaille im Pistolenschiessen von Heidi Diethelm an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hat bei den Gewehrschützen bisher keinen Zuwachs gebracht.

Gewonnen hat den Wyberstich der lizenzierten Schützinnen Karin Koch aus Dällikon. Zusammen mit vier anderen Schützinnen erreichte sie im ersten Durchgang das Maximum von 30 Punkten, wie auch in den beiden nachfolgenden Ausstichen. Bei den nicht lizenzierten Schützinnen mussten Sandra Zwahlen von den Militärschützen Wasterkingen und Susi Fahrni vom Schiessverein Dällikon mit dem Punktemaximum ins Stechen.

Die Siegertrophäe erhielt Fahrni nach zwei Ausstichen mit 30 und 29 Punkten. Die Gemeinderätin: «Vor sechs Jahren nahm ich am Ratsherrenschiessen teil und habe Freude am Schiesssport bekommen.» Den Gruppenwettkampf gewannen die fünf Knallfrösche der Schützengesellschaft Weiach vor den Dälliker Querschlägern und den Flintenhäxen aus Wasterkingen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 21.08.2017, 15:19 Uhr

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