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Konfisziertes Kath wiegt so viel wie ein Auto

Im dritten Quartal 2017 wurden am Flughafen über 1380 Kilogramm Drogen sichergestellt. Dabei handelt es sich grösstenteils um Kath. Oft ist die Schweiz jedoch nur ein Zwischenziel auf den Reisen der Kuriere und der Postsendungen.

Die Statistik der sichergestellten Drogen am Flughafen Zürich zeigt, dass vor allem immer mehr Kath geschmuggelt wird.
Die Statistik der sichergestellten Drogen am Flughafen Zürich zeigt, dass vor allem immer mehr Kath geschmuggelt wird.
Kantonspolizei Zürich, Keystone

Kath hat im Laufe dieses Jahres in der Schweiz einen regelrechten Aufschwung erlebt. Wurden im dritten Quartal des letzten Jahres am Flughafen noch 68 Kilogramm dieser Droge sichergestellt, sind es jetzt 1370 Kilogramm. Zum Vergleich: So viel wiegt ein VW Golf.

Aus den Quartalszahlen, die die Eidgenössische Zollverwaltung gestern veröffentlicht hat, geht hervor, dass am Flughafen ausserdem 15 Kilogramm Kokain und Heroin sowie 8100 Thaipillen sichergestestellt wurden. In der gleichen Vorjahresperiode waren es 10 Kilogramm Kokain und Heroin und 2230 Thaipillen.

Kuriere statt Pakete

In den letzten Monaten wurden in Kloten über zehn Kath-Kuriere verhaftet. Miroslaw Ritschard, Stellvertretender Leiter der Zollstelle Zürich-Flughafen, sagt: «Bisher kam diese Droge meist über den Postweg in die Schweiz. Es kommt nun aber immer häufiger vor, dass Passagiere die Pflanzen in ihren Koffern mitführen.» Der Grund: Kath muss möglichst frisch konumiert werden, wenn es die volle Wirkung erzielen soll. Bei längeren Reisen auf dem Postweg, trockenen die Blätter und Triebe nämlich schnell aus.

Ob die Schmuggler in der Schweiz jeweils nur zwischenlanden, ist ungewiss. «Das Kath, das wir in den Postsendungen finden, ist meistens für die Weiterreise in andere Länder bestimmt», sagt Ritschard. Auch bei der Kantonspolizei glaubt man nicht, dass die Droge, die hauptsächlich in Kenia, Oman, Jemen und Äthiopien angebaut wird, hierzulande zu einem Problem werden wird. «Die Droge wird vermehrt von Leuten konsumiert, die aus den genannten Ländern stammen», sagt Mediensprecher Stefan Oberlin. Dort gilt Kath als alltagsdroge und ist legal. In der Schweiz sind Anbau, Herstellung, Handel, Verbreitung und Konsum gemäss Betäubungsmittelgesetz verboten.

Trotzdem gingen die Kuriere laut Miroslaw Ritschard ans Limit: «Ein Mann transportierte beispielsweise 95 Kilogramm Kath lose in mehreren Rollkoffern. Das sind im Vergleich zu anderen Drogen unglaublich hohe Mengen.»

Risikoprofile erstellt

Wie kommt der Zoll den Kurieren auf die Schliche? Ritschard: «Wir haben Risikoprofile erstellt. Dort sind Flüge aus verdächtigen Ländern aufgeführt.» Diese Passagiere werden nach der Landung jeweils genauer überprüft. Die Kathpflanzen werden meist gebündelt in Koffern geschmuggelt. Beim Kokain schlucken die Kuriere Finderlinge oder verfrachten die Drogen in Koffern mit doppelten Böden oder Shampoo-Flaschen.

Im Zusammenhang mit den Drogendelikten wurden in den letzten drei Monaten 18 Männer und 4 Frauen im Alter zwischen 19 und 49 Jahren verhaftet. Sie stammen vorwiegend aus den Niederlanden, Grossbritannien, Litauen, Schweden, der Schweiz und aus Brasilien. Die Kath-Schmuggler unter ihnen erwarten zwar ein Prozess und eine angemessene Bestrafung. Diese wird jedoch nicht so hart sein wie bei Delikten, bei denen zum Beispiel Heroin oder Kokain im Spiel sind. «Kath ist nicht mit diesen harten chemischen Drogen zu vergleichen», erklärt Stefan Oberlin.

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